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Sebastian Dietz ist Aushängeschild der Para-EM in Berlin – mit Video

Bereit für den Gold-Stoß

Bad Oeynhausen (WB). Für seinen Traum vom EM-Gold trainiert Sebastian Dietz hart. So hart, dass seine neuen Sportschuhe nach nur einem Monat bereits verschlissen sind. Auf seinem Weg zu Platz eins bei den Para-Europameisterschaften soll den Kugelstoßer der BSG Bad Oeynhausen auch das nicht aus der Bahn werfen. »EM-Gold fehlt mir noch«, sagt der 33-Jährige.

Florian Weyand

Sebastian Dietz, hier bei einer der letzten Trainingseinheiten im heimischen Schulzentrum Süd, will in Berlin die Goldmedaille bei den Para-Europameisterschaften holen. Foto: Florian Weyand

Heute reisen Dietz und sein Trainer Alexander Holstein nach Berlin. Vor Ort will sich das Duo den Feinschliff für den wichtigsten Wettkampf des Jahres holen. »Die Trainingswerte sind schon nicht schlecht. Aber ich werde die kommende Woche noch einmal nutzen, um mich zu verbessern und um noch schneller und fitter zu werden«, sagt Dietz.

Verletzung am Fuß

Während der Vorbereitung musste der Kugelstoßer eine Zwangspause einlegen. Der 33-Jährige verletzte sich am Fuß und schraubte das Trainingspensum etwas herunter. »Das wird mich aber nicht hemmen«, verspricht der zweifache Paralympicssieger, der am 23. August ab 17 Uhr in den Kugelstoßring steigen wird.

Der Wettkampf im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin ist für den 33-Jährigen ein kleines Heimspiel. In der 19.708 Zuschauer fassenden Arena nahm Dietz vor vielen Jahren erstmals an Deutschen Meisterschaften teil.

»Ich bin natürlich etwas nervös und angespannt. In dem Stadion war ich oft nicht so stark, wie ­Alexander und ich uns das leistungsmäßig vorgestellt haben«, sagt der Kugelstoßer, dessen Bestmarke in diesem Jahr bei 14,84 Meter liegt. Dennoch hofft der Athlet in Berlin auf den Gold-Stoß.

Erwartungen sind groß

Die Para-EM in Berlin

An sieben Tagen kämpfen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin 650 Athleten aus 37 Nationen in 191 Wettbewerben um die europäischen Titel. Zwei Jahre vorher ist es gleichzeitig auch der sportliche Startschuss auf dem Weg zu den Paralympics in Tokio 2020.

Die Erwartungen an den heimischen Sportler sind natürlich groß. Sebastian Dietz ist gemeinsam mit Spitzensportlern wie Markus Rehm oder Heinrich Popow eines der Zugpferde der Para-Europameisterschaften.

Eine Ehre, aber auch eine Bürde für den Sportler des Vereins BSG Bad Oeynhausen. Das Ziel hat der 33-Jährige aber klar im Blick: »Natürlich ist es ein Traum, im eigenen Land Europameister zu werden. Schließlich ist das der Titel, der mir noch fehlt«, sagt Dietz und geht knapp eine Woche vor dem Wettkampf sogar noch einen Schritt weiter.

Denn: Der Hüllhorster denkt auch an den Weltrekord. Den hat er schon einmal gestoßen. 2017 beim Pfingstsportfest in Bad Oeynhausen landete die Kugel bei 15,47 Meter! Der Verband erkannte den Rekordstoß aber nicht an. »Es war damals kein offizieller Wettkampf und der Rekord war nicht angemeldet. Jetzt die Bestmarke in Berlin zu knacken, das wäre schon klasse«, sagt Dietz.

»Endlich geht es los«

Coach Alexander Holstein ist mit den Trainingsleistungen seines Schützlings mehr als zufrieden, wie er bei der letzten gemeinsamen Einheit im Schulzentrum Süd erklärt. »Sebastian hat sich verbessert. Auch die Kraftleistungen sind sehr gut. Fast überall hat er in den letzten Monaten die persönlichen Bestleistungen gesteigert«, sagt Holstein, der wie Dietz ebenfalls schon in Wettkampfstimmung ist. »Endlich geht es los«, sagt der Trainer.

Sebastian Dietz hofft auf einen ähnlich guten Zuspruch wie bei der EM der Nicht-Behinderten. »Natürlich hoffe ich, dass diese Stimmung auch auf unsere Wettkämpfe herüberschwappt. Ich kann den Leuten versprechen, dass wir eine tolle Stimmung und eine tolle Party präsentieren.«

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