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Der VfL Frotheim arbeitet nach der langen Pause zunächst an seiner Fitness

Spaß beim Schwitzen: Fußballer trainieren mit „Riesen-Rad“ und Skateboard

Frotheim

Auch die Kicker des VfL Frotheim sind wieder im Training. Bevor der Ball ins Spiel kommt, bittet Trainer Thorsten Bunde sein Team in den zurzeit noch kontaktlosen Einheiten aber zunächst in einen selbst ausgeklügelten Fitness-Zirkel – das soll nach der langen Pause Verletzungen vorbeugen.

Alexander Grohmann

Thorsten Bunde hat gut Lachen: Der Trainer des VfL Frotheim gibt Torhüter Kevin Spilker Hilfestellung in der Beinpresse. Ein ausrangierter Traktorreifen leistet an einer von zahlreichen Stationen beim neuen Zirkeltraining des Fußball-A-Ligisten wertvolle Dienste. Foto: Alexander Grohmann

Ein Fußballer hämmert auf einen Traktorreifen ein, ein anderer rutscht auf einem Skateboard über den Boden und sogar ein Besenstil kommt zum Einsatz: Willkommen in dem etwas anderen Fitnesspark des VfL Frotheim!Den Ball haben die Spieler im Training am vergangenen Dienstag erst nach geschlagenen 45 Minuten das erste Mal am Fuß. Zuvor kommen sie im von Trainer Thorsten Bunde erdachten Fitness-Zirkel gehörig ins Schwitzen.

Der VfL-Coach hat mit Crossfit schon in seiner Zeit beim TuS Lohe (Bezirksliga) gute Erfahrungen gemacht. Nach siebenmonatiger Fußballpause greift Bunde nun auch beim A-Ligisten auf einige der Kräftigungsübungen zurück, um das Verletzungsrisiko beim Re-Start zu reduzieren.

„Wir wollen die Jungs mit Spaß und Motivation auf den Sportplatz zurückholen. Sie haben in der Zwischenzeit einiges an Muskelmasse verloren, daher halte ich es für notwendig, erst einmal körperliche Grundlagen zu schaffen, um sie auch für die fußballspezifischen Bewegungen zu schützen“, erklärt der VfL-Coach seinen Ansatz.

In Eigenregie ist beim A-Ligisten ein recht einmaliger Fitness-Park entstanden. Weil für teure Geräte auf dieser Ebene natürlich das Geld fehlt, hat Bunde Fantasie walten lassen und sich mit diversen Materialien beholfen. „Die meisten Ideen habe ich aus dem Internet.“

Das Sammelsurium an verschiedenen Gerätschaften kann sich sehen lassen: Ex-Kicker Jens Meier (TuS Tengern), Betreiber eines Öko-Bauernhofs in der Nähe des VfL-Sportplatzes, spendierte drei alte Traktorreifen, von einem Bekannten erhielt Bunde „gegen eine Kiste Bier“ zudem ein paar ausrangierte Feuerwehrschläuche. Diese werden von Bunde nun als Battle Ropes zur Stärkung der Schultermuskulatur eingesetzt.

Der größte der Treckerreifen dient beim Zirkeltraining „à la Bunde“ als Beinpresse. Die Spieler stemmen das Rad, auf dem Rücken liegend, mit den Füßen nach oben. Eine ganz schöne Kraftanstrengung, weshalb an dieser Station auch immer eine Aufsichtsperson zur Seite steht. „Das Ding ist nämlich echt schwer“, sagt Bunde über das „Riesen-Rad“.

Weh tun auch die tiefen Liegestützen oder die Bauchmuskelübung, die mit Hilfe eines Skateboards durchgeführt wird, das sich Bunde übrigens von seinem Sohn geborgt hat. Derweil hängt von der Torlatte ein Gummiband, durch das VfL-Betreuer Markus Meier einen Besenstil als Zugstange gesteckt hat. Die Spieler nehmen einfach auf einem umgedrehten Eimer Platz, um an dieser Station Arme und Schultern zu trainieren.

„Geiles Gefühl“: Kevin Spilker genießt Rückkehr ins Teamtraining

Das Zirkeltraining hinterlässt bei den Spielern seine Spuren. 30 Sekunden dauert jede Übung, die Anstrengung steht den Kickern bereits nach kurzer Zeit ins Gesicht geschrieben. Die Stimmung ist dennoch prächtig. „Es ist einfach ein super-geiles Gefühl, wieder mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen. Einige Teamkollegen hat man ja jetzt ein halbes Jahr nicht mehr gesehen“, sagt Torwart Kevin Spilker überwältigt. Die Beteiligung ist mit 17 Spielern dementsprechend hoch.

Drei Mal haben sich Frotheims A-Liga-Fußballer seit den Corona-Lockerungen nun schon auf dem Sportplatz getroffen, bislang findet das Training aber noch in kontaktloser Form statt. Zweikämpfe und Spielformen sind somit noch nicht gestattet. „Dafür bräuchte jeder Spieler einen tagesaktuellen, negativen Corona-Test. Das wollen wir demnächst aber zumindest für einen Trainingstag in der Woche organisieren“, erklärt Bunde.

Die Spieler kommen am vergangenen Dienstag trotz allem auf ihre Kosten, zumal im zweiten Teil des Trainings dann auch der Ball rollt. Dennoch: Den „Bunde-Zirkel“ werden die Fußballer nicht zum letzten Mal gespürt haben. Treckerreifen, Feuerwehrschläuche und Skateboard werden weiter gebraucht. „Das Equipment steht natürlich auch den anderen Mannschaften des Vereins zur Verfügung“, sagt „Schleifer“ Thorsten Bunde lächelnd.

Leon Griese stärkt sich in einer Trinkpause. Das Zirkeltraining verlangt Frotheims Fußballern einiges ab. Die Crossfit-Übungen sollen das Verletzungsrisiko nach der langen Corona-Pause reduzieren. Foto: Alexander Grohmann

Der Coach geht im Sommer in sein drittes Jahr beim VfL Frotheim. „Ich würde gerne mal eine Spielzeit zu Ende bringen“, scherzt Bunde, nachdem die Corona-Pandemie seine Elf in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge stoppte. In der Serie 2021/2022 nimmt er mit dem A-Ligisten einen neuen Anlauf. Eine richtige Sommerpause wird es nach der langen Unterbrechung nicht mehr geben. „Es wird nur eine kleine Unterbrechung von ein bis zwei Wochen geben, damit die Jungs vor dem Saisonstart nochmal Luft holen können“, blickt Bunde voraus.

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