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Damen des Tennisvereins motivieren sich im Lockdown auch mit Hilfe einer cleveren App

Rahdener „Weihnachtswunder“: Es muss nicht immer Wimbledon sein!

Rahden

Der Vereinswettkampf der Initiative #trotzdemSPORT ist abgeschlossen. Bis zum 31. Januar war es den Teams noch möglich, ihre Leistungen zu verbuchen und Punkte zu sammeln. Mit dabei: der TV Rahden.

Julian Gülker

Vermissen das Miteinander auf dem Tennisplatz: die Spielerinnen der ersten Damenmannschaft des TV Rahden. Foto: TV Rahden

Auch die erste Damenmannschaft des TV Rahden blieb auf den letzten Metern aktiv und hatte umständehalber ganz neue Ziele entdeckt: Es muss nicht immer Wimbledon sein!

„Gerade nach Weihnachten hat die Aktion richtig geholfen, wieder in Form zu kommen“, berichtet Alana Ruschmeier, Mannschaftsführerin der ersten Damen. Mit sechs Spielerinnen nahmen diese unter Anleitung von Teamleaderin Tina Koehler an der Initiative des LSB NRW teil: „Ich kann innerhalb eines Zeitraums Ziele für unsere Mannschaft setzen, auf dem Tennisplatz kümmert sich aber Alana um alles Wichtige. Wir haben uns zum Beispiel vorgenommen – angefangen bei 333.333 Punkten – die jeweils höhere Schnapszahl zu erreichen, ohne uns zu überanstrengen.“

Alana Ruschmeier, Mannschaftsführerin 1. Damen

Unter ihrer Führung trugen die Tennisdamen seit dem 15. Dezember ihre sportlichen Aktivitäten in der App „Teamfit“ ein. Jede erbrachte Leistung wurde dem Teamkonto – abhängig von Dauer der Einheit, Anzahl der Wiederholungen und Schwierigkeitsstufe der Übung – als Punkte- und Zeitwert angerechnet. Die App stellte eine Auswahl an Disziplinen bereit, aus der die TeilnehmerInnen des Wettkampfes wählen konnten: „Die eine Hälfte des Teams macht eher Kraftübungen mit dem eigenen Körpergewicht, die andere Hälfte läuft und wandert viel. Auch das Rudern mit dem Rudergerät ist bei uns angesagt“, berichtet Tina Koehler.

Die Platzierung spiele dabei eine eher untergeordnete Rolle, an oberster Stelle stehe der Teamgeist: „Besonders gut ist, dass wir durch die App auch neben dem Sport in Kontakt geblieben sind. Wir haben generell eine enge Verbindung im Team: Dazu gehört, dass man nach dem Training zum Quatschen zusammensitzt oder auch mal der eine oder andere Sektkorken fliegt – das fehlt im Moment natürlich völlig“, betont Alana Ruschmeier.

Auch unterm Weihnachtsbaum aktiv: Mannschaftsführerin Alana Ruschmeier. Die gemeinsamen Teamtreffen fehlen aber dennoch. Foto: TV Rahden

Obwohl das Miteinander Priorität hat, bewegte sich die Mannschaft kurz vor dem Ende des Wettkampfs am 31. Januar mit Platz 182 von 444 im oberen Mittelfeld der Punktewertung. „Einen kleinen Wettkampf gibt es schon untereinander“, gestand die Mannschaftsführerin diesbezüglich. „Wenn man den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt und sieht, dass jemand anderes schon sein Workout absolviert hat, ist die Motivation direkt da!“

Push-Nachrichten informieren sofort, wenn jemand sportlich aktiv war

„Teamfit“ ermöglicht den gegenseitigen Ansporn, indem die App die Sportlerinnen per „Push-Nachricht“ unmittelbar über die Leistungen der eigenen Teammitglieder informiert. Einwandfrei habe die App zu Beginn aber nicht funktioniert, stimmen Koehler und Ruschmeier überein. Vereinzelt seien identischen Leistungen nicht mit demselben Punktwert verrechnet worden, haben die Rahdenerinnen festgestellt, durch Updates konnte die Fehleranfälligkeit aber deutlich minimiert werden.

Insbesondere die kostenpflichtige Premium-Funktion der App traf bei den Tennisdamen auf großen Anklang. Teamleaderin Koehler nutzte die Möglichkeit, eigene Disziplinen erstellen zu können, um die Einheiten für ihre Teammitglieder abwechslungsreich zu gestalten: „Mit der Funktion kann man eigene Work-outs zusammenstellen und mit der Gruppe teilen, zu Weihnachtszeit gab es bei uns dann das Workout ‚Winter Wonderland‘.“

Janine Knost hält sich auch im Lockdown fit, hier bei der „Full Body Challenge“. Foto: TV Rahden

Gegenwärtig rechnen die Spielerinnen des TV Rahden damit, dass weder für den Tennis- noch für den gesamten Amateursport in NRW ein Trainingsbetrieb vor der Sommersaison möglich sein werde. Im Hinblick auf potenzielle Punktspiele sei regelmäßige Bewegung aber trotzdem wichtig: „Gerade weil wir im Moment nicht auf den Tennisplatz können, müssen wir uns irgendwie fit halten. Die App ist ein richtig gutes Tool, um für den Sommer, wenn es hoffentlich wieder losgeht, in Form zu bleiben“, findet Ruschmeier. „Vor der Aktion hat man natürlich auch etwas Sport getrieben – durch den Austausch mit dem Teamkameraden macht es aber wesentlich mehr Spaß.“ Auch nach Ende des Wettkampfs können die Mannschaften „Teamfit“ weiterhin nutzen, um sich auch danach weiterhin gemeinsam fit zu halten.

Die Initiative #trotzdemSPORT des LSB NRW schaffte es somit in vielerlei Hinsicht, den Teilnehmern während des Lockdowns den Alltag zu erleichtern. „Man hat auch in schweren Zeiten einen gewissen Zusammenhalt. Auch sich gegenseitig zu ‚pushen‘ und sich zusammen fit zu halten, hilft im Moment sehr“, zieht die Mannschaftsführerin ein Fazit. Nichtsdestotrotz könne ihr Team es kaum erwarten, den Schläger wieder zur Hand nehmen, um endlich wieder „ein paar Bälle zu schlagen“. Bis dahin müssen sich die Tennisdamen aber wohl noch etwas gedulden.

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