1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Luebbecke
  6. >
  7. Auf höchstem Niveau

  8. >

Fußball: Girls-Snow-Cup namhaft besetzt – Zeichen gegen Rassismus

Auf höchstem Niveau

Lübbecke (WB). »Das Beste, was Deutschlands Mädchenfußball zu bieten hat«, lautet der Slogan des Girls-Snow-Cups, der an diesem Samstag und Sonntag zum achten Mal ausgetragen wird. Das Teilnehmerfeld schafft jedenfalls gute Voraussetzungen, um dieses große Versprechen einzuhalten. Der Nachwuchs zahlreicher Bundesligisten ist wieder in Lübbecke am Start.

Marc Schmedtlevin

Im Jahr 2018 hat die TSG 1899 Hoffenheim in Lübbecke den Titel geholt: Welches Team darf an diesem Wochenende jubeln? Foto: Notz

Mit Stolz kann Turnierinitiator Ingo Seidel vom TuS Gehlenbeck auf die Entwicklung des Turniers blicken. Schließlich ist der Girls-Snow-Cup (GSC) zu einer echten Marke im deutschen Mädchenfußball geworden – speziell natürlich in der Altersklasse der U15-Juniorinnen. Hier handelt es sich um eine inoffizielle Deutsche Meisterschaft. Ähnlich wie es der Freeway-Cup vor eineinhalb Wochen bei den U16-Junioren war.

Andere Turniere als GSC-Vorbereitung

Mittlerweile seien auch andere Hallenturniere gut aufgestellt, die Leistungsdichte und der Stellenwert des Snow-Cups seien aber weiterhin einzigartig. »Es ist so, dass manche Klubs andere Turniere als Vorbereitung für den GSC nutzen«, sagt Seidel und meint damit zum Beispiel den internationalen Wettbewerb in Wiesbaden, bei dem auch mehrere Teilnehmer von Lübbecke am Start waren. Der Sieg ging dort an die TSG 1899 Hoffenheim. Dahinter folgten der 1. FFC Frankfurt und Hannover 96. Alle drei Teams werden am Wochenende auch in der Kreissporthalle vorspielen.

Sowieso ist das Lübbecker Teilnehmerfeld wieder mit vielen großen Namen des Frauen- und Mädchenfußballs besetzt. Ganz große Veränderungen im 16er-Starterfeld gibt es nicht. »Wir haben viele Stammgäste«, stellt Seidel fest. Zu diesen gehört neben Vorjahressieger Hoffenheim auch wieder der Seriensieger 1. FC Köln. Sieben Titel wurden bisher beim GSC vergeben, sechs davon gingen an Köln (vier) und Hoffenheim (zwei). »Diese beiden Klubs zählen sicherlich auch jetzt wieder zu den Favoriten«, sagt Seidel, der aber zum Beispiel auch dem VfL Wolfsburg eine gute Rolle zutraut.

Hannover 96 feiert Premiere

Auch andere Profivereine, die aus dem Herrenbereich bekannt sind, stellen sich derzeit bei den Frauen und Mädchen breiter auf. Das beste Beispiel: Hannover 96. Dieser Klub wird in diesem Jahr seine Premiere beim Snow-Cup feiern. »Die Abteilung dort befindet sich erst seit Mitte des vergangenen Jahres im Aufbau. Die ersten Ergebnisse können sich aber sehen lassen«, berichtet Seidel. Auch der Hamburger SV mischt nach einer längeren Auszeit wieder in Lübbecke mit – ganz zur Freude von HSV-Fan Seidel: »Wir hatten in den Vorjahren immer mal wieder angefragt. Jetzt sieht sich der HSV auch wieder konkurrenzfähig.« Das wird in der Gruppe D das heimische Girls-Snow-Cup-Team – eine Mühlenkreisauswahl – testen.

Die GSC-Macher stehen allerdings nicht nur für tollen Fußball. Sie wollen in diesem Jahr auch ein solidarisches Zeichen setzen, indem sie sich mit dem Turnier an den Internationalen Wochen gegen Rassismus beteiligen. Die Teilnahme ist beispielsweise anhand eines Stempels auf jedem Turnier-Plakat zu erkennen. »Wir wissen alle, was weltweit los ist. Es geht nicht nur um die Hautfarbe, sondern auch um Nationalitäten oder Rechte der Frauen. Der GSC ist ein Multi-Kulti-Turnier mit Spielerinnen aus vielen verschiedenen Nationen. Deswegen wollen wir uns klar gegen Rassismus positionieren«, betont Seidel. Er habe im Vorfeld mit der Stiftung gegen Rassismus, die seit 2016 die Internationalen Wochen koordiniert, Kontakt aufgenommen und um eine Beteiligung gebeten. »Wir haben das Okay bekommen, obwohl die Wochen erst im März beginnen. Wir wollten unbedingt eine klare Kante zeigen«, sagt Seidel.

Startseite