Meine Corona-Pause: Timo Koch über sein Pokalspiel gegen den BVB und sein neues Hobby „Ilvy“

„Mich motiviert die Gemeinschaft“

Eissen

„Bei uns ist einer für den anderen da. Wir sind nicht nur Teamkollegen, sondern echte Freunde“, sagt Timo Koch. Der Großteil der Spieler des Fußball-Bezirksligisten FC Peckelsheim/Eissen/Löwen hat schon in der Jugend gemeinsam gekickt.

Sylvia Rasche

Timo Koch (links, hier im Derby gegen den FC BW Weser) spielt mit dem FC Peckelsheim/Eissen/Löwen seit acht Jahren in der Fußball-Bezirksliga und macht vor allem die große mannschaftliche Geschlossenheit für den Erfolg verantwortlichen. Foto: Fabian Scholz

„Das merkt man auch. Wir haben vielleicht nicht die ganz große individuelle Klasse, punkten aber über das Kollektiv. Daher spielen wir jetzt schon so lange in der Bezirksliga“, sagt der Kapitän.

Er hat den Aufstieg des FC PEL in die Bezirksliga in seinem zweiten A-Jugendjahr aktiv miterlebt. Doppelschichten standen damals für ihn sonntags regelmäßig auf dem Programm. Um 11 Uhr ging es in der A-Junioren-Bezirksliga um den Klassenerhalt, ab 15 Uhr in der Kreisliga A Warburg um die Meisterschaft. „Damals war ich noch jung, da ging das“, lacht Timo Koch. „Außerdem habe ich auf verschiedenen Positionen gespielt. In der A-Jugend musste ich als Sechser mehr laufen als als Innenverteidiger bei den Senioren“, blickt er zurück und erinnert sich vor allem an die große Kulisse in Germete im Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga gegen den SV Scherfede/Rimbeck. „Das war schon während der Saison ein heißer Zweikampf. Nach dem letzten Spieltag waren wir punktgleich“, erzählt Timo Koch, der im letzten Entscheidungsspiel des damaligen Sportkreises Warburg von Beginn an auf dem Platz stand. 5:2 siegte der FC PEL an jedem Juni-Samstag 2013 in Germete und vertritt den Kreis Höxter seither ununterbrochen in der Bezirksliga.

Große Kulisse 2009 in Brakel: Der Eissener Timo Koch (links im Zweikampf) hat mit dem Landesligisten Spvg. Brakel im Westfalenpokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund gespielt. Der Favorit setzte sich damals mit 8:1 Toren durch. Foto: Sabrina Rheker

Vor der wohl größten Kulisse kickte Timo Koch allerdings schon ein paar Jahre zuvor als C-Jugendlicher. Zusammen mit seinem aktuellen Teamkollegen Toni Schön war er in der Landesliga für die C-Junioren der Spvg. Brakel am Ball und durfte im Westfalenpokal gegen Borussia Dortmund antreten. „Das war ein echtes Highlight. Damals war vor der Saison Koray Günter von Brakel nach Dortmund gewechselt und spielte somit gegen sein altes Team. Ich habe in dem Jahr in Brakel sehr viel gelernt“, erinnert sich Koch an die Saison 2008/2009. Anschließend spielte er noch ein Jahr in Dalhausen in der B-Jugend-Bezirksliga und kehrte dann zum FC Peckelsheim/Eissen/Löwen zurück. „Gleich mehrere andere Spieler hatten zu der Zeit ein Jahr beim VfB Beverungen verbracht und kamen ebenfalls zurück. So war unser altes Jugendteam wieder zusammen.“

Gemeinsam stiegen sie in ihrem ersten A-Jugendjahr mit Trainer Bernward Rex in die Bezirksliga auf und schafften dort anschließend den Klassenerhalt, bevor es in der Senioren-Bezirksliga weiterging. Seit acht Jahren ist der der FC PEL fester Bestandteil der Liga und geht im Sommer in die neunte Saison. „Darauf freuen wir uns“, sagt Timo Koch, der den Fußball allerdings nach eigenem Bekunden im ersten Lockdown noch stärker vermisst hat als aktuell.

„Ich bin nicht so der Typ, der alleine viel trainiert. Mich motiviert die Gemeinschaft. Dann kann ich im Training und auch im Spiel bis an die Leistungsgrenze gehen“, betont der 27-Jährige. Außerdem fehle ihm die Gemeinschaft des Fußballteams auch nach dem Training. „Da sitzen wir oft noch zusammen und quatschen. Diese Treffen mit Freunden sind jetzt in der Corona-Zeit leider nicht möglich.“

Mit Hündin Ilvy ist Timo Koch seit einigen Monaten viel in der Natur unterwegs. Foto: privat

Seine Freizeit verbringt Timo Koch trotzdem aktiv. „Ich gehe viel spazieren und unternehme auch längere Wanderungen“, erzählt der gelernte Großhandelskaufmann. Der Grund: Kurz vor Weihnachten haben er und seine Freundin Lena sich einen Welpen zugelegt. Mit Hündin Ilvy geht es seither zweimal die Woche in die Hundeschule und natürlich täglich raus in die Natur. „Das macht viel Spaß, gerade jetzt, wenn es draußen wieder wärmer wird“, berichtet Timo Koch.

Kurz gefragt

Lauf- oder Krafttraining: Ich bin eher der gemütlichere Typ. Stumpfes Geradeauslaufen ist nicht so mein Ding. Ich glaube, in diesem Kalenderjahr habe ich noch keine einzige Laufeinheit absolviert (hoffentlich liest unser Trainer Matthias Rebmann das jetzt nicht...) Ab und zu mache ich aber via Youtube ein Ganzkörper-Workout, geleitet von Pamela Reif.

Bringdienst oder selber Kochen: Eher selber kochen lassen ;) Meine Freundin ist da wesentlich talentierter als ich. Wir ernähren uns seit einigen Wochen „Low Carb“ und sie zaubert gefühlt jeden Tag ein neues Gericht auf den Tisch. Ich alleine wäre da ziemlich aufgeschmissen.

Playstation oder Netflix: Netflix läuft schon recht häufig, sowohl Serien als auch Filme. Eine Konsole besitze ich gar nicht.

Podcast oder Buch: Ich lese sehr gerne Sportlerbiografie. Allerdings gibt es auch gut gemachte, spannende Podcasts. Da bin ich gerne mal in der Rubrik „true crime“ unterwegs.

Spotify oder Radio: Bei mir läuft oft das Radio, sei es im Auto oder im Büro. Dabei schalte ich meistens 1Live an.

Lieblingsinternetseite: www.kicker.de Da verfolge ich oft auch den Liveticker. Ansonsten gehören für mich die Westfalen-Blatt-App und eine Tasse Kaffee zum Start in den Tag.

Sportlerbiografie: Mich haben vor allem zwei Bücher begeistert. Beides sind Fußballer, die mit ihren Ansichten auch gerne mal polarisieren. Einmal Mario Basler „Eigentlich bin ich ein super Typ“ und dann Zlatan Ibrahimovic „Ich bin Zlatan“.

Corona-Rituale: Ich arbeite einige Tage in der Woche im Homeoffice. Aber ein Corona-Ritual habe ich nicht.

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