1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Espelkamp
  6. >
  7. Pause stoppt Super-Lauf von Felix Droste

  8. >

17 Tore in zehn Spielen: Chef-Knipser des VfB Fabbenstedt hat nach gebrauchtem Jahr wieder Fahrt aufgenommen – „Können bis zum Ende ganz oben mitspielen“ – Vereinswechsel ausgeschlossen

Pause stoppt Super-Lauf von Felix Droste

Espelkamp (WB). Aufhören, wenn’s am schönsten ist: Für Felix Droste ist die Corona-Pause gerade doppelt ärgerlich. Der Stürmer des VfB Fabbenstedt befindet sich nach einem verlorenen Jahr wieder in absoluter Topform und kommt nach zehn Spieltagen schon auf famose 17 Treffer. „So eine Torquote hatte ich noch nie. Im Moment läuft’s einfach“, sagt der A-Liga-Shooter, der mit dem VfB zuletzt sieben Siege am Stück feiern konnte.

Alexander Grohmann

Robust, schnell und kaum zu stoppen: Felix Droste präsentiert sich in dieser Saison wieder in absoluter Top-Form Mit seinem VfB Fabbenstedt ist der Chef-Knipser, der mit 17 Toren in zehn Spielen auftrumpfte, in der Kreisliga A bislang noch ungeschlagen. Foto: Pollex

Trübe Saison 2019/2020: erst Verletzungs-, dann Coronapause

Die Qualitäten des Stürmers sind nicht erst seit dieser Saison bekannt. Bereits zweimal konnte sich Droste die virtuelle Torjägerkanone in der Kreisliga A sichern: 2017/2018 führte er die Liste der besten Schützen mit 22 Treffern an, ein Jahr später schoss er Fabbenstedt mit 24 Toren sogar fast zum Titel. Hauchdünn verpasste der VfB damals hinter dem TuS Tengern II den Aufstieg in die Bezirksliga. „Die Vize-Meisterschaft zähle ich zu meinen bisher größten Erfolgen – neben dem Kreismeistertitel in der A-Jugend unter Malte Grabenkamp“, sagt Droste.

Fast ein Jahr war Droste weg vom Fenster, nachdem er sich am dritten Spieltag der vergangenen Saison das Innenband im rechten Knie gerissen hatte. Erst im Frühjahr stand der Chef-Knipser wieder auf dem Platz. Sein Pech: „Es war zugleich das letzte Spiel vor dem Saisonabbruch.“ Ohne Droste lief auch beim VfB nicht viel: Die Mannschaft beendete die verkürzte Spielzeit nach 17 Spielen auf Platz 14. Unter dem neuen Coach Sven Kassen präsentiert sich wieder der alte VfB – der auch dank Droste auf Erfolgskurs ist.

Hatte es schon vor der Saison geahnt: Fabbenstedts neuer Trainer Sven Kassen stellte eine 25-Tore-Prognose für Felix Droste auf. „Er hat alles, was ein Stürmer haben muss.“ Foto: Pollex

„Er hat alles, was ein Stürmer haben muss. Mann kann Felix hoch und flach anspielen, er ist extrem antrittsschnell und weiß, wie er sich in bestimmten Situationen bewegen muss. Ein bisschen erinnert er von seiner Art an Lewandowski“, sagt Sven Kassen. Ähnlich wie der ­Bayern-Star verfügt auch Droste über eine Robustheit, die es den Gegenspielern schwer macht, etwas gegen dessen Abschlüsse auszurichten. „Felix hat in der langen Fußball-Pause viel an sich gearbeitet. Ich war mir im Sommer daher sicher, dass er diese Saison auf 25 ­Tore kommen kann“, sagt Kassen. Droste bestätigt: „Wir haben uns im Spielerkreis mit gemeinsamen Workouts in Videogruppen fit gehalten, daneben habe ich selbst noch was für mich gemacht“, sagt der Bayern-Fan, der dieses Pensum auch braucht: „Ein Tag ohne Sport kommt bei mir selten vor.“

Felix Droste

Ärgerlich: Ausgerechnet jetzt, wo es für ihn und den VfB wie am Schnürchen läuft, kam es zum nächsten Corona-Cut. „Das ist blöd, gerade jetzt, wo vor der ­Winterpause noch einige schöne Brocken auf uns gewartet hätten“, hatte Droste schon voller Vorfreude auf die Vergleiche mit Alswede, Blasheim und dem SuS Holzhausen geschielt. „Es hat gerade richtig Bock gemacht.“ Nun ist stattdessen Pausieren angesagt.

Trösten kann der Angreifer sich in der Zwischenzeit mit der Tabelle: Mit 28 von 30 möglichen Punkten bewegt sich Fabbenstedt nah am Maximum. Noch besser ist nur Spitzenreiter TuS Gehlenbeck (30 Zähler). „Wir haben bisher eine überragende Hinrunde gespielt“, sagt Felix Droste, der als zentraler Stürmer im 3-4-3-System von der guten Form der gesamten Mannschaft profitiert hat. „Es spielt alles eine Rolle. Jeder Einzelne ruft bei uns mehr ab als letzte Saison und ist wieder motivierter“, sagt der Teamplayer, für den auch Sven Kassen einen großen Anteil am Erfolg hat: „Er ist ein überragender Trainer.“ Interessant: Der Coach ist trotz Droste darauf bedacht, das Spiel nicht komplett auf den Mittelstürmer zuzuschneiden. „Wir müssen die Tore auf mehrere Schultern verteilen. Natürlich ist es für einen Trainer angenehm, jemanden wie Felix vorne drin zu haben. Aber er kann sich ja auch mal verletzen“, sagt Kassen.

Seit 21 Jahren schon beim VfB: „Wie eine kleine Familie“

Drostes Tor-Quote dürfte auch anderen Vereinen nicht entgangen sein. Doch ehe zum Handy gegriffen wird: Für Angebote ist der Vollstrecker nicht empfänglich. „Ich kann mir nicht vorstellen, den VfB zu verlassen“, sagt der Fußballer und nennt eine triftige Begründung: „Ich spiele in Fabbenstedt seit den Mini­kickern mit meinen besten Freunden zusammen, das Gesamtpaket passt einfach. Das ist hier wie eine kleine Familie“, schwärmt der Gestringer, der seit 1999 im Verein ist und noch nie woanders kickte.

Verantwortung-Fürsorge-Beisammensein – das sei beim VfB nicht nur ein Slogan. An Abschied denkt Droste daher auch nach 21 Jahren nicht. Platz zwei muss in Fabbenstedt zudem nicht das Ende der Fahnenstange sein. „Ich glaube schon, dass wir diese Saison bis zum Ende oben mitspielen können“, sagt der Knipser, den die Gegner auch 2021 auf der Rechnung haben sollten.

Startseite