1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Minden
  6. >
  7. Zittern sollen andere

  8. >

GWD Minden peilt Mittelfeldplatz an – Positionsspiel verbessern

Zittern sollen andere

Minden (WB). Abstiegskampf – dieses Wort nimmt bei Handball-Bundesligist GWD Minden schon seit geraumer Zeit keiner mehr in den Mund. Ein gesicherter Rang im Mittelfeld ist inzwischen stets das erklärte Ziel. Nach zwei zwölften Plätzen in den letzten beiden Jahren könnten sich die Grün-Weißen auch in der Saison 2018/2019 damit anfreunden, wenngleich es aber durchaus etwas mehr sein dürfte.

Volker Krusche

GWD-Trainer Frank Carstens (links) und Kapitän Dalibor Doder. Foto: Volker Krusche

Das jedenfalls machten Trainer und Sportlicher Leiter der Grün-Weißen auf der gestrigen Saisoneröffnungs-Pressekonferenz unisono deutlich. »Man darf dabei aber nicht vergessen, dass Mannschaften, die hinter uns standen, gut aufgerüstet haben und mit dem Bergischen HC ein stark besetzter Aufsteiger die Liga bereichert«, führt Frank von Behren aus. »Aber klar, wir haben das Potenzial, uns weiter zu verbessern. Entsprechend haben wir uns auch verstärkt. Junge Leute zu holen birgt entweder Risiko oder eine Chance. Wir haben die Chance gesehen.«

Wirtschaftlich habe sich nichts verändert. »Wir gehen weiterhin mit einem Gesamtetat von 4,1 Millionen Euro in die Saison. Dadurch hat sich natürlich auch am Budget für den Spielerkader nichts gegenüber der Vorsaison verändert.«

Verpflichtungen für die Offensive

Coach Carstens und er machen zugleich deutlich, dass man im Vorjahr einen Umbruch begonnen und diesmal fast abgeschlossen habe. »Letztes Jahr haben uns viele Spieler verlassen, vier sind neu dazu gekommen. Mit ihnen lag unser Fokus in erster Linie auf einer Verbesserung der Defensive und des daraus resultierenden Tempospiels. Diesmal haben wir insbesondere für den Angriff nachgelegt«, so Frank Carstens.

Allen Beteiligten ist natürlich klar, dass ein solcher Umbruch Zeit braucht. Das bestätigt auch Kapitän Dalibor Doder. »Das wird schon etwas dauern.« Er selbst kümmert sich auf seiner Position um Aliaksandr Padshyvalau, kurz »Alex« gerufen. Der 22-jährige Weisrusse müsse zunächst erst mal die Sprache lernen. »Als rechte Hand des Trainers helfe ich ihm dabei. Derzeit erkläre ich ihm auf Englisch die taktischen Feinheiten eines Spielmacher bei GWD. Für mich ist er ein ambitionierter Spieler, der immer besser wird.«

Doder Lehrmeister und Übersetzer

Das sieht auch der Trainer so. »Alex besitzt sehr großes Potenzial, ist unglaublich schnell, besitzt einen guten Armzug und ist immer für besondere Momente gut.« Und seine anderen beiden Neuen? »Kevin Gulliksen ähnelt Max Staar in vielerlei Hinsicht. Kevin hat vielleicht etwas mehr Erfahrung durch die Nationalmannschaft und den Europapokal, dafür kennt Max die Liga wieder besser.« Letzterer sei nach seiner Muskelverletzung im Oberschenkel zwar noch nicht wieder bei Hundertprozent angelangt, seine Trainingsanteile würden aber immer größer, wie Frank Carstens zu berichten weiß. Bei Andreas Ce-derholm sei die Verletzung indes auskuriert. Dafür erhielt Marian Michalczik Wurfverbot für ein paar Tage. »Meine Schulter war nach einer leichten Prellung am Samstag gespritzt worden. Ich hoffe aber, dass ich beim Harting-Cup am Wochenende wieder voll dabei sein kann.«

»Eine echte Naturgewalt«

Bliebe noch der dritte Zugang – und zugleich das aktuell größte Sorgenkind : Savvas Savvas. Im Vergleich zu Marian Michalczik skizziert ihn Carstens wie folgt: »Marian ist eher ein Florettfechter, Savvas dagegen hat den Säbel in der Hand! Er verfügt über eine Dynamik, Explosivität und Wucht, wie wir sie hier noch nicht hatten. Eine echte Naturgewalt! Unsere Aufgabe ist es, seine Power auf die Straße zu bringen.«

Mit Blick auf die Ende des Monats mit einem Heimspiel gegen Meister Flensburg beginnende Saison, für das Geschäftsstellenleiterin den besten Vorverkauf seit ihres Amtsantritts verzeichnet, gelte es Schwächephasen der Abwehr zu minimieren und das Positionsspiel im Angriff zu verbessern. »Zudem verlange ich nach Ballgewinnen eine höhere Effektivität aus dem Tempospiel.«

Beim Harting-Cup erwartet er gegenüber dem Sportmenü eine Fortsetzung der Automatisierung der Abläufe. »Die Leistung gegen Hamm war ein kleiner Rückschlag, auch wenn wir bis dahin unsere Ziele erreicht haben.«

Savvas erleidet Teilriss des Kreuzbandes

Herber Rückschlag für GWD Minden. Die beim Sportmenü am Samstag im Spiel gegen Zweitligist ASV Hamm-Westfalen erlittene Verletzung von Neuzugang Savvas Savvas entpuppte sich nach einer Untersuchung bei Mannschaftsarzt Dr. Jörg Pöhlmann als Teilriss des vorderen Kreuzbandes! »Wir rechnen aktuell damit, dass er uns drei Monate fehlen wird«, erklärte der Sportliche Leiter von GWD, Frank von Behren im Gespräch mit der LÜBBECKER KREISZEITUNG. »Savvas hatte sogar heute noch ein gutes Gefühl im linken Knie, wollte sogar trainieren. Das macht uns Hoffnung, dass die Ausfallzeit nicht noch länger wird.«

In den nächsten Tagen wird der Grieche sich in die Behandlung eines Spezialisten begeben. »Er fährt zu Dr. Münch nach München. Dort wird dann über die weitere Vorgehensweise entschieden, ob reingeschaut oder die Verletzung konservativ behandelt wird.« Für den aus Hildesheim gekommenen Halblinken ist es der zweite Teilriss des Kreuzbandes in diesem Knie.

Drei Monate Zwangspause für den wurfgewaltigen Rückraumspieler würden für sein Team bedeuten, zehn Spiele ohne ihn auskommen zu müssen. An einer Neuverpflichtung ist nicht gedacht. »Wir verfügen mit Marian Michalczik, Miljan Pusica und Lukas Kister immer noch über drei Spieler auf dieser Position«, beruhigt Trainer Frank Carstens.

Startseite
ANZEIGE