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Boxen: Christian Pawlak kämpft um den UBO-WM-Titel

Titelchance zum Gold-Jubiläum

Espelkamp

Zum goldenen Jubiläum winkt der nächste goldene Gürtel für einen WM-Titel: Profiboxer Christian Pawlak kämpft an diesem Samstag um seine nächste internationale Auszeichnung. In Warendorf geht es im 50. Profikampf des 41-jährigen Espelkampers um den WM-Titel des Verbandes UBO im Halbschwergewicht.

Von Ingo Notz    

Erstmals tritt Christian Pawlak zu einem Titelkampf des Weltverbandes UBO (Universal Boxing Organization) an.Europameister Muhammad Oguzhan Arifogullari ist Christian Pawlaks Gegner im WM-Kampf. In seinem 50. Profikampf will Zusammen mit Riza Baydilli (links) bereitet sich Christian Pawlak auf den Titelkampf vor. Foto: Ingo Notz

Die wichtigste Nachricht nach vielen Monaten mit ernüchternden Kampfabsagen gab es für Pawlak bereits vor einigen tagen: „Die Veranstaltung findet statt! Leider ohne Zuschauer, aber sie findet statt. Ich bin echt dankbar, dass ich endlich wieder boxen darf!“ Für Pawlak ist es nicht irgendein Kampf: Zum 50. Mal steigt der Espelkamper seit seinem Debüt im März 2006 zu einem Profikampf in den Ring. Nachdem er in den vergangenen Monaten mehrfach durch Corona und andere Unwägbarkeiten des Boxgeschäfts ausgebremst worden war und nach Dezember 2019 nur einmal boxen durfte, geht es um den WM-Titel es Verbandes UBO im Leichtschwergewicht.

In Warendorf trifft Pawlak dabei nach einer kurzfristigen Änderung der Kampfkarte auf Muhammad Oguzhan Arifogullari. Der 27-jährige Türke aus dem umstrittenen Germanen Boxstall Kiel hat erst sieben Profikämpfe absolviert, darunter aber schon zwei Titelkämpfe. Nach einer Niederlage im ersten Versuch holte er sich im Februar im zweiten Anlauf schließlich seinen den ersten Titel: In der Universal Boxing Federation (UBF) war er im Kampf um den Europameistertitel im Leichtschwergewicht erfolgreich. Im Münsterland will er nun seinen nächsten Titel holen, trifft dabei aber auf den deutlich erfahreneren Christian Pawlak.

Christian Pawlak

Zu dessen Jubiläum war eigentlich das erste Espelkamper „Derby“ auf Profiniveau im Boxring geplant, ursprünglich sollte Pawlak in Warendorf gegen seinen einstigen Schützling Selim Saral antreten. Der war vor vier Jahren aus Espelkamp weggezogen, wohnt mittlerweile in Hannover und sollte im Ring auf seinen früheren Lehrmeister Pawlak treffen: eine fast schon filmreife Konstellation passend zum Jubiläum. „Ich habe bei ihm angefangen und war, glaub ich, um die drei Jahre bei ihm“, erinnerte sich Saral an seine boxerischen Anfänge unter Anleitung des Trainers Pawlak. Dann aber kam kurz vorm Kampf das Aus für dieses boxerische Wiedersehens und darüber zeigt sich Christian Pawlak alles andere als begeistert: „Er hat mir noch geschrieben, dass ich mich warm anziehen könne und dann hat er abgesagt. So etwas macht man nicht!“, ärgerte sich Christian Pawlak über die ungeplante Änderung im Vorfeld des Kampfes.

Christian Pawlak

Die Folge: Es musste erst einmal ein neuer Gegner gefunden werden, damit der Titelkampf überhaupt noch stattfinden kann. Das ist nun auch gelungen, hat aber im Vorfeld zusätzlichen Stress verursacht. Nicht zuletzt in einem ganz sensiblen Bereich: Die vorherige Einigung auf das bisherige Kampfgewicht hat in der neuen Konstellation nun keine Gültigkeit mehr gehabt, Pawlak musste in kürzester Zeit fünf Kilogramm „abkochen“. Die Folge: „Ich bin kaputt und müde, das ist natürlich auch gefährlich“, meinte Pawlak kurz vor dem Wiegen am Freitagnachmittag. Damit die Chance auf den nächsten Titel aber nicht schon auf der Waage platzt, hat sich Pawlak in einer Hauruck-Aktion der Gewichtstortur gestellt und diesen Kampf vor dem Kampf wieder einmal gewonnen. Die Waage zeigte den Espelkamper im Limit, erlaubt sind im Leichtschwergewicht 79,38 Kilogramm. Damit kann an diesem Samstag also zum goldenen Profi-Jubiläum der nächste Titelkampf in der eindrucksvollen Vita des früheren Schützling der 2018 verstorbenen Box-Legende Graciano Rocchigiani steigen. Nach 19 Siegen in Folge, insgesamt sind es im Verlauf der Profikarriere bislang 40, und mit der Gewissheit, seit 2015 ungeschlagen zu sein, steigt Christian Pawlak am Samstag als Favorit in den Ring. Zum 50. Profikampf seit 2006. Und zur nächsten großen Chance auf einen WM-Titel.

Christian Pawlak Foto: