Handball: TuS N-Lübbecke erwartet den TV Großwallstadt

Das Spitzenspiel der Rückrunde

Lübbecke

Der Beste gegen den Zweitbesten: Die beiden Topteams der Rückrunde treffen heute (Anwurf 19:30 Uhr) in der 2. Handball-Bundesliga aufeinander. Der TuS N-Lübbecke will seinen Lauf Richtung Aufstieg mit einem weiteren Heimsieg fortsetzen.

Ingo Notz

Wieder da: Yannick Dräger feiert gegen Großwallstadt sein Comeback nach längerer Krankheitspause. Foto: Oliver Krato

Mit einem Blick auf die Tabelle der Rückrunde wird klar, dass alles andere als ein durchschnittlicher Gegner auf den TuS wartet. Großwallstadt kommt als die viertbeste Auswärtsmannschaft der Liga, die in dieser Spielzeit bislang in fremden Hallen erfolgreicher gewesen ist als in den eigenen vier Wänden, nach Lübbecke und hat die vergangenen vier Partien gewonnen. Wie der TuS. An das Hinspiel haben die Lübbecker nicht die besten Erinnerungen Emir Kurtagic fand die Partie „nicht gut, wir haben viel zu viele Chancen nicht genutzt und uns das Leben schwer gemacht. Im Rückblick sollten wir mit dem einen Punkt glücklich sein, die Abwehr und Torhüter waren damals gut.“ Auf die wird es auch heute Abend wieder ankommen, wobei dann der Unterschied in der Angriffsleistung den Unterschied zum Hinspiel ausmachen sollte. Im Idealfall auch für den TuS, der im Kraftdreikampf an der Tabellenspitze trotz einer auf dem Papier vielleicht vielversprechenden Restprogrammlage noch einige Hochkaräter stemmen muss.

Emir Kurtagic (Trainer TuS N-Lübbecke)

Großwallstadt ist einer davon. „Es treffen die beiden besten Mannschaften der Rückrunde aufeinander!“, betont TuS-Trainer Kurtagic den aktuellen Schwierigkeitsgrad der heutigen Prüfung. „Das ist eine eklige, kämpferische Truppe, für mich die Überraschungsmannschaft der bisherigen Saison, die einen sehr guten Handball spielen. Da müssen wir im Kopf und spielerisch bereit sein.“ Der Respekt vor dem einstigen Dauerrivalen seines langjährigen Clubs VfL Gummersbach ist spürbar: „Wir treffen auf einen unangenehmen Gegner. Als Aufsteiger hat er die Erwartungen schon deutlich übertroffen und schwimmt auf einer Erfolgswelle, kann befreit aufspielen: Die Großwallstädter haben eine gewissen Leichtigkeit, da sind wenige Brüche in ihrem Spiel.“ Auch die jüngste Quarantäne nach positiven Corona-Tests dürfte den Süddeutschen keinen Nachteil verschaffet haben, meint Kurtagic: „Viele sind auch stärker aus so einer Pause zurückgekommen“, will der TuS-Trainer den Fokus gar nicht auf den eventuellen Trainingsnachteil des Gegners gelegt wissen, zumal er selbst seine komplette Mannschaft auch erst seit Mittwoch wieder im Training hat. „Wir hatten auch eine Pause und Spieler, die durch ganz Europa unterwegs waren.“

Emir Kurtagic

Immerhin sind Leos Petrovsky und Roman Becvar unversehrt von ihrem Europa-Abenteuer zurückgekommen, auf das Benas Petreikis in Absprache mit seinem Verein bewusst verzichtet hatte: „Benas hat gut trainiert. Er hatte zuletzt Probleme mit der Schulter, etwas Muskuläres, die Pause hat ihm gut getan.“ Petreikis steht heute Abend ebenso zur Verfügung wie der lange wegen einer Entzündung fehlende Yannik Dräger: „Er ist bereit, er macht einen guten Eindruck“, freut sich Emir Kurtagic über die zusätzliche Alternative am Kreis.

Aljosa Rezar

Mit Joschi Rezar, Florian Baumgärtner und vor allem Emir Kurtagic selbst stehen drei ehemalige Gummersbacher im Team des TuS, die die große Rivalität zwischen dem TVG und dem VfL allerdings selbst nicht mehr miterlebt haben. Allerdings hatte Kurtagic in seiner Gummersbacher Zeit den Abstieg des Erzrivalen aus nächster Nähe mitbekommen. Nun ist der TVG zurück in Liga zwei und deutet gerade in der laufenden Rückrunde an, dass mit ihm auch perspektivisch zu rechnen sein könnte. „Die große Rivalität war aber zehn Jahre vor uns“, erinnert sich Aljosa Rezar an seine Zeit in Gummersbach. Der Fokus liegt aber natürlich auf der Gegenwart und mit der zeigt sich Rezar „sehr zufrieden: „Wir sind Zweiter in der Tabelle! Meine Leistung kann immer besser sein. Wir trainieren aber sehr gut, wir haben eine gute Abwehr, da kann ich dann auch einige gute Bälle halten. Wir haben einen guten Lauf, ich bin zufrieden! Aber es sind noch neun Spiele und da muss man jedesmal aufpassen!“ Vor allem im Duell der Altmeister!

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