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Fußball-Freeway-Cup: Berlin gewinnt das Finale gegen Mönchengladbach – mit Video

Hertha BSC baut den Rekord aus

Lübbecke (WB/tz/tip). 2006. 2007. 2008. 2012. 2020! Der Rekordsieger baut seinen Vorsprung in der ewigen Turnierwertung weiter aus: Hertha BSC Berlin hat den Freeway-Cup der besten U16-Fußball-Teams Deutschlands gewonnen. Im Endspiel besiegten die Hauptstädter in Lübbecke die jungen Fohlen der Borussia aus Mönchengladbach mit 4:1.

Hertha BSC Berlin hat zum fünften Mal den Freeway-Cup gewonnen. Foto: Ingo Notz

Das Ende deutete sich bereits am Anfang an: sowohl am Anfang des zweiten

Turniertages als auch am Anfang des Finals. Am Sonntag legten die Berliner auf ihre guten Leistungen vom Turnierauftakt noch einmal eine Schippe drauf – spätestens aber nach dem 5:3 im Viertelfinale gegen Borussia Dortmund galten die Herthaner als der Favorit auf den Titel. Der ursprüngliche Topkandidat hatte sich diesmal überraschend frühzeitig verabschiedet: Titelverteidiger 1. FC Köln verpasste den Hattrick durch eine doppelt bittere Achtelfinalniederlage. Zum einen, weil diese im Neunmeterschießen mit 5:6 denkbar knapp ausfiel – zum anderen, weil es „ausgerechnet“ gegen den Rhein-Rivalen Fortuna Düsseldorf passierte. Die Fortuna zählte als Turnierneuling zu den erfrischenden Neuerungen und hatte am Ende das Pech, schon im Halbfinale auf das beste Team des Turniers zu treffen. Im kleinen Finale gegen den VfB Stuttgart war anschließend das Feuer der Rheinländer etwas erkaltet, aber auch mit Platz vier haben die Fortunen bei ihrer erstmaligen Teilnahme einen starken Arbeitsnachweis abgeliefert.

Mühlenkreisauswahl überzeugt gegen Bundesligisten

Zwei Tage lang haben die besten deutschen Nachwuchsfußballer der Altersklasse U16 wieder einmal die Kreisssporthalle in Lübbecke zum Szene-Lokal des deutschen Hallenfußballs gemacht. Neben der individuellen Qualität der 15 Bundesliga-Nachwuchsmannschaften hat auch das Turnier 2020 seinen besonderen Reiz daraus gezogen, dass die Mühlenkreisauswahl wieder im Konzert der Großen mitmischen durfte – und sich dabei durchaus gute Noten verdiente. Dass am Ende einmal mehr im Achtelfinale, der ersten K.o.-Runde, gegen den VfL Wolfsburg die Versetzung in die nächste Runde verpasst wurde, durfte auch diesmal nicht als Enttäuschung gewertet werden.

Mit einigen guten Auftritten hatten die „Mühlis“ einen großen Anteil an der vor allem am Finaltag guten Stimmung in der Lübbecker Kreissporthalle. Auch der zweite Turnier-Gastgeber, der DSC Arminia Bielefeld, musste sich diesmal direkt nach den Gruppenspielen verabschieden, gegen den späteren Finalisten aus Mönchengladbach war beim 0:4 nicht viel zu machen. Dass die Atmosphäre im Endspiel zwischen Berlin und Mönchengladbach nicht spannungsgeladener werden konnte, lag allein an der dominanten Hertha: Drei Tore in den ersten vier Minuten ließen den Rest des Endspiels zum Schaulaufen werden, am Ende sicherten sich die Berliner mit einem 4:1-Finalerfolg einmal mehr und ebenso verdient den Wanderpokal. Zum sechsten Mal geht der Freeway-Cup in die Hauptstadt – Rekord!

Topp und Ekinci gewinnen die Spieler-Auszeichnungen

Das gibt es auch beim Freeway-Cup nicht so häufig: Der beste Scorer, also der Sieger aus den Bereichen Torjäger und Vorlagengeber, spielte in diesem Jahr nicht für einen der vier Halbfinalisten. Umso beeindruckender war die Leistung von Keke Maximilian Topp. Mit insgesamt zehn Punkten, resultierend aus sechs Toren (ebenfalls Turnierbestwert) und vier Vorlagen, holte er sich den Sieg in der Scorerwertung vor Eyüp Aydin (Bayern München), den beiden Gladbachern Timo Piel und Luis Werrmann sowie Jonah Husseck von Borussia Dortmund.

