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Fußball: Espelkamp besiegt im Finale BW Vehlage mit 3:0

Preußen gewinnen den Kreispokal

Vehlage (WB). Die Überraschungsmannschaft hat die nächste ganz große Überraschung verpasst: Der A-Ligist SC BW Vehlage musste dem FC Preußen Espelkamp im Finale des Kreispokals den Vortritt lassen. Der favorisierte Bezirksligist durfte nach einem 3:0 (2:0) den Titel bejubeln.

Marc Schmedtlevin

So sehen Sieger aus: Die Fußballer des FC Preußen Espelkamp haben beim SC BW Vehlkage den Lübbecker Kreispokal 2017 gewonnen. Foto: Marc Schmedtlevin

Die Vehlager hatten bei ihrem Heimspiel alles für eine große Pokal-Party vorbereitet – inklusive Einlauf zur Champions-League-Hymne. Die Nachbarn aus Espelkamp stellten sich aus Sicht der Gastgeber aber als Spielverderber heraus. Gewarnt durch Vehlages Halbfinal-Coup gegen Tengern gingen die Preußen die Partie sehr fokussiert an. Sie setzten von Beginn an auf ihr bekanntes Pressing und ließen den Blau-Weißen auf diese Weise keine Ruhe. Die Folge waren zahlreiche Ballverluste beim Tabellenführer der Kreisliga A. »Wir hatten am Anfang ein bisschen die Hosen voll. Mit Betreten des Platzes haben wir all unsere Vorgaben vergessen«, bemängelte Trainer Heinrich Dyck.

Pikante Final-Konstellation

Es schien, als kämen die Preußen mit der pikanten Final-Konstellation deutlich besser zurecht. Fast alle Akteure in der Vehlager Startelf – und auch Coach Dyck – hatten in der Vergangenheit schon einmal das Trikot des FC Preußen getragen. »Wir kannten die Spieler gut, das war sicherlich kein Nachteil«, sagte hinterher Espelkamps Trainer Alexander Lang.

Dessen Taktik ging schon nach neun Minuten das erste Mal auf. Nach einer nicht vollständig geklärten Standardsituation kam Daniel Kamolz aus der Drehung zum Abschluss und platzierte den Ball aus 16 Metern zum 1:0 ins Tor. Nur eine Minute später hätte Watschagan Harutjunjan direkt erhöhen können, scheiterte aber an Vehlages Christian Schmidt. Der Torhüter sollte von nun an häufiger im Mittelpunkt stehen. So auch in der 17. Minute, als er das Duell mit Daniel Penner gewann. Preuße Penner musste später noch ein Foul einstecken – von seinem Onkel Gerhard im Vehlager Dress. Ein Beispiel für die vielen Verbindungen zwischen den beiden Teams. »Das gehört dazu, wir trinken gleich ein Bier zusammen«, sagte Daniel Penner.

Kamolz erzielt Doppelpack

Dessen Team behielt die Kontrolle. Zwar kam Blau-Weiß langsam besser ins Spiel. Wenn die Gastgeber Angriffe initiierten, waren aber häufig die Abstände zwischen Mittelfeld und Angriff zu groß. Mehr als einen ersten Abschluss von Sergej Lauer (26.) hatte Vehlage deswegen erst einmal nicht zu bieten. Anders die Preußen, die in Form eines Kopfballs von Maxim Dyck gefährlich wurden (28.). In Minute 32 zielte Daniel Kamolz genauer. Nach einer Dyck-Ecke köpfte er zum 2:0 ein. Ausgerechnet Kamolz, der in der Liga bisher kaum Einsatzzeit bekam, avancierte zum Matchwinner. »Das zeichnet unseren Kader und seinen Charakter aus. Ich freue mich tierisch für ihn«, sagte Trainer Lang. Nur zwei Minuten später hätte Kamolz das dritte Tor nachlegen können, schoss aber über das Tor (34.).

Nach der Pause kam Vehlage besser zurecht, gestaltete das Endspiel offener. Dadurch wurden Strafraumszenen seltener. Den ersten Akzent setzten aber wieder die Preußen. Harutjunjan umkurvte Schmidt, traf dann aber nur den Pfosten (61.). Als Martin Neumann dann den Anschlusstreffer erzielte (70.) kam bei Vehlage noch einmal Hoffnung – für zwei Sekunden. Das Tor wurde wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt. Danach machten die Hausherren hinten auf, die Preußen konterten. Zunächst vergaben Henrik Bartsch (72.) und Tibor Sander (75.), ehe Bartsch nach Dyck-Vorlage zum 3:0 einschob (79.) und den Pokalsieg perfekt machte. »Ein großes Kompliment an das Team. Wir haben keinen Zweifel am Erfolg aufkommen lassen«, lobte Preußen-Coach Lang. So sah es auch Gegenüber Dyck: »Schade, dass uns der zweite Paukenschlag nicht gelungen ist, Preußens Sieg ist aber klar verdient.« So stiegen die Pokal-Partys in Vehlage und Espelkamp.

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