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Westfalenpokal nur noch im Mini-Format: Bei Preußen Espelkamp ist man verstimmt über die Verbandsentscheidung

1000 Euro können nicht über „Pokal-Aus“ hinweg trösten

Espelkamp

Nicht nur der Traum vom Aufstieg ist für Preußen Espelkamp mit dem Saisonabbruch geplatzt. Dem Westfalenligisten entgeht auch der Pokalkracher gegen den SV Rödinghausen. Dafür sorgt ein Beschluss des Fußballverbandes Westfalen.

Alexander Grohmann

Ben Klostermann (links) verfolgt Fabian Klos. Dass sie auch in Corona-Zeiten ein Fußballspiel unter Einhaltung aller Standards durchführen können, haben die Verantwortlichen des FC Preußen Espelkamp im vorigen Sommer beim Test gegen Bundesligist Arminia Bielefeld gezeigt. Foto: Thomas F. Starke

Der Westfalenpokal-Wettbewerb wird aus organisatorischen Gründen mit einem Mini-Feld beendet: Ein Drittligist und fünf Regionalligisten ermitteln bis 29. Mai den Sieger und kommenden DFB-Pokal-Teilnehmer. Die 58 Amateurmannschaften, die dadurch auf der Strecke geblieben sind, bekommen als Entschädigung neben dem Startrecht für die Westfalenpokal-Spielrunde 2021/2022 vom Verband jeweils 1000 Euro Entschädigung überwiesen.

Doch das Geld kann zumindest die Preußen nicht trösten. Hat man beim Westfalenligisten noch Verständnis für den Abbruch der Saison ohne Wertung aufgebracht – eine Tatsache, die dem Spitzenreiter den möglichen Oberliga-Aufstieg kostet – kann der Sportliche Leiter Tim Daseking die Argumentation des Verbandes beim Pokal nicht mehr nachvollziehen. „Wir hätten uns als Verein aufgrund der vorhandenen Infrastruktur in der Lage gesehen, ein Spiel mit den in Corona-Zeiten notwendigen Maßnahmen zu organisieren“, sagt Daseking. „Die Amateurvereine kategorisch vom Pokal auszuschließen, halte ich nicht für richtig. Ich hätte mir gewünscht, dass der Verband die Vereine wenigstens gefragt hätte.“

Hält nicht viel vom kategorischen Pokal-Ausschluss der Amateurvereine: Espelkamps Sportlicher Leiter Tim Daseking hätte sich zusammen mit seinem Verein zugetraut, das Spiel gegen Rödinghausen unter Corona-Auflagen zu organisieren und vorzubereiten. In Sachen Infrastruktur sieht er keine großen Unterschiede zu den im Feld verbliebenen Regionalligisten. Foto: Thomas F. Starke

Warum der FLVW nach diesem Modell verfährt, das den ursprünglich 64 Westfalenpokal-Startern am Dienstagabend präsentiert wurde, liegt auf der Hand. „Leider ist es aktuell nur den Mannschaften aus den Profiligen – zu der auch die Regionalliga West gehört – gestattet, unter Corona-Schutzbedingungen Fußball zu spielen. Strenge Hygieneauflagen und regelmäßige Testungen sind hierfür die Grundvoraussetzung“, begründet der FLVW-Vizepräsident Amateurfußball, Manfred Schnieders. Die Amateure bleiben somit außen vor: Drittligist SC Verl und die Regionalliga-Klubs SV Lippstadt 08, SC Wiedenbrück, SC Preußen Münster, Sportfreunde Lotte und SV Rödinghausen werden unter sich den Verbandspokalgewinner ausspielen, der dann am DFB-Pokal 2021/22 teilnehmen wird.

Daseking hält dagegen: „Wir hätten es in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt hinbekommen, für die Vorbereitung auf das Pokalspiel eine Trainingsgruppe zu organisieren“, sagt der Preußen-Coach. Dass ihnen mit der Erstrunden-Partie gegen Regionalligist Rödinghausen nun die Aussicht auf ein kleines Fußball-Highlight genommen worden ist, hätte bei seinen Spielern für Enttäuschung gesorgt, so Daseking.

Für die potenziellen Einnahmeverluste werden die „ausgeschiedenen“ Amateurteams mit einer einmaligen Zahlung in Höhe von 1000 Euro entschädigt. Zudem gibt’s für alle eine neue sportliche Chance im kommenden Westfalenpokal-Wettbewerb. Damit hat der Verband automatisch ein weiteres Problem gelöst. Durch die Saisonannullierung gibt es in den überkreislichen Spielklassen schließlich keine Meister – und weil die Mehrzahl der Kreise dem FLVW zugesagt hat, die Pokalwettbewerbe 2020/21 auf Kreisebene ebenfalls nicht fortzuführen, in den meisten Fällen auch keine Kreispokalgewinner. Wer also hätte dann im Pokal nächste Saison antreten sollen?

Bedeutet: Auch Westfalenligist TuS Tengern steigt wieder aufs Neue ins Pokalgeschehen ein. Die „Kleeblätter“ können sich wahrlich nicht beschweren, hatte dem Abstiegskandidaten doch schon der Saisonabbruch mit dem Klassenerhalt eine unverhoffte neue Perspektive beschert. Nun gibt es mit 1000 Euro extra und der erneuten Pokal-Quali einen weiteren Obolus. Die vier Amateurmannschaften, die im vergangenen Jahr als Einzige bereits die 1. Runde überstanden hatten, müssen 2021/22 übrigens auch erst in der 2. Runde ins Geschehen eingreifen.

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