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Zahl der Handballteams sinkt auf 282 Teams – Zunächst 305 gemeldet

Wieder ein Negativrekord

Lübbecke (WB). 305 Mannschaften waren im Handballkreis Minden-Lübbecke Anfang Mai noch für die Saison 2018/2019 gemeldet worden. Bevor der erste Pfiff ertönt, der erste Ballwechsel erfolgt, sank die Zahl der im Nachwuchs- und Seniorenbereich an den Meisterschaftsrunden beteiligten Teams aber unter die magische 300er-Marke und liegt heute bei nur noch 282 Teams.

Volker Krusche

Der Handballkreis Minden-Lübbecke verzeichnet zur neuen Saison erneut einen Negativrekord an gemeldeten Teams. Foto: Thomas F. Starke

Damit werden – vorausgesetzt es gibt keine weiteren Rückzüge und Abmeldungen – schon jetzt zehn Mannschaften weniger am Spielbetrieb teilnehmen, als noch im Vorjahr, als 292 Teams einen neuen Negativrekord darstellen. Dabei verzeichneten allein die Männer (65) und Frauen (42) schon jeweils drei Teams weniger. Die Entwicklung ist alarmierend, aber kein Einzelfall. Seit 2007 verzeichnet der Deutsche Handball-Bund einen Rückgang an Mannschaften von 19,2 Prozent, im Handballverband Schleswig-Holstein liegt die Einbuße sogar bei 28,9 Prozent – das heißt: mehr als jede vierte Mannschaft ging dort verloren.

Am stärksten macht sich die Entwicklung im männlichen- und weiblichen D-Jugend-Bereich (-21,1/-24,3%) bemerkbar.

Immer mehr Spielgemeinschaften

Vielerorts kann der Spielbetrieb schon seit geraumer Zeit nur noch über Spielgemeinschaften aufrechterhalten werden. Im Handballkreis waren in der zurückliegenden Serie 19 Vereine, aber auch 13 Spielgemeinschaften am Start.

Mit Blick auf die letzten 30 Jahre verzeichnet der Handballkreis Minden-Lübbecke, einst der größte Deutschlands (vor der Wende), einen Verlust von über 150 Teams! Das ist gegenüber der Saison 1989/90, als man noch über 435 Teams verfügte, eine Einbuße um über 35 Prozent. Eine Zahl, die in starkem Maße an einem Niedergang im Männerbereich lag. Damals waren noch 153 Teams am Spielbetrieb beteiligt, heute sind es gerade mal noch 65! Bei den Frauen sank die Zahl von 72 auf nunmehr 42. Den ersten Einbruch erlebte der Männerhandball schon 1994, als die Zahl von 150 auf 136 sank. Vier Jahre später waren es nur noch 117 – also binnen fünf Jahren 33 Teams weniger!

Die Zahl sank anschließend stetig, rückte in der Saison 2006/2007 bei nur noch 97 Teams erstmals unter die 100er-Grenze. Inzwischen sind es weitere 35 Mannschaften weniger.

Frauenbereich schon länger stabil

Dagegen präsentiert sich der Frauenhandball längst stabiler. Von 1989 bis 2001 war die Zahl von 72 auf 45 gesunken. Heute sind es mit 43 kaum weniger.

Die Gesamtzahl an Senioren- und Jugend-Mannschaften ging von 435 (1989) auf 345 (2002) zurück, stieg dann sechs Jahre später durch den Boom der Handball-Weltmeisterschaft im eigenen Land noch mal auf 397 an, unterschritt acht Jahre später (295) aber erstmals die 300er-Marke.

Die Struktur im Mühlenkreis hat sich dabei völlig verändert. Vor 30 Jahren betrug der Anteil der Senioren noch 51,7, der der Jugend 48,3 Prozent. 20 Jahre später machte der Seniorenanteil mit 35 Prozent gerade noch ein Drittel der am Spielbetrieb beteiligten Teams aus. Inzwischen liegen Männer und Frauen wieder bei knapp 39 Prozent.

Der Anteil männlicher Handballer sank von 64,1 Prozent (1989) 20 Jahre später auf 56,9 Prozent. Heute hat sich die Entwicklung längst stabilisiert, liegen die Männer bei 55 und die Frauen bei 45 Prozent.

Budde schließt Maßnahmen nicht aus

Auch im Nachwuchsbereich veränderte sich das Gesicht gravierend. 1989 machte der Anteil der A-, B- und C-Jugend (männlich und weiblich) noch 61, der der D- und E-Jugend sowie Minis 39 Prozent aus. Heute liegen die jüngeren Jahrgänge bei 54 Prozent aller gemeldeter Mannschaften.

Wolfgang Budde, stellvertretender Kreisvorsitzender und Vorsitzender der Technischen Kommission, sieht manche Handballkreise vor großen Herausforderungen. »Die Entwicklung ist überall problematisch. In Ostwestfalen stehen wir mit unseren Meldezahlen aber noch recht ordentlich da. Das ist in Südwestfalen ganz anders. Da haben die Kreise größtenteils erheblich weniger Teams als wir, kommen teilweise gerade noch über 100 Mannschaften.«

Daher schließt Budde auch Maßnahmen des Verbandes nicht aus. »Gut möglich, dass nach 20 Jahren irgendwann wieder eine Strukturreform kommt und die Zahl an Kreisen reduziert wird. Wer weiß, vielleicht wird der Handballkreis Bielefeld/Herford auch wegfallen und Bielefeld dann nach Gütersloh kommen und Herford uns zugeordnet werden.«

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