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Terra-Cup: Der Underdog überzeugt vor allen Dingen spielerisch

Wehe macht einfach Spaß

Hüllhorst (WB). Mit der Pokalvergabe hatten sie erwartungsgemäß nichts zu tun. Die Visitenkarte, die sie allerdings im Verlauf des zweitägigen Handballturniers um den Terra-Cup abgaben, konnten sich für die heimischen Vertreter in der Hüllhorster Sporthalle durchaus sehen lassen. Das trifft in besonderem Maße auf die Landesliga-Damen des TuS SW Wehe zu.

Volker Krusche

Sandrina Möll war ein steter Unruheherd in den gegnerischen Abwehrreihen. Hier lässt sie der EURo-Torhüterin keine Chance. Foto: Volker Krusche

Den Gastgeberinnen von der HSG Hüllhorst war indes deutlich anzumerken, dass sie aufgrund der Abgänge von Nina Kuhlmann, Silke Poggemöller und Anna Lena Schröder sowie der Babypause von Torjägerin Susann Grüning vor einer Saison des Umbruchs stehen. Neu-Trainer Björn Blomenkamp, der die Nachfolge von Christian Wiechert antrat, ist jedenfalls nicht um seinen Job zu beneiden. Es fehlt dem neuen Kader die Erfahrung der Abgänge, außerdem die Körperlichkeit – und aktuell auch noch die Eingespieltheit. »Man kann es ja deutlich sehen, wir müssen in den ausstehenden drei Wochen bis Saisonbeginn noch viel tun. Die Vorbereitung lief personell durch Urlaub nicht wie erhofft«, so Blomenkamp.

Offensive Abwehr erforderlich

Das war dann auch im ersten Turnierspiel gegen den Altkreisnachbarn aus Wehe zu sehen. Während der Gegner auf ein – wenn auch noch nicht komplettes – eingespieltes Team zurückgreifen konnte, stotterte der Motor bei den Hüllhorsterinnen zwischenzeitlich doch kräftig. »Man darf nicht vergessen, dass unsere Abwehr durch die Abgänge auseinandergerissen wurde und wir statt der 6:0 aufgrund fehlender Körperlichkeit nun die offensivere 3:2:1-Variante üben müssen.« Und vorn fehlt nun mal eine Susann Grüning. »Wir hoffen ja, dass sie vielleicht zur Rückserie wieder dabei ist«, so Björn Blomenkamp.

Der musste mit ansehen, wie seine Mädel zwar ordentlich starteten, Wehe nach der Hälfte der 30-minütigen Turnier-Spielzeit das Ruder aber herumreißen konnte und sich mehr und mehr absetzte. Am Ende unterlag Hüllhorst zwar nur mit 12:13, Wehe war aber dennoch der verdiente Sieger.

Im zweiten Spiel hatte es die HSG mit Oberligist HSG EURo zu tun. Nachdem man die Anfangsphase völlig verschlief und über 0:4 schon mit 1:6 hinten lag, bewiesen die Schützlinge von Coach Blomenkamp jedoch Moral und starteten eine Aufholjagd. Die führte dazu, dass man sogar drauf und dran war, das Spiel noch zu drehen. »Am Ende lief uns aber die Zeit weg.« So retteten die Bredemeier-Damen einen knappen 17:16-Erfolg über die Ziellinie.

10:6-Führung gegen EURo

Lange Zeit sah es im dritten Spiel der Gruppe A danach aus, als würde der TuS SW Wehe auch gegen die zwei Klassen höher spielende HSG EURo gewinnen können. Im Gegensatz zum Gegner wusste man spielerisch absolut zu überzeugen und stellte den Oberligisten durch gut vorgetragene Konzeptionen immer wieder vor Probleme. Beim 8:4 und 10:6 waren die Schützlinge von Neu-Trainer Benjamin Grohmann deutlich vorn. Doch der Gegner packte nun in der Abwehr besser zu und nutzte Ballverluste zu einfachen Kontertoren, so dass er dank eines 6:0-Laufs auf 12:10 vorbeizog und sich schließlich vom 14:13 entscheidend auf 17:13 absetzte. Am Ende siegte Unterlübbe mit 19:15 und schloss die Gruppenphase als Sieger vor Wehe und Hüllhorst ab.

TuS-Trainer Grohmann war ungeachtet des Ergebnisses sehr zufrieden. »Es läuft gut in der Vorbereitung. Die Abläufe funktionieren gut. Man merkt deutlich, dass die Mannschaft schon ewig zusammenspielt und von Harald Bruhn im Nachwuchsbereich und Armin Hensel bei den Senioren optimal ausgebildet wurde«, hatte der Coach viel Lob für jene, die diesem Team ihr Gesicht gegeben haben. »Ich denke, dass wir uns am Samstag als Außenseiter gut präsentiert haben.« Aber was gelte es noch zu verbessern? »Nicht viel. Ich will der Mannschaft als neuer Trainer aber noch andere Impulse geben.« In der Gruppe A waren die Schwarz-Weißen auf jeden Fall das spielstärkste Team.

Barnstorf sagt Spiel um Platz fünf ab

Im Gegensatz zu den Hüllhorsterinnen erreichte Wehe die Überkreuzrunde. Die HSG hätte das Spiel um Platz fünf bestreiten sollen, doch das fiel aus, weil der TuS Barnstorf-Diepholz darauf verzichtet hatte. So spielte das Gastgeberteam kurzerhand gegen die eigene Zweite. Nach relativ ausgeglichener erster Hälfte (13:9) ging das Duell Blomenkamp gegen Blomenkamp zwischen Björn und Tim am Ende deutlich mit 36:13 an den Verbandsligacoach.

In der Vorrundengruppe B setzte sich Oberligist ASC Dortmund nach einem 18:7-Kantersieg über Barnstorf auch gegen Ligakonkurrent HSV Minden-Nord mit 14:11 durch. Das Team aus Stemmer musste sich danach mächtig strecken, um im Turnier nicht vorzeitig die Segel streichen zu müssen und mühte sich zu einem hauchdünnen 16:15 gegen Barnstorf.

Grohmann sehr zufrieden

Im Halbfinale war Dortmund dann für die Weherinnen eine Nummer zu groß. Auch, weil man am zweiten Tag gravierende personelle Probleme hatte und nur dank des Mitwirkens der Hüllhorsterinnen Grannemann und Böhne überhaupt antreten konnte. »Sonst hätten wir absagen müssen«, so Benni Grohmann. Die körperlich deutlich stärkeren Dortmunderinnen siegten mit 27:17. Im Spiel um Platz drei ging es für Wehe gegen den HSV Minden-Nord, der gegen EURo mit 25:26 (19:19) nach Siebenmeterwerfen verloren hatte. »Wir haben ihr Tempospiel gut unterbunden und gut dagegengehalten. Es hätte letztlich vom Ergebnis durchaus enger sein können«, so Benjamin Grohmann nach der 13:20-Niederlage.

Terra-Cup-Sieger wurde der ASC Dortmund durch ein überaus deutliches 19:9 gegen EURo. Spielerin des Turniers wurde die Dortmunderin Leonie Schmitz, beste Torhüterin Lara Hunger vom HSV Minden-Nord.

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