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44. Mindener Volkslauf: Halbmarathon-Sieger mit Streckenrekord

Kaschura mit Riesenvorsprung

Minden (WB). Im Mai den Heimvorteil genutzt, trumpfte Jan Kaschura (Run-Artist Holzminden) auch beim 44. Mindener Volkslauf auf und avancierte unter den 923 Finishern zum »Mann des Tages«. Grund: In 1:11:19 Stunden stellte der gebürtige Preußisch Oldendorfer einen neuen Streckenrekord im Halbmarathon auf.

Volker Krusche

Sie haben Beide gut lachen: der Hüllhorster Jan Isendahl (links) , weil er durch Platz zwei in Minden nun kurz vor dem Gesamtsieg auf der Langstrecke steht, und der gebürtige Preußisch Oldendorfer Jan Kaschura nach seinem unangefochtenen Erfolg. Foto: Volker Krusche

»Ich war angetreten, um unter einer Stunde Zwölf zu bleiben. Das war mir wichtig, und das habe ich geschafft.« Der 33-Jährige, den es beruflich nach Holzminden verschlug, war nicht zum ersten Mal im Weserstadion am Start. Vor 20 Jahren bin ich hier schon als Kind gelaufen.« Es war übrigens schon sein zweiter Sieg in der Mühlenkreisserie 2018, für die er aber nicht gemeldet ist, daher auch nicht gewertet wird. Und sein zweiter Streckenrekord, nachdem er daheim, vor der Haustür seiner Familie in Pr. Oldendorf, den dortigen Volkslauf »Rund um den Aussichtsturm« in neuer Bestzeit beendet hatte.

Und wie im Wiehengebirge, so distanzierte er auch an der Weser seine Gegnerschaft nach allen Regeln der Kunst, hatte auf Jan Isendahl von den »3 Fragezeichen« mehr als sechs Minuten Vorsprung! Dabei war der Hüllhorster im Ziel sogar begeistert: »Ich habe meine persönliche Bestzeit um zwei Minuten unterboten.« Für ihn war der zweite Platz zugleich ein weiterer, sein vierter Sieg, in der Mühlenkreisserie. »Ich werde auf jeden Fall noch in Barkhausen antreten, um dann dort den Gesamtsieg perfekt zu machen.«

Achter Gesamtsieg – erstmals vorzeitig

Das trifft auch auf Sandra Weise vom ATSV Espelkamp zu, die mit fast drei Minuten Vorsprung ebenfalls den vierten Saisonsieg auf der Langstrecke feierte. »Ich bin absolut zufrieden. Das Wetter war ideal, der Wind hielt sich in Grenzen. An der Wendemarke habe ich gesehen, dass ich einen guten Vorsprung habe.«

Zum achten Mal hat sich derweil Silke Rösener den Gesamtsieg gesichert – der dritte Titel in der Serie 1 auf der Mittelstrecke und erstmals vorzeitig. Dabei reichte ihr im eigenen Wohnzimmer ein vierter Platz, da die drei vor ihr platzierten Läuferinnen – es siegte Melanie Genrich (Brackwede) vor der ehemaligen Hillerin Jessica Volkmann (Bielefeld) und Johanna Amendt aus Minden – allesamt nicht in der Serie gewertet werden. »Ich wäre zwar gern unter 40 Minuten geblieben, aber da fehlt mir einfach noch der Trainingsumfang. Ich freue mich aber sehr über den Gesamtsieg.«

Nur für sich zum Spaß hat sich Silke Rösener auch dem Triathlon verschrieben. »Nach dem Schwimmen muss ich das Feld aber immer von hinten aufrollen.« Passend zum Triathlon auch das Geburtstagsgeschenk ihres Mannes: die Teilnahmegebühr für ein 100km-Radrennen in Berlin...

Schröder plagen muskuläre Probleme

»Ohne Training war das ganz okay.« Zufrieden sieht nach einem Sieg allerdings anders aus. Alexander Schröder (»Ich stehe morgens auf, laufe ein paar Meter, schaue, was geht, und entscheide dann, ob ich zu einem Event fahre«) hatte sich kurzfristig entschieden, seine letzte Chance bei der Mühlenkreisserie 2018 wahrzunehmen. Nachdem er schon im Vorjahr aus gesundheitlichen Gründen (Schambeinentzündung) hatte auf die Titelverteidigung verzichten müssen, wollte er sich nicht noch mal kampflos geschlagen geben. Aber die Gesundheit bereitet ihm auch 2018 Probleme. So große, dass er seit drei Monaten auf der Suche nach den Gründen ist. »Es sind unglaubliche muskuläre Schmerzen im Hüft- und Oberschenkelbereich. Schmerzen, die täglich wandern. Heute hier, morgen dort. Aber keiner findet heraus, warum.« In Köln hat sich Schröder sogar einer Laufdiagnostik unterzogen. Aber die Ursache ist weiter unbekannt.

Der im Trikot des ATSV Espelkamp startende, ansonsten für den FC Schalke 04 auflaufende Fabbenstedter kam direkt aus dem Trainingslager in den Bergen Österreichs nach Minden. »Dort bin ich zwar jeden Tag gelaufen, doch mit Laufen, wie ich es kenne, hatte das nichts zu tun.« Dennoch reichte es zum dritten Saisonsieg. Serien-Widersacher Henry Brauns kam aber nur 22 Sekunden nach ihm ins Ziel. »Derart kämpfen musste letztmalig vor vier Jahren beim Lübbecker Wartturmlauf. Das war heute das Maximum«, so Schröder. Der machte aber zugleich eine Kampfansage: »Ich möchte die Serie gern zu Ende bringen!« Und dann führt der Gesamtsieg wohl nur über ihn.

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