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Trotz 18 neuer Schiedsrichter sinkt die Zahl der Unparteiischen im Mühlenkreis gegenüber dem Vorjahr von 215 auf rund 190

Keine Ein-Jahres-Fliegen

Lübbecke  (rich). Die Zahlen gehen nicht durch die Decke, doch sie steigen: Nach einem Dutzend Absolventen im vergangenen Jahr schlossen aktuell 18 neue Handballschiedsrichter ihre Prüfung erfolgreich ab und verstärken das Team im Handballkreis Minden-Lübbecke. »Der Lehrgang verlief sehr positiv, alle Anwärter haben die Prüfung bestanden«, zog Schiedsrichter-Lehrwart Frank Begemann zufrieden Bilanz.

Der Handballkreis Minden-Lübbecke verfügt nach erfolgreicher Prüfung über 18 neue Schiedsrichter. Foto: Riechmann

Drei Abendtermine und der Wochenend-Lehrgang in Nettelstedt liegen hinter den neuen Schiedsrichtern, rund 25 Unterrichtsstunden haben sie absolviert. Neben Begemann waren Michael Vogel, Vorsitzender des Kreis-Schiedsrichterausschusses, sowie als Referent Andreas Tiemann, Vizepräsident Spieltechnik im Handballverband Westfalen, beteiligt. Sie legten gemeinsam die umfassenden theoretischen Grundlagen, die den 18 Männern und Frauen das Rüstzeug für den Dienst an der Pfeife geben sollen.

Schwerpunkt Regelkunde

Begemann setzt große Hoffnungen in die Absolventen. »Das sind keine Ein-Jahres-Fliegen«, glaubt der 45-Jährige, dass die neuen Schiris dauerhaft Spiele leiten werden. Auch aus dem vergangenen Zwölfer-Jahrgang seien fast alle Unparteiischen auch in der zweiten Saison dabei.

Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt in der Regelkunde. Der Weg führt die neuen Schiedsrichter nun zunächst in den Jugendhandball. »Wir wollen das altersgerecht gestalten«, sagt Begemann. Das heißt konkret: Je jünger die Schiedsrichter, desto jünger auch die Mannschaften, deren Spiele sie leiten werden. »Dann schauen wir, wie sie sich ent­wickeln. Daraus ergibt sich dann der weitere Weg«, beschreibt Begemann eine organische Entwicklung, die auch von den Ambitionen der neuen Schiris abhängig ist. »Handball- und Lebenserfahrung spielt auch eine wichtige Rolle«, sagt der Ausbilder. Ältere Absolventen wie beispielsweise die beiden Ü40-Lehrgangssenioren Sven Sturhahn (43 Jahre) von der HSG Hüllhorst und Michael Hülshorst (44) vom TuS Wehe könnten früher auch Seniorenspiele leiten.

Begemann plant einen neuen Ausbildungsablauf. Der starre Ablauf von drei Abendschulungen und einem Wochenendlehrgang sei nicht mehr zeitgemäß, hat Begemann festgestellt. Er will mit flexibleren Zeiten die Teilnahme erleichtern und die Zahl der Teilnehmer erhöhen. »Wir denken an eine Modul-Lösung«, beschreibt er die Idee. Sechs Ausbildungsmodule sollen in zwölf über die Saison verteilten Lehrgängen angeboten werden. Die Anwärter können sich dann ihren Plan etwas individueller zusammenstellen. Bereits zur neuen Saison könnte die neue ­Variante erstmals greifen.

Mehr Handballer begeistern

Es ist auch nötig, wieder mehr Handballer für den Job an der Pfeife zu begeistern. Mit rund 190 Schiedsrichtern hat der Handballkreis einen Tiefpunkt erreicht. »Unter 200 lagen wir noch nie«, sagt Lehrwart Begemann. Im vergangenen Sommer lag die Zahl bei rund 215. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen weit über 300 Schiedsrichter für die Leitung von Handballspielen zur Verfügung standen. »Als ich vor 27 Jahren als Schiedsrichter angefangen habe, waren wir rund 350«, erinnert sich Begemann. Man bewege sich in einem kritischen Bereich, sagt er, doch er weist darauf hin, dass auch die Zahl der Mannschaften und damit die Zahl der zu leitenden Spiele stark gesunken ist. Ob die geringe Zahl an Schiedsrichtern Folgen für den Spielbetrieb haben wird, kann Begemann nicht sagen. Die Saison befinde sich noch in der Planungsphase.

Die neuen Schiedsrichter im Handballkreis: Sven Diekmann (TV Häver), Lukas Eickenjäger (TSV Hahlen), Jeremia Fadire (HCE Bad Oeynhausen), Jascha Hackmann (TuS SW Wehe), Antonia Hirt (HSV Minden-Nord), Michael Hülshorst (TuS SW Wehe), Nele Kawalerczyk (TuS Westfalia Vlotho-Uffeln), Jasper Kröger (TuS SW Wehe), Lennart Neudorf (HSV Minden-Nord), Lukas Pohl (Lit Tribe Germania), Tiara Reckweg (SV Warmsen), Hinrich Schwarze (TV Häver), Florian Stöver (HSG Hüllhorst), Sven Sturhahn (HSG Hüllhorst), Kevin Uphoff (Eintracht Oberlübbe), Dana Verbarg (SV Warmsen), Kjell Watermann (TSV Hahlen), Jule Wernich (Westfalia Vlotho-Uffeln).

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