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Radsport: Preußisch Oldendorfer überzeugt in Hannover

Luca Harter ist der beste Junior

Preußisch Oldendorf/Lübbecke (WB). Er rollt wieder: Beim ersten offiziellen Renneinsatz nach der Corona-Pause hat der Preußisch Oldendorfer Nationalmannschaftsfahrer Luca Harter in Hannover den zwölften Platz der Gesamtwertung aller Herren erreicht. Dabei war er der Beste seiner Junioren-Altersklasse.

Nationalmannschaftsfahrer Luca Harter hatte beim Rennen in Hannover einen ordentlichen Start in die Straßensaison. Foto: Ingo Notz

Im vergangenen Winter wurden bereits die Weichen für die heimischen Radsportler Luca Harter und Julius Dräger gestellt, in dem sie für die neue Saison Bundesliga-Teams mit sportlicher Perspektive auswählten, um einen weiteren Schritt in Richtung Eliteklasse zu gehen. Julius Dräger, der sich aktuell in Spanien auf die möglichen Rennen im Herbst vorbereitet, ist Mitglied des Rose-Teams des Landesverbandes NRW, Luca Harter fährt für das Team des Chris Froome Mannschaftsgefährten Christian Kness unter dem Namen „Team Dr. Billigmann“. Doch Corona bedingt ist bisher die gesamte Planung nicht aufgegangen, da die eingeplanten Bundesliga-Rennen und Rundfahrten bisher nicht stattfanden und man sich somit auf das Training konzentrieren musste. Der Trainingsumfang wurde daraufhin den fehlenden Wettkämpfen angepasst und betrug im Schnitt 450 bis 500 Wochenkilometer. Es fanden hierbei nicht nur Grundlagenfahrten statt, sondern die Belastungen mussten nun mit eingebaut werden, so dass sich eine bunte Trainingsmischung aus Ortsschildsprinten, Bergpassagen im Kalletal und Wiehengebirge und auch Zeitfahreinheiten im flachen Nordkreis abwechselten.

Premiere in Hannover

Um so froher waren die heimischen Rad-Asse, dass sich der Verein Blau Gelb Langenhagen kurzfristig entschlossen hat, ein Radrennen zu organisieren. Dieses wurde am vergangenen Sonntag unter hygienischen und organisatorischen Auflagen auf dem Werksgelände des Vereinssponsors „Swiss O Par“ ausgetragen. Ungewohnt distanziert war das Treffen der Fahrer, die sich ansonsten ja wöchentlich an den Rennstrecken in Deutschland sehen, quatschen und viel intensive Zeit miteinander verbringen. Schon das Abholen der Rückennummer war außergewöhnlich und mit einer Nasen-Mundmaske bekleidet liefen die Fahrer auch an bekannten Mitstreitern vorbei. Das Warmfahren wurde dann auch auf die Gegend rund um Wedemark verlegt, wo die letzten Vorbereitungen auf das Rennen auf den Wirtschaftswegen der Region durchgeführt wurden. Da sich die Strecke in einem abgezäunten Areal befand, wurden die Fahrer auch nur einzeln zu ihrem Rennen auf das Gelände gelassen und mussten sich direkt zur vorgegebenen Startmarkierung begeben.

Schnelles Rennen zum Auftakt

Das Warmfahren wurde dann auch auf die Gegend rund um Wedemark verlegt, der Start erfolgte hinter dem Führungsfahrzeug nach einer Einführungsrunde als „fliegender Start“. Luca Harter und sein Vater Sven waren beide gemeinsam im Rennen der Amateure vertreten, zu dem nur 60 Fahrer zugelassen wurden. Das Rennen begann direkt mit einer Attacke, die das Feld auf dem winkligen Kurs dann auch schnell auseinander reißen lief. Da die meisten Fahrer in den letzten Woche ausschließlich trainiert hatten, war natürlich der Kampfgeist hoch und das Rennen wurde schnell gefahren, so dass am Ende ein 46er Schnitt für die 48 Kilometer zu Buche stand.

Luca Harter rast in die Spitzengruppe

Luca Harter schaffte im ersten Drittel des Rennens den Sprung in eine fünfköpfige Spitzengruppe die sich lange aber nur mit einem knappen Vorsprung von zehn Sekunden vor dem Feld behaupten konnte. Als sich die Gruppe in der Schlussphase des Rennens nicht mehr einig mit dem Wechsel der Führungsarbeit war, kam das Feld heran und es bildete sich eine sieben Fahrer starke neue Führungsgruppe, die schließlich den Sieg unter sich aus machte. Hier gewann Julian Hellmann aus Münster, der früher bereits in der Eliteklasse ein erfolgreicher Rennfahrer war. Die Schlussglocke für das Feld auf Platz acht kam urplötzlich drei Runden vor dem eigentlichen Ende und überraschte Vater und Sohn, die sich mitten im Feld bewegten und eine gemeinsame Attacke für die Finalrunde planten. Somit musste spontan der Sprint angesetzt werden. Auf dem 800-Meter-Rundkurs war es aber nicht mehr möglich, weiter nach vorne zu kommen, so dass Luca Harter im Feld der Älteren auf Platz zwölf und als bester Junior und Sven Harter als ältester Teilnehmer auf Platz 17 durchs Ziel fuhren.

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