1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Espelkamp
  6. >
  7. Drei Niederschläge in nicht mal zwei Minuten

  8. >

Boxen: Christian Pawlak wird bei seinem Ausflug ins Halbschwergewicht nicht ernsthaft geprüft. Der »Champ« peilt einen Titel in der neuen Gewichtsklasse an

Drei Niederschläge in nicht mal zwei Minuten

Espelkamp/Schwanebeck  (WB). Ein Jahr lang hatte Christian Pawlak keine Ringerfahrung mehr. Endlich durfte er wieder ins Geviert – und dann war alles ganz schnell vorbei. Die Vorstellung der beiden Boxer dauerte im Volkshaus in Schwanebeck, einem kleinem Städtchen im Vorharz, länger, als der Kampf. Kaum war der Gong zur ersten Runde ertönt, da wurde sehr schnell klar, wie die Rollen verteilt würden und wer sich am Ende als Sieger würde feiern lassen dürfen. Keine zwei Zeigerumdrehungen nachdem der Ringrichter den Fight freigegeben hatte, musste er ihn auch schon beenden. Der »Champ« aus Espelkamp traf seinen 38-jährigen Gegner, den in Kiel lebenden Rumänen Mihaita Cosma, gleich in Minute eins mit einem Aufwärtshaken im Ansatz von Brust und Rippen, so dass der das erste Mal auf die Knie ging. »Ich habe ihn super und trocken getroffen«, freute sich Pawlak. Angezählt ging es für seinen klar unterlegenen Gegenüber jedoch weiter, doch kurz darauf musste er erneut mit dem Brettern Bekanntschaft machen. Nach nicht einmal zwei Minuten bedeutete Christian Pawlaks dritter Niederschlag das vorzeitige Ende: Technischer K.O in Runde eins! »Mein schnellster Knock-out«, gab der amtierende Weltmeister der WBU im Supermittelgewicht nach seinem Ausflug ins Halbschwergewicht zu Protokoll.

Volker Krusche

Während Gegner Mihaita Cosma in seine Ecke geführt wird, darf sich Christian Pawlak gemeinsam mit Matchmaker Rene Hildebrandt über seinen vorzeitigen Sieg im Halbschwergewicht freuen.

Pawlaks Gegner hatte Angst

Insgesamt waren vor ausverkauften Rängen 22 Kämpfe über die Bühne gegangen, wobei Christian Pawlak, der im vorletzten Duell in den Ring musste, lange auf seinen Einsatz warten musste. »Das zog sich ganz schön hin. Darunter leidet normalerweise die Vorbereitung.« Nicht so am Samstag, wo der Espelkamper schon vor dem Gang ins Geviert spürte, dass sein Gegner Angst vor ihm hatte. »Beim Warmmachen habe ich gemerkt, dass er die Hose schon voll hatte.« Und der Kampfverlauf bestätigte Pawlaks Eindruck. Der hatte sich im Vorfeld auch nicht auf einen Gegner vorbereiten können. »Den erfuhr ich erst in der Kabine.« Fakt war lediglich, dass sein Kampf – auch auf seinen Wunsch hin – auf acht Runden angesetzt worden war. Pech nur, dass Mihaita Cosma seiner boxerischen Qualität nicht gewachsen war. »Klar freut man sich über jeden K.o., auch darüber, dass man den Kampf so schnell für sich entscheidet. Aber nach einem Jahr Pause hätte ich gern noch etwas mehr davon gehabt«, ist Christian Pawlak ehrlich.

Kleine Gala in Espelkamp

Der will sich, da sich derzeit keine Gegner im Supermittelgewicht anbieten, die ihn um den Weltmeistergürtel herausfordern könnten, nun ein zweites Standbein im Halbschwergewicht aufbauen. Und er will nach seinem 36. Sieg im 45. Kampf, davon jetzt 24 Knock-outs, auch in der höheren Klasse seine Duftmarken setzen. »Mir schwebt vor, dass ich vor den Sommerferien noch einen Kampf bestreite. Dann auch über acht Runden, aber mit einem besseren Gegner.« Möglicherweise sollen bis zum Jahresende dann noch ein, zwei weitere Kämpfe folgen. »Ich würde gern Ende 2019, Anfang 2020 wieder in Espelkamp kämpfen.« Pawlak schwebt dabei eine kleine Box-Gala vor mit eigenem Titelkampf im Halbschwergewicht und Premierenkämpfen einiger seiner Schützlinge.

Bis dahin könnte dann möglicherweise doch Ralf Rocchigiani in seiner Ecke stehen. Dazu Christian Pawlak: »Der Kontakt ist zu ihm wieder hergestellt. Interesse scheint bei Beiden vorhanden. Ich könnte mir jedenfalls gut vorstellen, mit ihm zu arbeiten. Ich hätte schon List darauf.«

Startseite
ANZEIGE