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Fußball-Kreisliga A: Rückkehr in die Bezirksliga nach 2:1 gegen Blasheim

Tengern II: Kleeblätter im Glücksrausch

Tengern/Blasheim (WB). Mit solch einem Finale geht man in die Geschichte ein: Der TuS Tengern II hat sich gestern Nachmittag mit einem 2:1-Zittersieg gegen den BSC Blasheim vorzeitig den Kreismeistertitel und den Aufstieg in die Bezirksliga gesichert.

Ingo Notz

So jubelt ein Kreismeister: Meistertorschütze Florian Hartmann wird von seinen Teamkollegen nach dem Kunstschuss fast erdrückt. Foto: Notz

Der Siegtreffer fiel dabei, als das Spiel eigentlich schon beendet gewesen wäre. In der sechsten Minute der Nachspielzeit hatte es eigentlich auch eher nach dem Siegtreffer für Blasheim ausgesehen. Der letzte BSC Angriff wurde aber wegen einer umstrittenen Abseitsstellung abgepfiffen. Dann kam der letzte Ball nach vorne – lang und weit, allen war klar, es wird die letzte Aktion des Spiels sein.

Blasheim war zum letzten Angriff noch weit aufgerückt, entsprechend löchrig die Hintermannschaft – und ein Tengeraner hatte es gerochen. Florian Hartmann warf sich in den eigentlich nahezu unerreichbar scheinenden Ball, erwischt ihn mit den Zehenspitzen noch so eben volley in der Luft – und lenkt ihn mit seiner artistischen Einlage als Lupfer über den herausgeeilten BSC-Keeper Steffen Görl ins lange Eck.

Der Rest war eine einzige Jubeltraube vor dem Vereinsheim des TuS Tengern, wo Hartmann von seinen Mannschaftskameraden in einer Menschentraube fast erdrückt worden wäre.

Danach wurde gar nicht mehr angepfiffen – der TuS Tengern durfte den Treffer, den Sieg, den Titel und den Aufstieg gleich in einem Schwung weiterfeiern.

Perfekter Abschied für Trainerduo

Vorher hatten die Tengeraner Jungs ein Wechselbad der Gefühle hinter sich gebracht. Hartmann hatte sie mit einem schönen Flugkopfball früh in Führung gebracht (11.). Die hielt aber nur vier Minuten, denn Rico Heuchel glich mit einem Direktschuss ins kurze Eck aus (15.). Das 1:1 hatte dann bis in die Nachspielzeit Bestand – und trotzdem waren die Kleeblätter zwischendurch für 16 Minuten schon einmal Meister, als Union Varl aus einem 0:2 ein 2:2 gegen den Tabellenzweiten Preußisch Ströhen gemacht hatte.

Dann aber legte der SSV nach 70 Minuten das dritte Tor vor – und Tengern musste nachziehen, um nicht den zweiten Matchball innerhalb weniger Tage zu vergeben. Das schien nicht zu gelingen – bis sich in der sechsten Minute der Nachspielzeit Florian Hartmann in den letzten langen Ball warf und sich Sekunden später begraben ließ.

»Ich habe nicht mehr daran geglaubt«, pustete ein gleichzeitig erlöster, aber doch – nicht nur von den obligatorischen Bierduschen – mitgenommener Thorsten Schmidt in einer ersten Bilanz mit seinem Trainer-Kollegen Kai Sander durch. »Wie geil ist das denn, das ist einfach nur geil« – die zwei Meistertrainer lagen sich mit der Krönung ihres dreijährigen Schaffens bei Tengerns Reserve zum Abschied in den Armen: Dritter, Zweiter, Erster – das Duo verlässt den TuS auf dem absoluten Höhepunkt. Und geht damit in die Geschichte ein – als Kleeblätter im Glücksrausch.

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