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Ferhat Kilinc fühlt sich beim FC Preußen Espelkamp ungerecht behandelt – Zuri folgt im Sommer

Abgang mit Beigeschmack

Espelkamp (WB). Auf diesem Posten bekommt der FC Preußen Espelkamp keine Kontinuität hinein: Ferhat Kilinc ist als Trainer der Landesliga-A-Jugend zurückgetreten – nach nur drei Monaten im Amt. Nachfolger ab der kommenden Saison wird Slaiman Zuri.

Marc Schmedtlevin

»Was soll das denn?«, fragt sich Ferhat Kilinc. Er hat sich nach wenigen Monaten als Trainer der Preußen-A-Jugend wieder verabschiedet. Foto: Pollex

Die Liste der A-Jugend-Trainer in dieser Saison ist lang. Zunächst hatte sich der Verein vom zu Serienbeginn installierten Mark Mittag getrennt. Eugen Fritz übernahm danach interimsweise für einige Wochen, ehe im Winter der vom SV Rödinghausen geholte Ferhat Kilinc vorgestellt wurde. Auch dessen Amtszeit sollte nun nach nur einem halben Jahr am Saisonende wieder auslaufen. Kilinc verkürzte daraufhin die Zusammenarbeit, indem er mit sofortiger Wirkung zurücktrat.

Ein Freund weiß mehr

Das hatte seine Gründe, denn der Ablauf habe sich innerhalb der vergangenen sieben Tage aus Kilinc’ Sicht »sehr chaotisch« dargestellt. Zufällig habe er vom geplanten Ende der Zusammenarbeit mit ihm in Espelkamp erfahren. »Ein Freund aus Bielefeld erzählte mir, dass ich beim VfB Fichte für die U19 als neuer Trainer gehandelt werde. In Espelkamp sei ich ja schließlich nicht mehr eingeplant. Davon wusste ich zu dem Zeitpunkt aber noch überhaupt nichts«, sagt Kilinc. Diese Information erhielt er am Donnerstag, ein Gespräch beim FC Preußen erfolgte erst am darauf folgenden Montag. Darin wurde Kilinc von Jugendleiter Maic Menz und Herren-Trainer Tim Daseking mit der Nicht-Verlängerung seines Vertrages konfrontiert.

Als Begründung gab der FC Preußen in einer Pressemitteilung bekannt: »Ferhat hat aufgrund seiner Schichtarbeit nicht mehr ganz die Möglichkeit, die Rolle des Cheftrainers nach unseren Vorstellungen auszufüllen.« Kurios: Kilinc arbeitet nach eigener Angabe gar nicht im Schichtdienst. »Es sieht jetzt öffentlich so aus, als trage ich alleine die Schuld. Die Trennung hat damit aber überhaupt nichts zu tun. Mir wurde keinerlei Begründung mitgeteilt. Ich bin mir sicher: Es ist eine einzelne Person im Verein, die mit mir nicht zurechtkommen«, sagt der Ex-Coach und spielt damit auf den Präsidenten Hendrik Wiegmann an. Der Draht zu Tim Daseking, über den auch der Kontakt nach Espelkamp entstanden war, sei dagegen weiterhin gut. Dennoch schießt sich laut Kilinc der gesamten FC Preußen ein Eigentor: »Erst werben sie mich von einem anderen Klub ab und nun werde ich fallen gelassen – ohne eine Erklärung. Ich habe es nicht verdient, dass man so mit mir umgeht. Ich bin schon länger im Geschäft, aber so etwas wie in diesem Verein habe ich auch noch nicht erlebt.«

Ferhat Kilinc

Rein sportliche Gründe dürfte es für geplante Trennung von Kilinc nicht gegeben haben. Die Espelkamper A-Jugend belegt in der Landesliga nach 15 absolvierten Partien Tabellenplatz sechs. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge beträgt sieben Punkte. In diesem Spieljahr wurde nur eine von vier Partien verloren. »Ich habe aus der Mannschaft alles herausgeholt, was ging«, sagt Kilinc, der dem Team seine Entscheidung am Mittwoch mitteilte.

Für den Rest der Saison wird die Mannschaft nun erneut von Eugen Fritz trainiert. Ab dem Sommer übernimmt dann Slaiman Zuri, der aktuell die U15 der SV Eidinghausen-Werste betreut. »Im Zuge unserer Weiterentwicklung ist es für uns als Nachwuchsabteilung auch wichtig, talentierte und kompetente Trainer aus dem Mühlenkreis dazuzugewinnen. Slaiman verfügt über ein exzellentes Netzwerk und hat die Entwicklung der Nachwuchsarbeit in Eidinghausen entscheidend mitgeprägt«, sagt Preußens Jugendleiter Maic Menz über den Trainer-Zugang. B-Lizenz-Inhaber Zuri werde in Abstimmung mit der sportlichen Leitung von nun an auch die Kaderplanung für die kommende Spielzeit gestalten.

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