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Espelkamper Fußball-Landesligist verpflichtet Stefan Langemann vom SC Verl

Preußen-Vision: »Mindestens Oberliga«

Espelkamp (WB). Es war kein Zufall, dass er beim Schuster-Cup in Hüllhorst mitten im Preußen-Block saß. Nun ist klar: Stefan Langemann, Regionalliga-Fußballer vom SC Verl, wird die Espelkamper ab sofort verstärken. Außerdem verlängerten die Adlerträger mit Abwehrchef Michael Wessel bis 2021. Das werden aber längst nicht die letzten guten Nachrichten des Landesligisten sein.

Volker Krusche

Stolz präsentiert Sponsor Paul Gauselmann in Anwesenheit von Preußen-Trainer Tim Daseking (links), Präsident Hendrik Wiegmann (Zweiter von rechts) und Vize-Präsident Mario Warkentin Espelkamps Neuzugang Stefan Langemann, der vom Regionalligiost SC Verl zu den Espelkamper stößt und in der Rückrunde schon spielen soll. Foto:

Der Weg der Preußen in höhere Regionen dürfte gemeinsam mit den bisherigen Neuzugängen vorgezeichnet sein- Der Zug nach oben nimmt jedenfalls mehr und mehr an Fahrt auf. Die Verpflichtung Langemanns und den bereits feststehenden Sommer-Zugängen Robin Reimer (SV Rödinghausen U23), Kevin Reimer (FC Bad Oeynhausen), Dominik Flaake (SV Eidinghausen-Werste) sowie Bennet Heine (SV Rödinghausen U23) werden definitiv nicht die letzten Verstärkungen sein. »Ich denke, dass wir in ein, zwei Tagen neue Nachrichten haben werden.« Und damit meinte Trainer Tim Daseking nicht etwa die Einigung mit weiteren Spielern seines aktuellen Kaders. Drei Torhüter (hier steht bislang nur Till Wriedt fest) und 20 Feldspieler, davon sieben für die Abwehr, neun fürs Mittelfeld und vier für den Angriff sowie drei Perspektivspieler aus dem Kader der U19, soll das Team für die Saison 2019/2020 umfassen.

Die Visionen der Preußen sind klar gezeichnet: »Unser Ziel ist es eine junge, dynamische, talentierte und erfolgreiche Mannschaft zu entwickeln, die Vorbild, Ziel und Anreiz für den Nachwuchs ist und perspektivisch mindestens Oberliga spielt«, umschreibt Daseking die Ausrichtung für die Zukunft. Aktuelle Spieler, externe Neuzugänge, eigene Nachwuchsspieler und Perspektivspieler – so sieht die Preußen-Mischung aus.

Konzeptionelle Verzahnung

Hierfür habe man eine konzeptionelle Verzahnung der U19, 2. Mannschaft und 1. Mannschaft geplant, die auch den Aufbau einer U23 als 2. Mannschaft beinhaltet. »Es gilt Perspektiven für unsere Toptalente und Topspieler zu schaffen«, betont der FCP-Coach.

Doch Daseking wie auch Präsident Hendrik Wiegmann und seinem Vize Mario Warketin ist es mit Blick auf die Ziele in 2019 wichtig, neben der sportlichen Entwicklung des Leistungsbereichs und dem Ausbau der Nachwuchsarbeit den Fokus auch auf die Förderung der Gemeinschaft und der Stärkung des Breitensportgedankens zu setzen. Dazu gehört die für die Rückrunde gemeldete 3. Mannschaft und eine »wiederbelebte« Altliga. »Wir dürfen und werden unsere Basis nicht vergessen«, verspricht Hendrik Wiegmann.

