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Kreisjugendtag: Jan Döhnert vom FC Oppenwehe übernimmt den Ausschuss-Vorsitz

Nickel geht schweren Herzens

Espelkamp (WB). Die Augen feucht, die Stimme brüchig: Dass Jens ­Nickel der Abschied weh tut, ist beim Kreisjugendtag des Fußballkreises Lübbecke nicht zu übersehen, als er ans Mikro tritt. Drei Jahre hat Nickel das Amt des Ausschuss-Vorsitzenden mit Herzblut ausgefüllt – nun muss er vor den 45 Delegierten im Gasthaus Rose seine Abschiedsrede halten.

Alexander Grohmann

Erfolgreiche Übergabe: Jens Nickel (rechts) wünscht seinem Nachfolger Jan Döhnert im Amt des KJA-Vorsitzenden viel Erfolg. Foto: Grohmann

»Ich stehe immer zu meinem Wort«, sagte der 52-Jährige, der bei seinem Amtsantritt einst dafür plädiert hatte, dass ein KJA-Vorsitzender nicht gleichzeitig ein hohes Amt in einem Verein bekleiden sollte. Anfang März übernahm Jens Nickel nun aber den Vorsitz bei »seinem« VfB Fabbenstedt. Konsequente Folge: Er gab die Arbeit im Ausschuss auf. Der Wechsel war länger bekannt. Als Nachfolger wurde am Mittwochabend einstimmig Jan Döhnert (FC Oppenwehe) gewählt.

»Ich möchte mich bei allen meinen Mitstreitern im Ausschuss bedanken. Das ist ein Super-Team«, sagte Nickel, der auf intensive drei Jahre zurückblickte: »Wir haben bei den Treffen Einiges bis zum ­Exzess ausdiskutiert«, so der scheidende Vorsitzende mit einem Lächeln. Der »ständige Dialog mit den Vereinen« habe ihm immer besonders am Herzen gelegen.

Jugendbeirat ein Erfolg

Als eine der wichtigsten Entscheidungen bezeichnete Nickel rückblickend die Einführung des Jugendbeirats. Hier seien auch die unrühmlichen Vorfälle beim Fohlen-Cup 2017 diskutiert und Lösungen erarbeitet worden. »So wurde aus dem Turnier wieder eine problemlose und erstklassige Veranstaltung«, sagte Nickel, der mit dem KJA zudem für Transparenz stand. »Alle Posten, ob im Ausschuss oder im Mühlenkreis-Team, wurden immer öffentlich ausgeschrieben. Durch den Jugendbeirat waren die Vereine an den Entscheidungen beteiligt.«

Dass seine Arbeit geschätzt worden ist, brachte auch Karl-Heinz Eikenhorst zum Ausdruck. »Ich habe es als schade empfunden, dass Jens nicht wieder antreten wollte«, unterstrich der Vorsitzende des Lübbecker Fußballkreises, der sich bei Nickel für dessen großes Engagement bedankte: »Du hast in drei Jahren Einiges bewegt, auch mit der Truppe.«

Mit Jan Döhnert entschieden sich die Delegierten einstimmig für einen jungen Nachfolger. Der 35-Jährige hat beim FC Oppenwehe Funktionärs-Erfahrung gesammelt. »Ich war sechs Jahre Jugendobmann, habe zudem stets Nachwuchsteams betreut«, sagte Döhnert, der als Torhüter mit Oppenwehe selbst noch in der Kreisliga A auf dem Platz stand. »Als die Anfrage für das Amt kam, habe ich ein bisschen überlegt. Es ist eine ehrenvolle Aufgabe. Ich habe aber schnell gemerkt, dass wir hier eine sehr gute Truppe am Start haben. Ich habe Bock auf die Aufgabe«, sagte der »Neue«.

Zwei neue Gesichter im KJA

Döhnert greift auf ein eingespieltes Team zurück. Ralf Wilhelmy wurde bei den Wahlen als KJA-Koordinator Spielbetrieb bestätigt. Für Oliver Sander konnte mit Oliver Kramme ein neuer Talentsichter gewonnen werden. Stefan Detert (Koordinator Qualifizierung) und Hartmut Schmidt (Mädchenfußball) bleiben im Amt. Rolf Halwe (Koordinator Sportvereine/Schule/Kita) wird von Jörg Rümpel ersetzt.

Die weiteren Posten beim in Rekordtempo abgewickelten Jugendtag – nach gut 45 Minuten war der offizielle Teil auch mit Blick auf das Bayern-Spiel am Abend beendet – besetzen weiter Thorsten Bunde (Öffentlichkeitsarbeit), Rainer Kütemann (Sportbegleitende Jugendarbeit), Julia Sellenriek (Vertreterin der jüngeren Generation) und Heinz Zelle (Kreisjugendsportgericht). Zelle litt – erfreulicherweise – fast schon unter Unterbeschäftigung: »Wir hatten in drei Jahren nur 14 Fälle zu behandeln. Das haben einige Sportgerichte im Ruhrgebiet in einer Woche«, grinste er.

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