Der ehemalige Bremer Profi Finn Holsing gratulierte mit Maskottchen Müller. War der Ausgang der Scorer-Wertung für den Freeway-Cup noch eher ungewöhnlich, so gab es bei der Wahl des besten Turniertorwarts kein großes Überraschungspotenzial: Der beste Torwart stand zwischen den Pfosten des Turniersiegers Hertha BSC Berlin. Arel Ekinci ließ beim 21. Freeway-Cup so manchen gegenrischen Spieler verzweifeln, hatte im entscheidenden Moment immer wieder seine Hände oder Füße so entscheidende im Spiel, dass die „alte Dame“ aus der Hauptstadt mit zehn Gegentreffern in acht Spielen am Ende den Heinz-Dieter-Holsing-Wanderpokal mit in die Hauptstadt nehmen durfte.

Jörg Rodewald (Trainer Mühlenauswahl)

Der Frust über das Aus beim Freeway-Cup währte lediglich einen Moment. Die kurzfristige Enttäuschung über das 2:3 am Sonntag im Achtelfinale gegen den VfL Wolfsburg hatte bei der Mühlenkreisauswahl ja auch gar nichts mit der eigenen Leistung zu tun. Sie war ausschließlich mit dem Gefühl verbunden, dass es nach zwei aufregenden Turniertagen nun doch vorbei war – vorbei mit dem Erlebnis, sich vor tausenden Zuschauern präsentieren zu können, sich von der Kulisse mitreißen zu lassen und über sich hinauszuwachen.

Passé war somit auch die Gelegenheit, es als Bezirksligaakteur mit gleichaltrigen Bundesliga-, teilweise sogar mit Nationalspielern aufnehmen zu dürfen. Kurzum: Mit dem Achtelfinale endete für die „Mühlis“ ein „einmaliges Erlebnis, das die Jungs nie vergessen werden“, wie es die Trainer Jörg Rodewald und Frank Schwöppe formulierten: „Wir sind mächtig stolz auf die Jungs, und auch uns Trainern hat es natürlich Riesenspaß gemacht.“

Höhepunkt für den „Mühlis“-Kapitän Noah Wesemann und seine Mitspieler aus den Fußballkreisen Lübbecke und Minden war der Vorrundensieg am Samstag gegen RB Leipzig. Dort gerieten die ewigen Außenseiter in der sechsten Minute zwar ins Hintertreffen, drehten dann aber durch Tore von Simar Ekinci und Kaan Ata Sendurur die Partie. In der Schlussphase besorgte Ekinci mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 die Entscheidung. Anschließend stellte Trainer Rodewald ausnahmsweise mal einen Einzelnen heraus: „Unser Torwart William Repp hat uns die ganze Zeit im Rennen gehalten. Er hat ein hervorragendes Spiel gemacht.“

Noah Wesemann (Kapitän Mühlenkreisauswahl)

Es sollte jedoch der einzige Sieg für das Heimteam bleiben. Am ersten Turniertag verloren die „Mühlis“ jeweils 0:3 gegen Bayern München und Schalke 04, und auch am Sonntag im letzten Vorrundenspiel gegen Borusia Mönchengladbach stand mit 3:6 eine Niederlage mit drei Toren Differenz auf der Anzeigetafel. Das aber schmälerte den Stolz weder beim Trainergespann noch bei den Akteuren. „Wir haben echt gut gespielt – zwar nicht in allen Spielen, aber in den meisten schon“, stellte Kapitän Wesemann fest: „Wir haben alle als Team zusammengehalten, egal bei welchem Spielstand.“

Das sahen seine Trainer genauso. „Wir sind mit unseren fünf Spielen zu 100 Prozent zufrieden. Am Ende standen zwar vier Niederlagen und ein Sieg. Aber wir haben acht Tore geschossen und damit die Ausbeute des Vorjahres verachtfacht. Das ist herausragend“, betonte Rodewald. Auch am zweiten Turniertag bewiesen die „Mühlis“ erstaunliche Comebackqualitäten. Gegen Mönchengladbach lagen sie bereits 0:4 zurück, ehe die Espelkamper Kaan Ata Sendurur und Marcel Reiss sie auf 2:4 heranbrachten und die Halle zum Kochen brachte.

Gelungener Auftritt der „Mühlis“

Auch auf Gladbachs 5:2 gaben die „Mühlis“ noch eine Antwort. Kerem Gürsoy erzielte das 3:5, so dass der Bundesligist noch einmal nachlegen musste. Im Achtelfinale lief es ähnlich. Erst sorgte Sendurur mit dem 1:2 zwei Minuten vor Schluss für Hoffnung, dann Wesemann mit dem 2:3 für Begeisterung. Doch da waren nur noch neun Sekunden zu spielen. Für eine Wende kam der letzte „Mühlis“-Treffer also zu spät. Und trotzdem: „Das Wichtigste für uns ist, dass wir nie aufgesteckt haben und die Halle immer auf unsere Seite bekommen haben. Wir haben gekämpft, Tore gemacht und die Spiele offen gestaltet. Das war grandios – unabhängig von der Ergebnissen. Das war einfach toll“, bilanzierten Rodewald und Schwöppe nach gelungenen Auftritten der „Mühlis“.

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