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Tengern scheidet nach 0:3 gegen Haltern am See aus.

Der Schiri wird zum Buhmann

Hüllhorst-Tengern  (WB). 0:3 (0:1) gegen Fußball-Regionalligist TuS Haltern am See. Der TuS Tengern ist in der 2. Runde aus dem Westfalenpokal ausgeschieden. Eigentlich nichts Unerwartetes. Eigentlich. Die Kleeblätter waren aber drauf und dran, dem Favoriten in die Suppe zu spucken. Wenn da aus Sicht von Zuschauern, Spielern und vor allen Dingen des Trainers nicht der Schiedsrichter gewesen wäre. In dem sahen alle nämlich den entscheidenden Faktor für die Niederlage. Olaf Sieweke: »Ich bedanke mich bei Herrn Tiemann für das Ausscheiden!«

Dicke Luft vor dem Tor des Regionalligisten. Gastgeber TuS Tengern boten sich gleich mehrere gute Chancen, wie hier durch Lukasz Grzegorczyk. Foto: Volker Krusche

Dem Unparteiischen kam in einem echten Pokalfight, in dem der Underdog zu keinem Zeitpunkt zurücksteckte und bis zum 0:2 sogar ein deutliches Chancenplus vorweisen konnte, eine, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle zu. Handelfmeter ja oder nein. Das ist genau jene Frage, die die Gemüter der Fußballfans aktuell erhitzt. Und das nicht nur, wenn der FC Bayern oder Werder Bremen spielen. Auch in anderen Klassen wird die Anwendung der Regel kontrovers diskutiert. Wenn aber ein Spieler aus kürzester Distanz (nicht mal ein Meter) den Ball an die Brust geschossen bekommt, von wo er ihm an den angelegten Arm springt, dann darf sich eigentlich kein Unparteiischer zu einem folgenschweren Pfiff hinreißen lassen. Das machte auch Tengerns Coach mehr als deutlich, als Herr Tiemann eine Aktion von TuS-Innenverteidiger Wojtek Kosecki als strafstoßwürdig empfand und dem Favoriten aus Sicht der Hausherren die Führung schenkte. Denn Ilias Anan ließ sich diese Chance in der 20. Minute nicht entgehen. Kosecki verstand die Welt nicht mehr. »Was soll ich denn tun, wo soll ich mit den Händen hin? Die Distanz, aus der der Schuss kommt, ist einfach zu kurz, um die Hände hinter dem Rücken falten zu können.« Olaf Sieweke war nach dem Pfiff hingegen nicht mal mit dem Lasso einzufangen. »Das ist einfach nur unglaublich. Was macht man hier mit uns?«

Tengern mit mehr Chancen

Aber die Entscheidung stand, wurde trotz nochmaliger Rücksprache mit dem Assistenten, der viel häufig ein Abseits sah, wo keines war, nicht zurückgenommen. Sie machte den Gastgebern faktisch das Spiel kaputt, denn bis zu diesem Zeitpunkt musste Keeper Alexander Fischer kaum eingreifen, lediglich zweimal. Die Mehrzahl an klaren Chancen lag jedoch beim TuS Tengern. Zweimal hatte allein Waldemar Jurez die Führung auf dem Fuß, verzog allerdings. Lukasz Grzegorczyks Schuss wurde im letzten Moment abgefälscht und Maxi Schwiers Abschluss geblockt. Gegen einen klassenhöheren Gegner muss so was schon mal genutzt werden, will man die Überraschung schaffen. Coach Sieweke hatte sich allerdings auch nach 35 Minuten immer noch nicht beruhigt und wurde vom Schiedsrichter ermahnt. »Ist ja schon gut, ich bin ja jetzt still«, entgegnete er dem Spielleiter.

Am Auftritt seiner Mannen durfte sich Sieweke trotzdem erfreuen. Insbesondere über die linke Seite war Haltern immer wieder verwundbar, hatte sowohl mit »Macke« Giersdorff als auch mit Pawel Zieba große Probleme.

Als dann kurz vor der Pause eine Gästespieler am Tengerner Sechzehner den Ball an den Arm bekam und Schiri Tiemann pfiff, brach das ganze Stadion in Jubel aus. Es war Zündstoff in der Partie – und daran hatte der Unparteiische unbestritten seinen Anteil.

Team neu eingeschworen

In der Pause schwor Olaf Sieweke seine Mannen neu ein. »Ich hab ihnen gesagt: Machen wir das 1:1, dann gewinnen wir auch.« Und die heimische Elf war in der Folge genau diesem Resultat näher, als Haltern dem zweiten Tor. Bis in die Schlussphase hinein registrierte man beim Gast nur eine, allerdings klare Torchance, die Fischer jedoch zunichte machte. Tengern hingegen kämpfte leidenschaftlich, hatte bei seinen Abschlüssen nach Kontern aber kein Glück. Erst verzog Richard Urban, dann kam Jurez nach einer Stühmeier-Flanke um Bruchteile zu spät und setzte der eingewechselte Felix Kammann den Ball aus 14 Metern am Kasten vorbei. Der Regionalligist zeigte sich zumindest kaltschnäuzig. Einen Freistoß von Halblinks haute Stefan Oerterer elf Minuten vor Ende zum 2:0 in Fischers Maschen. Und als wäre dieses Ergebnis ohnehin nicht schon zu hoch, legte Marvin Möllers fünf Minuten später zum Endstand nach. Ein Ergebnis, das den Spielverlauf in keinster Weise widerspiegelt.

»Wir können den Platz hocherhobenen Hauptes verlassen, haben uns nichts vorzuwerfen. Bitter, dass man so in Rückstand gerät. Aber wir kennen den Herrn ja. Er hatte nicht das Niveau, ein solches Spiel zu leiten! Wir waren auf dem Platz eine Supereinheit. Und ich habe keinen Klassenunterschied ausmachen können.«

TuS Tengern : Fischer; Kosecki, Stühmeier, Giersdorff, Grzegorczyk, Bley, Schwier (55. Kammann), Jurez, Kassebaum (73. Erdelt), Urban, Zieba (81. Scholz) Tore : 0:1 Ilias Anan, Handelfmeter (20.), 0:2 Stefan Oerterer (79.), 0:3 Marvin Möllers (84.)

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