Fußball-Bezirksliga: TuS Tengern II verjüngt seinen Kader

Aufbruch zum Umbruch

Tengern

Aufbruch zum Umbruch: Fußball-Bezirksligist TuS Tengern II hat sich für die neue Saison breiter aufgestellt. In fast allen Mannschaftsteilen hat die Westfalenliga-Reserve teils namhafte Neuzugänge zu verzeichnen.

Ingo Notz

Wechselt vom SV Schnathorst in die Bezirksliga-Mannschaft des TuS Tengern: Justus Maschmeier (links). Foto: Stefan Pollex

Neben dem langjährigen Leistungsträger Timo Nuyken, der den TuS Tengern Richtung TuRa Löhne verlassen wird, in der abgebrochenen Saison aber schon zum Kader der Westfalenliga-Mannschaft des TuS zählte, gibt es für die Reserve am Saisonende nur einen echten Abgang. Patrick Knappmeyer wechselt über den Wiehen und tritt beim FC Lübbecke seinen ersten Trainerjob an. „Für ihn ist das eine super Sache als Einstieg, ich traue ihm das richtig zu und wünsche ihm alles Gute“, zeigte Trainer Jörn Paulsen Verständnis für die Entscheidung seines Edeljokers, der mit 34 Jahren zu den ältesten Spielern im Kleeblatt-Kader gehörte. Ein interner Abgang wird Clemens Rohleder sein, der sich in der dritten Mannschaft in der Kreisliga B mehr Spielpraxis erhofft als in der Bezirksliga. „Er ist damit ja aber auch nicht aus der Welt“, hält Jörn Paulsen dem Studenten die Tür zur Bezirksliga weiter auf.

Jörn Paulsen (Trainer TuS Tengern II)

Sehr gut aufgestellt sind die Tengeraner in der neuen Spielzeit zwischen den Pfosten: Mit gleich drei Torhütern startet der Bezirksligist in die Vorbereitung: Carl Heusener rutscht nach dem Transfer von Daniel Gedert vom FC Preußen Espelkamp nach Tengern aus der Westfalenliga-Mannschaft in die Reserve. Dort wird er mit Dennis Schmidt und Oliver Korejtek um den Status der Nummer eins kämpfen. „Das ist eine Luxussituation“, weiß der ehemalige Torhüter Jörn Paulsen die Auswahl zu schätzen. Ebenfalls aus der eigenen Ersten kommt Alexander Borchard in den Kader der Reserve: Der Blasheimer musste verletzungsbedingt in den vergangenen zwei Spielzeiten oft pausieren und soll nun in der Bezirksliga behutsam aufgebaut werden: „Mit der Qualität, die er hat, steht er bei uns nicht so unter Druck. Für uns ist er natürlich enorm wichtig“, sieht Paulsen die Entscheidung als Gewinn für Spieler und Mannschaft. Nachdem Borchard in der Ersten meist in der Defensive eingesetzt worden ist, dürfte er in der Bezirksliga wieder häufiger in der Offensive zu finden sein.

Jörn Paulsen

Im Bereich Spielgestaltung stellt sich der TuS auch im Zentrum kreativer auf: Justus Maschmeier verlässt das Projekt SV Schnathorst nach nur einem Jahr wieder und versucht es noch einmal im überkreislichen Fußball. Der Hüllhorster steht damit wie viele andere auch für den Weg von Fußball-Obmann Gerd Hartmann, der vor allem auf junge Talente aus dem Tengeraner Umfeld setzt. „Justus hatte ich schon früher auf dem Zettel, er ist ein richtig guter Zocker“, freut sich Jörn Paulsen, dass der Transfer des Hüllhorster Talents diesmal geklappt hat: „Uns ist es wichtig, dass wir junge Spieler aus der Umgebung kriegen, da passt Justus 100-prozentig dazu!“

Ein hoffnungsvolles Talent aus der A-Jugend der JSG Blasheim-Lübbecke ist Fynn Kahler: Der Ur-Tengeraner will es nach Stationen in Mennighüffen und bei der JSG in Blasheim und Lübbecke nun wieder bei den Kleeblättern wissen. Ähnliches gilt auch für Arlind Suca: Der Hüllhorster mit Landesliga-Erfahrung aus dem Meller Jugendbereich war im Winter nach Lübbecke/Blasheim gewechselt, kam dort wegen des Saisonabbruchs aber nicht zum Einsatz. Der Offensivspieler sorgt für eine weitere Verjüngung des Kleeblatt-Kaders.

Jörn Paulsen

Ein „interner Neuzugang“ soll Max Rahmöller werden, der seine Fortbildung bei der Polizei in Duisburg abgeschlossen hat und künftig wieder regelmäßiger zur Verfügung steht als in den vergangenen Jahren. Ganz neu beim TuS Tengern ist ein Neuzugang vom TuS Lahde/Quetzen: Mit Leon Paulsen kommt der Trainersohn nun auch zum TuS Tengern. Der variabel offensiv wie defensiv auf den Außenbahnen einsetzbare 19-Jährige studiert bei der Polizei in Duisburg, ist aber an Wochenenden zuhause in Minden und könnte dem TuS so ebenfalls wertvolle Dienste leisten: „Wenn er will, kann er zu einer Verstärkung werden, schauen wir mal, wie ehrgeizig er ist. Wenn er richtig will, können wir ihn gut gebrauchen“, ist sein Vater und Trainer sicher.

Jörn Paulsen

Damit planen die Tengeraner nach derzeitigem Stand mit einem 22er-Kader für die neue Spielzeit in der Bezirksliga. „Stand jetzt bin ich zufrieden“, freut sich Jörn Paulsen über die größeren personellen Möglichkeiten im Vergleich zur aktuellen Abbruch-Saison und erklärt die Umbaumaßnahmen in der Reserve mit einem Augenzwinkern: „Nachdem wir zuletzt zweimal in überragender Manier die Klasse gehalten haben, wollten wir den Kader verbreitern und verjüngen. Damit haben wir jede Position gut besetzt“, lediglich ein zweiter klassischer Mittelstürmer der Klasse eines Florian Hartmanns fehlt aktuell noch im Kader. „Wir haben es versucht, aber das war uns leider nicht vergönnt“, konnte Paulsen auch nicht jeden Transferwunsch in die Tat umsetzen. Allerdings könnte sich vielleicht doch noch etwas tun: Vielleicht ergibt sich auch noch etwas“, will der Trainer eine weitere Verstärkung nicht komplett ausschließen. Ein weiterer Neuzugang bereichert den TuS künftig im Trainerteam: Andreas Wochmin: Der frühere Bezirksliga-Spieler des SC Vlotho musste, damals noch unter dem anschließend auch in Tengern aktiven Trainer Olaf Sieweke, nach zwei Kreuzbandrissen seine aktive Karriere früh beenden. Zuletzt war der Löhner als Trainer beim A-Ligisten FC Herford aktiv. Zusammen mit Physiotherapeut Michael Scholz komplettiert Wochmin nun das Tengeraner Trainer- und Funktionsteam und ist damit Teil des Aufbruchs zum Umbruch.

Setzt auf eine breitere Bank als zuletzt: Tengerns Trainer Jörn Paulsen. Foto: Ingo Notz
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