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FC Preußen Espelkamp: Ex-Trainer äußert sich zu den Vorwürfen rund um seinen Rücktritt

Lang: »Die Art und Weise ist unerträglich«

Espelkamp (WB). Alexander Lang ist keinesfalls als Lautsprecher bekannt . Während seiner Amtszeit als Trainer des FC Preußen Espelkamp konzentrierte er sich in der Regel auf das Sportliche. Daher wollte er sich eigentlich auch nicht mehr zu seinem Rücktritt äußern.

Marc Schmedtlevin

Weiterhin nachdenklich: Preußens Ex-Trainer Alexander Lang. Foto: Pollex

Doch Dr. Oliver Vogts Interview mit der LÜBBECKER KREISZEITUNG sorgte nun dafür, dass Lang noch einmal Stellung bezieht. In diesem Interview warf Präsident Vogt dem damaligen Trainer Lang vor, ihn während eines Gesprächs bezüglich öffentlicher Kritik am Verein angelogen zu haben. Lang solle alles abgestritten und ins Lächerliche gezogen haben. Dies sieht der Beschuldigte komplett anders. »Ich kann noch in den Spiegel schauen, weil ich nicht gelogen habe. Warum hätte ich das tun sollen und warum sollte ich etwas unter den Tisch fallen lassen? Ich habe mit offenem Visier agiert und angesprochen, was mir zuvor nicht gefallen hatte«, sagt Lang und fügt an: »Die Art und Weise, wie ich einer Lüge bezichtigt werde, ist unerträglich sowie moralisch und menschlich höchst verwerflich.«

Es passe aber ins Bild: »Es stellt sich die Frage, warum unser loyaler Hauptsponsor Paul Gauselmann seit zwei Jahren nicht mehr die Gespräche mit Oliver Vogt führen möchte? Und zwar aus dem Grund, dass Herrn Gauselmann die Art und Weise, wie Herr Vogt mit verdienten Trainern und Vereinsmitgliedern umgeht, sehr missfällt.«

Konflikt aufgrund von Wasserkisten

Langs Kritik habe sich unter anderem darauf bezogen, dass es der Verein erst nach acht Wochen geschafft habe, neue Trikots mit einem neuen Sponsoren-Aufdruck zu organisieren. Diese seien dann aber in falscher Ausführung gekommen und somit nicht nutzbar gewesen. Dadurch sei auch eine offizielle Mannschaftsvorstellung entfallen. Hinzu seien Konflikte aufgrund von Wasserkisten gekommen. Die Mannschaft hatte laut Lang in der Vorbereitung beinahe täglich trainiert und daher beim Vorstand eine Wasserkiste pro Einheit angefragt. Dies sei abgelehnt worden, woraufhin das Team und der Trainer selbst einkaufte. »Wir haben die Kisten in die Kabine gestellt, die waren aber plötzlich verschwunden. Oliver Vogt sagte mir: >Das ist mein Haus und ich bestimme, was hier steht und was nicht. Ich behalte mir vor, Dinge zu entsorgen, wenn es mir nicht passt.< Darüber habe ich mich in der Kabine aufgeregt.«

Daraufhin sei Lang von Vogt zu einem Gespräch vorgeladen worden. »Das Gespräch ist gar kein Gespräch gewesen, sondern ein Tribunal. Ich saß keine zwei Sekunden, da wurde ich schon angebrüllt – und das 27 Minuten lang. Ich habe auf die Uhr geschaut. Mein Redeanteil lag wohl bei zwei Prozent. Ich hätte sofort aufstehen können, habe es aber über mich ergehen lassen«, sagt Lang, der beispielsweise auch für den Zustand des Albert-Pürsten-Stadions verantwortlich gemacht worden sei. Außerdem habe man ihm Handeln gegen Absprachen bei Spielertransfers vorgehalten. Lang sei es allerdings immer um das Sportliche und den Spieler selbst gegangen: »Drei Tage vor Ende der Meldefrist sollte ich zum Beispiel einen Spieler vor die Tür setzen, mit dem schon monatelang alles geklärt war. So ein Vorgehen geht nicht, das spricht sich unglaublich schnell herum. Der Verein und auch ich wären bei der weiteren Akquise von Spielern verbrannt gewesen«, sagt Lang und fasst zusammen: »Mir wurden Dinge an den Kopf geworfen, die absolut lächerlich sind.«

Drei Mal sei ihm während des Gesprächs von Präsident Vogt mit fristloser Kündigung bei der nächsten kleinen Verfehlung gedroht worden. »Außerdem hieß es: >Wenn Uwe Korejtek hier sitzen würde, wäre der schon längst entlassen worden<«, berichtet Lang, dem die Entwicklung inklusive seines Rücktritts weiterhin weh tue: »Ich kenne einige Jungs schon seit der E-Jugend. Die Mannschaft war für mich wirklich etwas ganz Besonderes. Sie wird aber weiterhin erfolgreich sein.«

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