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38. Volkswaldlauf »um den Auesee«: Treff der Ehemaligen

Auf einmal ist Schröder da

Espelkamp (WB). Der Gesamtsieg schien ihm sicher. Doch nach der 38. Auflage des Volkswaldlaufs »um den Auesee«, der fünften Wertung der Mühlenkreisserie 2018, hat sich das Bild gravierend geändert.

Volker Krusche

Start der von ursprünglich 21,3 km langen auf 16 km gekürzten Langstrecke beim Volkswaldlauf »um den Auesee. Foto: Pollex

Während Henry Brauns aus Minden beim ATSV Espelkamp auf den Start verzichtete und den Sack nicht zumachte, sendete einer, der die Saison eigentlich schon ab geschrieben hatte, im Kampf um den Titel ein deutliches Lebenszeichen: Alexander Schröder ging allen Unkenrufen zum Trotz an den Start und war auf den 10,3 Kilometern konkurrenzlos.

Schröder gab Spitze nicht mehr ab

Schröder, der aufgrund nicht enden wollender Probleme mit der Muskulatur eigentlich vor dem Saisonaus zu stehen schien, stand am Tag vor dem Aueseelauf – mit dem Fahrrad gekommen – urplötzlich bei seinem langjährigen Trainer und Mentor Herbert Schantowski vor der Tür. »Er wollte spontan entscheiden, ob er tags darauf starten würde«, berichtete Hannelore Schantowski. »Angesehen von den üblichen Beschwerden bin ich ganz zufrieden«, ergänzte Alex Schröder.

Der Fabbenstedter setzte sich denn auch vom Startschuss, den Organisator und Moderator Achim Hagemeyer gab, an weg an die Spitze und gab sie erwartungsgemäß bis ins Ziel nicht mehr ab. Am Ende wies der auf der Bahn für den FC Schalke 04 startende Lehrer in 38:02,48 Minuten mehr als eineinhalb Minuten Vorsprung auf seine Widersacher auf.

Alexander Schröder war überraschend am Start – und gewann. Foto: Pollex

Yannik Arndt wird Zweiter

Stark trumpfte dabei Yannik Arndt auf, der als Zweiter für einen Doppelsieg des Veranstalters sorgte. »Ich bin stolz auf meinen Lauf, besonders darüber, dass ich Alex manchmal noch habe sehen können«, so das erst 16-jährige ATSV-Talent. Nach der starken Vorstellung im Wald will Arndt nun auch am Freitag bei den Kreismeisterschaften über 10.000m im Mindener Weserstadion an den Start gehen.

Der kleine Sprint-Floh war wieder einmal der Größte: Silke Rösener vom SV 1860 Minden war auf den zehn Kilometern der Serie 1 ebenso unangefochten, wie Alexander Schröder bei den Männern. Die Hillerin hatte im Ziel mehr als zwei Minuten Vorsprung auf Titelverteidigerin Yvonne Zierenberg. Als Gesamtsechste musste Rösener, die beim vierten Saisonstart ihren vierten Sieg einfuhr, lediglich fünf männlichen Konkurrenten den Vortritt lassen.

Dem Gesamtsieg für Silke Rösener steht nichts mehr im Wege

Dem Gesamtsieg steht im Gegensatz zu Schröder, der alle drei noch ausstehenden Läufe in Minden, Barkhausen und Wasserstraße bestreiten muss, nichts mehr im Wege. Schon in drei Wochen kann Rösener den Sack endgültig zumachen. »Natürlich freue ich mich. Ich hab es mir angesichts der Temperaturen sehr viel schlimmer vorgestellt. Am Ende hat es heute einfach nur Spaß gemacht.« Zufrieden war aber auch Zierenberg: »Silke ist für mich nicht zu packen. Aber ich habe mir meinen Lauf gut eingeteilt und bin absolut zufrieden. Mein Schwerpunkt liegt ja inzwischen nicht nur auf Laufen, sondern auf Triathlon.«

Auf der Kurzstrecke kam es ebenfalls nicht zum Duell der Führenden. In Abwesenheit seines Vereinskollegen und Widersachers Tobias Hohmeier war der Weg zum dritten Saisonsieg frei für Vorjahressieger Philipp Peixoto Gonzales. Der 26-Jährige wies im Ziel aber nur 15 Sekunden Vorsprung auf den 33 Jahre älteren Bernd Nedderhoff von den Lübbecker Berglöwen auf. »Das war ein schwerer Lauf für mich, zumal mir Bernd immer auf den Fersen stand. Ich kann nur den Hut davor ziehen, in dem Alter noch so schnell zu sein«, so der Youngster über seinen Verfolger.

Bei den Frauen ging der Sieg über die 5,3 km an eine ehemalige Espelkamperin. Anita Neu trug als Schülerin und Jugendliche das Trikot des ATSV, geht inzwischen für den SV Brackwede an den Start und kam neun Sekunden vor der Rahdenerin Stefanie Hiller ins Ziel. Die wiederum liegt nun in der Mühlenkreisserien-Wertung in Front. Neu machte sich übrigens unmittelbar nach Beendigung des Laufs in Richtung Mittellandkanal auf, wo sie das kühlende Nass suchte.

Strecke wurde von 21.3 km auf 16 km verkürzt

Es war am Samstag der Tag der besonderen Wiedersehensmomente. Neben Anita Neu ging auch der ehemalige Espelkamper Dominik Brüske an den Start. Er war aus Hamburg in die Heimat gereist. Aus Berlin war Anna Klöpper in die Heimat gekommen. Die ehemalige Kreisrekordlerin aus Ovenstädt über die 800mwurde Vierte bei den Frauen.

Aus Oberlübbe nach Bielefeld: Jessica Volkmann von den Teilzeitläufern ging nach ihrer Teilnahme in Pr. Oldendorf beim Aueeseelauf erneut in der Mühlenkreisserie an den Start – und gewann erneut! Auf der angesichts der Temperaturen von ursprünglich 21,3 km auf 16 km verkürzten Strecke ließ sie auch der Gesamtführenden der Langstrecke, Sandra Weise vom gastgebenden ATSV keine Chance und hatte im Ziel weit über sechs Minuten (!) Vorsprung. Bei den Männern siegte in Abwesenheit des die Wertung anführenden Jan Isendahl Titelverteidiger Stephan Bretthauer aus Minden.

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