1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Rahden
  6. >
  7. Absprung geschafft: Früherer Varl-Keeper begeistert RW Maaslingen

  8. >

Marcel Redeker hat sich beim Fußball-Landesligisten auf Anhieb durchgesetzt – Trainer: „Er ist ein Glücksfall für uns“

Absprung geschafft: Früherer Varl-Keeper begeistert RW Maaslingen

Rahden

Jetzt oder nie! Im Sommer gab Marcel Redeker seiner Fußballkarriere einen neuen Kick. Der Torhüter von Union Varl nahm das Angebot von Rot-Weiß Maaslingen an.

Alexander Grohmann

Hat gut Lachen: Bei RW Maaslingen ist Marcel Redeker auf Anhieb zur Nummer eins aufgestiegen. Im Sommer war der Torhüter vom A-Ligisten Union Varl zum Landesligisten gewechselt. Es war bereits die vierte Anfrage der Rot-Weißen beim Keeper. Foto: Thomas Kühlmann

Landesliga statt Kreisliga A: Der Mut zur Herausforderung hat sich ausgezahlt. Bei den Rot-Weißen ist der 26-Jährige sofort zur Nummer eins aufgestiegen.

„Ich habe den Wechsel nicht bereut“, sagt Redeker über das erste halbe Jahr in neuer Umgebung, das genauso verlief, wie er sich das erträumt hatte. „In der Mannschaft habe ich mich schnell zurechtgefunden, die Jungs sind alle super-nett“, berichtet der Keeper, dem auch das neue Spiel-Level keine Probleme bereitete: „Der Eingewöhnungsprozess verlief überraschend schnell. Auch die Testspiele gegen starke Teams wie Rödinghausen II haben dazu beigetragen, dass man sich an das Niveau gewöhnen konnte“, sagt der Schlussmann.

Seit Jahren hatte sich RWM schon um die Dienste des Altkreis-Talents bemüht – und dabei einen Korb nach dem anderen kassiert. „Es war in diesem Jahr der vierte und letzte Versuch bei Marcel. Manchmal zahlt sich Hartnäckigkeit eben aus“, sagt Maaslingens Trainer Jan-Werner Schmitz, der im Nachhinein drei Kreuze macht, dass es im Sommer endlich mit dem Wechsel des Torhüters klappte. „Wir wussten, dass Marcel eine Verstärkung sein würde. Dass er aber so einschlägt, damit hatten wir nicht gerechnet. Er ist ein extremer Rückhalt für die Mannschaft und auch menschlich ein Top-Typ“, schwärmt Schmitz, der Redeker als „Glücksfall“ für RWM bezeichnet.

Erst nach reiflicher Überlegung hatte sich Redeker zum ersten Vereinswechsel seiner Laufbahn entschieden. Bis dahin hatte er schließlich nie für einen anderen Klub als Union Varl gespielt. „Ich stand schon als Kind von Anfang an im Tor. Der Dickste musste damals ja immer in den Kasten“, erinnert er sich lachend an die Anfänge.

Dass er über die Jahre zu einem Klasse-Keeper reifte, stellte er auch im neuen Dress umgehend unter Beweis: „Die Hinrunde hat richtig Bock gemacht“, sagt Redeker, der in sieben von acht Maaslinger Landesliga-Partien im Tor stand. Absprung geschafft! „Er ist auf der Linie und im Eins-gegen-Eins stark, hat auch bei hohen Bällen keine Probleme. Dazu ist Marcel mega-ehrgeizig“, lobt Schmitz die Verstärkung aus Varl.

Gut angekommen: Marcel Redeker (untere Reihe, 4. von links) hat sich bei RWM schnell akklimatisiert. Trainer Jan-Werner Schmitz (Mitte, 2. von links) hält große Stücke auf den Neuzugang. Foto: Sebastian Külbel

Kurios: Mit 26 Jahren ist Redeker – hinter Torwartroutinier Christian Backenköhler (37), mit dem er eine freundschaftliche Rivalität pflegt – einer der erfahrensten Spieler im Maaslinger Kader. „Die meisten sind bei uns zwischen 18 und 24“, sagt er über die junge Garde, die auf und neben dem Platz bestens harmoniert: „Es gab schon einige Mannschaftsabende, als das noch erlaubt war. Alle ziehen an einem Strang“, sagt Redeker.

Das schlägt sich in den Ergebnissen nieder. Nach der verkorksten Vorsaison, die für RWM nur auf Platz zwölf endete, ist der Erfolg zurückgekehrt. Der Landesligist hat erst eine Partie verloren und überwintert auf Platz drei. Redeker: „Unser Ziel ist es, im nächsten Jahr den Platz im oberen Drittel zu verteidigen.“ Auch wenn seine Verabredung mit RWM vorläufig nur bis Saisonende gilt, plant der Keeper mit einem längeren Verbleib: „Ich will auch die nächsten Jahre in Maaslingen spielen“, ist Redeker auf den Geschmack gekommen.

Bei Union Varl hat man seinen Weg in der Zwischenzeit aufmerksam verfolgt: „Ich bin ja mit einigen Spielern gut befreundet. Da gab es viel positives Feedback. Sie haben sich für mich gefreut“, berichtet Redeker, dem man den Wechsel beim A-Ligisten längst verziehen hat. Zumal eine Rückkehr nicht ausgeschlossen ist: „Klar kann ich mir das für einen späteren Zeitpunkt gut vorstellen“, sagt der Torwart, der seinem Ex-Team in dieser Saison auch schon zwei Heimspiel-Besuche abstattete. Räumlich hat sich Redeker allerdings auch privat etwas von seiner alten Wirkungsstätte entfernt: Er ist von Varl nach Wehe umgezogen. „Früher musste ich nur über die Straße gehen und war auf dem Platz“, sagt der Torwart, der 2020 ein neues Fußball-Kapitel aufgeschlagen hat.

KURZ GEFRAGT

Wie hältst du dich im Lockdown fit?

„Wenn ich im Homeoffice bin, nutze ich die Mittagspause schon einmal zum Joggen. Dazu stehen Fitness-Übungen mit dem eigenen Körpergewicht auf dem Programm. So kommt man pro Woche auf drei bis vier Einheiten.“

Was machst du sonst gegen die Lockdown-Langeweile?

„Hin und wieder zocke ich an der Playstation. Viel Langeweile kommt aber gar nicht auf. Ich bin in diesem Jahr mit meiner Freundin zusammengezogen. Die Zeit kann man jetzt gut für die Einrichtung der Wohnung nutzen.“

Stehst du häufiger am Herd als in „normalen“ Zeiten?

„Man kocht schon häufiger zuhause. Ich kann aber nicht von mir behaupten, dass ich deswegen mehr Gerichte beherrsche. Wenn ich koche, sind es meistens Nudeln.“

Podcast oder Buch?

„Da lese ich doch lieber, häufig sind es Biographien. Die über Roger Federer kann ich empfehlen. Auch wenn ich Tennis nur hin und wieder schaue, war es eine sehr interessante Lektüre.“

Startseite