Die Tournee durch Ostwestfalen geht für Stefan Langemann also weiter. Nach seinen Jugendstationen Rehme und Eidinghausen (zwischenzeitlich noch Bückeburg) und einem Abstecher zu den Sportfreunden Lotte, trug der 28-jährige Linksfuß bis zum heutigen Tag das Trikot aller regionalen Topmannschaften, vom SC Herford über Arminia Bielefeld I und II, den SC Wiedenbrück, SV Rödinghausen und schließlich SC Verl. 2011 lernte der damals 21-Jährige auch seinen künftigen Trainer Tim Daseking kennen, der ihn dreieinhalb Jahre später nach Rödinghausen holte, wo Langemann auch das Gros seiner 109 bisherigen Regionalligaspiele (89) bestritt. »Wenn man es genau nimmt, habe ich von der Kreisliga bis zur 3. Liga schon überall gespielt«, sagt der heimatverbundene Bad Oeynhausener, der zuletzt als Mittelstürmer agierte. »Am liebsten spiele ich aber auf Linksaußen«, betont er.

Aufstieg in die 2. Bundesliga

Bereits am Montag hatte sein Verler Coach Guerino Capretti Langemanns Abschied (»Sein berufliches Angebot gehört in die Kategorie einmalige Chance«) kundgetan. Der Spieler wird künftig als Sportökonom für die Espelkamper Gauselmann-Gruppe tätig werden. »Wir wollten Stefan für seine berufliche Zukunft natürlich keine Steine in den Weg legen«, sagt Capretti, der Langemann »fußballerische und charakterlich als Verlust« wertet. »Er hat gut zu uns gepasst.«

Die Karriere des 28-Jährigen war bislang nicht nur von Sonnentagen geprägt. Schwere Verletzungen zwangen ihn gerade während seiner Zeit in Lotte und Wiedenbrück zu langen Zwangspausen.

Sportliche Höhepunkte waren sein Drittliga-Debüt im Bielefelder Trikot am 24. März 2012 beim 1. FC Heidenheim und der Aufstieg mit den Arminen am Ende der Saison 2012/2013.

»Stefan und ich kennen uns schon aus Zeiten bei Arminia Bielefeld und aus Rödinghausen. In Espelkamp kann er nun private, berufliche und sportliche Dinge optimal miteinander verbinden. Wir danken Herrn Gauselmann, dass er uns diesen Winterwechsel ermöglich hat«, betont Tim Daseking. Langemann selbst freut sich auf das Projekt »Espelkamp«, dass er als spannend ansieht. »Ich habe das Gefühl, dass hier etwas ganz Großes entsteht., was in unserer Region alles andere als alltäglich ist. Mit diesem Schritt habe ich mich für meine berufliche Ausrichtung entschieden, nachdem ich zehn Jahre lang mein Geld mit dem Fußball verdient habe.«

Fast alle Spieler wieder fit

Bekannt gegeben wurde auch, dass Michael Wessel seinen im Sommer auslaufenden Ein-Jahres-Vertrag bis 2020 verlängert hat. »Michael ist absoluter Leistungsträger und aktuell unumstritten unser wichtigster Mann. Von daher freuen wir uns über die Zusage für nächsten zwei Jahre«, so Daseking. Wessel selbst sagt: »Ich fühle mich hier einfach wohl.«

Mit Blick auf die zweite Saisonhälfte ist Vize-Präsident Mario Warketin zuversichtlich: »Neben Stefan Langemann haben wir mit Sven Redetzky und Daniel Penner ja eigentlich zwei Neuzugänge an Bord, die nach langen Verletzungen zurückkehren. Aber auch Tony Islamaj und Lino Salle waren zuletzt ausgefallen.« Außer Haktan Kelkit (Kreuzbandriss) und Luca Steinhoff (Schambeinentzündung) stünden damit wieder fast alle Spieler des Kaders zur Verfügung. Zu steten Verbesserung beitragen soll Philipp Rutenkröger. »Mit unserem Physiotherapeuten und Athletiktrainer haben wir viele individuelle Trainingspläne und eine entsprechende Leistungsdiagniostik ausgearbeitet, die unseren Leistungsbereich inhaltlich weiter verbessern soll«, freut sich Trainer Tim Daseking. Der Weg nach oben scheint bereitet.

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