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Landesliga: Preußen Espelkamp kassiert in Nieheim die nächste bittere Niederlage

Erst angefeindet, dann ausgezählt

Nieheim/Espelkamp (WB). »Das ist schon hart!« Tim Daseking benötigte nicht viele Worte, um seine Gefühlslage nach der 0:1 (0:0)-Niederlage beim FC Nieheim zu beschreiben. Zum zweiten Mal in der jungen Saison war der selbst ernannte Titelfavorit FC Preußen Espelkamp in der Fußball-Landesliga schwer gestrauchelt. Selbst eine frühe Rote Karte gegen Nieheims Roland Sitnikov (31.) hatte daran nichts ändern können.

Alexander Grohmann

Robin Reimer (rechts) hielt nur 17 Minuten durch. Dann musste der linke Flügelspieler mit Leistenproblemen vom Platz. Die Preußen kassierten den nächsten Tiefschlag. Foto: Grohmann

»Die Jungs haben alles reingeworfen. Daran lag’s nicht«, sagte Daseking, der die Gründe für die Niederlage woanders fand. Fußballerisch habe seine Mannschaft, ähnlich wie zum Auftakt beim FC Bad Oeynhausen, nicht die richtigen Lösungen gefunden. Dass der Favorit erneut ein Stück weit den Kopf verlor, hatte nach Ansicht des Trainers auch mit den Begleiterscheinungen zu tun.

Daseking beklagt Anti-Espelkamp-Stimmung

Nicht nur die »35 Grad, ein knüppelharter Platz und ein mega-aggressiver Gegner« (Daseking) setzten den Preußen zu. Die Espelkamper mussten erneut erfahren, was es bedeutet, in dieser Saison der von allen »Gejagte« zu sein. »Wir mussten uns auch von außen wieder viel anhören«, sagte Daseking über die feindliche Stimmung, die vor allem die jüngeren Spieler nicht unbeeindruckt lässt. »Wir müssen aber einen Weg finden, damit umzugehen.«

Fakt ist: Die Preußen, die an den 7:1-Sieg gegen den Hövelhofer SV anknüpfen wollten, hätten schnell selbst für Ruhe sorgen können. Stefan Langemann und Dominik Flaake, der für den angeschlagenen ­Henrik Bartsch (Knieprobleme) in den Sturm gerückt war, vergaben aber die Führung.

Grobe Gangart des Gegners: Islamaj verliert Zahn, Flaake hat Glück

Der FC Nieheim bekämpfte die Preußen in der Folge leidenschaftlich. Nach Dasekings Geschmack allerdings zu oft mit Tacklings jenseits des Erlaubten. Ein Indiz: Nach 15 Minuten verlor Abwehrspieler Toni Islamaj in einem Zweikampf einen Zahn, hielt aber bis zum Ende durch. Flaake musste nach einem Schlag längere Zeit am Fuß behandelt werden. Ohne Fremdeinwirkung verletzte sich derweil Robin Reimer: Der Wirbelwind auf der linken Außenbahn musste nach 17 Minuten mit Leistenproblemen vom Platz.

Rote Karte nach heftiger Attacke auf Vom Hofe

Das rüde Einsteigen der Gastgeber ahndete Schiedsrichter Lucas Krämer nur einmal konsequent: Als Roland Sitnikov nach einem Rückpass auf Nino Vom Hofe nachsetzte und dem Espelkamper Torhüter mit beiden Beinen voran in die Parade fuhr, sah der Nieheimer die Rote Karte (31.).

Mit der Überzahl konnte der Favorit aber nicht viel anfangen, lief stattdessen immer wieder in Konter. Ein Ballverlust auf der rechten Abwehrseite hatte das 1:0 durch Eduardo Filipe Domingues zur Folge (83.). Vor dem Tor waren die Preußen glücklos. Allen voran Langemann: Nach Zuspiel von Justin Manske traf der Stürmer den Ball fünf Meter vor dem Kasten mit dem Schienbein und vergab den Ausgleich (85.). Der gebrauchte Tag war perfekt. Preußen Espelkamp: Vom Hofe – K. Reimer, Islamaj, Wessel, Klostermann, Langemann, Schmidt, Heine (73. Manske), Madroch, Flaake (73. Serrone), R. Reimer (17. Freimuth, 83. Akbas).Tor: 1:0 Filipe Domingues (83.). Rote Karte: Sitnikov (Nieheim/31., grobes Foulspiel).

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