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Hilfe in Corona-Zeiten: Drei Fußballer sorgen für neue Kommunikationswege im Verein

App ersetzt beim TuS Gehlenbeck den Flurfunk

Gehlenbeck WB

Lenard Dresing, Lukas Wittemeier und Marius Heider haben beim TuS Gehlenbeck eine Vereinsapp eingerichtet. Vor allem die jungen Vereinsmitglieder können auf diese Weise besser erreicht werden.

Frederik Kleimann

Sie gehen neue Wege: Lenard Dresing, Lukas Wittemeier und Marius Heider haben beim TuS Gehlenbeck eine App an den Start gebracht, die die gerade in Corona-Zeiten die Kommunikation im Verein vereinfachen soll. Foto: TuS Gehlenbeck

Durch die App versprechen sich die drei Fußballer, die in der ersten und zweiten Seniorenmannschaft aktiv sind, eine bessere Vermittlung von Informationen.

So sieht die Vereinsapp aus, die von den Gehlenbecker Fußballern ab sofort auch genutzt werden kann. Foto: Screenshot: WB

„Bei den jüngeren Mitgliedern finden Smartphones im Alltag mehr Verwendung als Computer. Für die Vermittlung von Informationen ist eine App, über die wir die Mitglieder mit Push-Up-Nachrichten erreichen können, deshalb besser geeignet als eine Website, Facebook oder Instagram. Der Unterschied liegt darin, dass sie automatisch informiert werden anstatt von selbst die Website des Vereins aufrufen zu müssen“, führt Dresing aus.

Ein Ziel ist es, den coronabedingten Ausfall des „Flurfunks auf dem Platz“ zu kompensieren: „Viele Informationen und Eindrücke, die unter normalen Umständen bei Spielen oder im Trainingsbetrieb mündlich übermittelt werden, sollen so verbreitet werden.“

Lenard Dresing

Dresing, Wittemeier und Heider, die bereits für die Facebook- und Instagram-Präsenz des TuS Gehlenbeck zuständig sind, meldeten sich beim „kicker“, nachdem ein Teamkollege einen Bericht über die Vereinsheim-Kampagne des Fußballmagazins gelesen und in der Gehlenbecker Whatsapp-Gruppe geteilt hatte. „Uns wurde die Möglichkeit eröffnet, ohne jegliche Vorkenntnisse eine App für iOS- und Android-Mobiltelefone auf den Weg zu bringen“, berichten die drei digitalen Pioniere. Die App ist zwar primär auf die Fußballabteilung ausgerichtet, aber auch für die anderen Sparten des Vereins gibt es interessante Inhalte. „Es gibt einen generellen Reiter des Vereins, auf dem Events verschiedener Abteilungen oder Termine wie das Sportfest zum Vereinsjubiläum bekanntgegeben werden“, erklärt das Trio.

Für vier Mannschaften der Fußballabteilung soll die App allerdings weitaus mehr bieten. A-Liga-Spieler Luka Rolfs, Silas Fleer (2. Mannschaft), Jette Bösch, Lea Mijailovic (Damenmannschaft) sowie A-Jugend-Coach Holger Langer sind die direkten Ansprechpartner*innen für die Gestalter. An Ideen für Inhalte während des Lockdowns mangelt es nicht: „Im Lockdown kann zwischen den Mannschaften ein Austausch stattfinden, der beispielsweise die Trainingsgestaltung betrifft. Mit den Ansprechpartnern und den Trainern der Teams wollen wir Texte veröffentlichen, in denen wir den bisherigen Saisonverlauf Revue passieren lassen oder Ziele äußern. Ein interessantes Beispiel liefert die Damenmannschaft mit ihrer Corona Challenge“, gibt Dresing eine Aussicht.

Die Verantwortlichen der App mussten sich aus datenschutzrechtlichen Gründen auf die vier genannten Teams beschränken: „Im Prinzip könnte jedes Team einen eigenen Bereich haben, die App ist flexibel erweiterbar. Der Aufwand, das Einverständnis aller Erziehungsberechtigten einzuholen, ist aber groß und für die Jugendtrainer wäre es eine Zumutung, sich darum kümmern zu müssen.“

Wichtig ist den Verantwortlichen, zu betonen, dass die Informationsvermittlung über die App als Ergänzung zu den gängigen Medien gedacht ist: „Wir wollen die älteren Vereinsmitglieder nicht vernachlässigen. Die Zeitung wird natürlich weiterhin informiert“, sind alle relevanten „News“ auch weiterhin in der Tagespresse zu lesen.

Abteilungsleiter Christian Lömker

Die App soll aber den internen Informationsaustausch fördern. Der TuS-Vorstand des Vereins ist überzeugt von dem Vorstoß des Trios. „Wir waren sofort überzeugt von der Idee und haben die Jungs darin bestärkt, sie umzusetzen. Es ist erfreulich, wie sich insbesondere die jüngeren Mitglieder des Vereins einbringen und dazu beitragen, dass wir uns weiterentwickeln können“, äußert sich Fußballabteilungsleiter und Vorstandsmitglied Christian Lömker.

Die drei Fußballer sind indes zuversichtlich, dass die Zeit, die sie mit ihrer neuen App lockdownbedingt überbrücken wollen, gar nicht mehr allzu lang andauert: „Wir gehen davon aus, dass im April weitergespielt wird“, sind sie optimistisch. „Es wird wärmer und die Zahlen gehen runter. Der FLVW hat sich in der vergangenen Woche getroffen, um die Eindrücke der Vereine zu sammeln. Wenn wir bis Ende April nicht auf dem Platz sind, wird es allerdings kaum möglich sein, die begonnene Saison zu Ende zu führen“, wissen sie.

App hin oder her: Gehlenbecks Trainer Ludwig Zeller hofft auf eine baldige Rückkehr auf den Platz. Foto: Stefan Pollex

Auch Ludiwg Zeller, Trainer der ersten Mannschaft, würde die Saison gerne zu Ende und den TuS Gehlenbeck in die Bezirksliga führen: „Ersteinmal ist es unser Ziel, Normalität zu erreichen und unseren Sport wieder ausüben zu können. Falls die Saison zu Ende geführt wird, wollen wir den ersten Platz verteidigen!“

Im Android Play Store kann die App unter dem Namen „TuS 1945“ gefunden werden, im iOS App Store trägt sie den Namen „Kicker Vereinsheim“. In beiden Stores ist die App und ihre Nutzung kostenlos.

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