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Stadtwerke sprechen Bewässerungsverbot aus – Pasold: »Platz ist komplett braun«

»Wölfe« sitzen auf dem Trockenen

Bad Oeynhausen (WB). Der Rekord-Sommer hat Auswirkungen auf die heimischen Fußballvereine. Die Stadtwerke Bad Oeynhausen haben aufgrund der lang anhaltenden Dürre-Phase ein Bewässerungsverbot ausgesprochen. Zwei Ausnahmen gibt es.

Alexander Grohmann

Von Rasen keine Spur mehr: Der Fußballplatz des SuS Wulferdingsen präsentiert sich wenige Tage vor dem Saisonstart nach wochenlanger Dürre im Strafraum wie ein Sandkasten. Der Grund: Im Rekord-Sommer hat die Stadt Bad Oeynhausen ein Bewässerungsverbot für die heimischen Klubs ausgesprochen. Foto: Alexander Grohmann

Seit Wochen hat es kaum geregnet, gestern war der heißeste Tag mit bis zu 39 Grad. Unter der ­Hitze leiden auch die heimischen Fußballplätze. Denn: Trotz der enormen Trockenheit hat die Stadt Bad Oeynhausen ein Bewässerungsverbot ausgesprochen.

»Wenn wir unseren Rasen sprengen, müssen wir eine hohe Geldstrafe zahlen«, sagt Martin Pasold, Trainer des SuS Wulferdingsen. Seit Wochen hat der Platz der »Wölfe« kein Wasser gesehen. Dementsprechend schlecht ist der Zustand. »Der Platz ist komplett braun«, sagt Pasold, der am Sonntag im Pokalspiel des A-Ligisten beim TuS Wasserstraße über die gute Beschaffenheit des dortigen Rasenplatzes staunt. »Die hatten gleich zwei Wassersprenger in Betrieb.«

In Bad Oeynhausen ist es anders. Nicht nur die »Wölfe« sitzen im Rekord-Sommer auf dem ­Trockenen. Auch auf der Lohe und im Schulzentrum Süd, wohin der TuS Bad Oeynhausen wegen der Sanierung des Westerfeld-Sportplatzes derzeit ausweicht, gilt das Wasser-Tabu. Die Folge: Auch hier gibt es kaum noch grüne Stellen.

Wasser-Knappheit herrscht in der Kurstadt zwar noch nicht. Trotzdem fährt die Stadt einen Sparkurs und hat den Klubs wohl auch aus Kostengründen den Hahn abgedreht. »Das Wasser müsste ja die Stadt zahlen«, vermutet Pasold. Mit den Ressourcen haushalten, lautet die Devise. »Auf Anraten der Stadtwerke wurde entschieden, auf die Bewässerung der Plätze zu verzichten‹«, informiert Volker Müller-Ulrich, Presse­sprecher der Stadt.

Rehme und Oberbecksen-Babbenhausen vom Verbot ausgenommen

Die aktuelle »Trockenlegung« sei kein Problem für die Plätze. »Wenn es eine gewachsene Rasenfläche ist. kommt sie anschließend auch wieder in Gang«, so Müller-Ulrich. Dass der Ball auf einem staubtrockenen Geläuf nicht gut rollt, steht auf einem anderen Blatt. Pasold hat noch eine andere Befürchtung: »Wenn es wieder regnet, schwimmt uns der Platz gleich weg«, so der Wölfe-Coach.

»Wasser marsch« heißt es dafür an anderer Stelle: Rot-Weiß Rehme und der SC Oberbecksen-Babbenhausen sind vom Verbot ausgenommen, dürfen auch weiter ihre Plätze bewässern. »Dort wurde wegen Neueinsaaten und Reparaturarbeiten eine Ausnahme gemacht«, sagt Müller-Ulrich.

In Rehme ist am Dienstag Klaus Baumann als »Sprengmeister« im Einsatz. Das langjährige Vereinsmitglied bringt das Bewässerungsgerät der Stadtwerke in Stellung. Vor einigen Wochen hat eine Firma den Rasenplatz auf der Insel gelocht, mit Sand aufgefüllt und neuen Rasen eingesät. »Das hat 3000 Euro gekostet. Wenn wir jetzt nicht wässern, wäre der Platz in drei Wochen durch. Dann könnte man hier nächste Saison keine Spiele mehr bestreiten«, unterstreicht Baumann.

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