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Dennis Finke, Physio aus den Reihen des TuS N-Lübbecke, macht bei der Handball-WM die deutschen Nationalspieler startklar – Lob an die Organisatoren: „Fühlen uns hier jetzt fast sicherer als zu Hause“

Arbeitsplatz mit Aussicht auf die Pyramiden

Kairo/Lübbecke (WB).

Dennis Finke kümmert sich bei der WM um die Pflege der deutschen Handball-Nationalspieler. Der Physiotherapeut des Zweitligisten TuS N-Lübbecke hat trotz der Niederlage gegen Spanien die K.o.-Runde noch nicht ganz abgehakt.

Alexander Grohmann

Arbeitseinsatz mit Blick auf die Pyramiden: Dennis Finke behandelt Nationalspieler Juri Knorr im Garten des Mannschaftshotels in Kairo. Das ist bei der WM aber die Ausnahme. Ohnehin hat der Physio des Zweitligisten TuS N-Lübbecke alle Hände voll zu tun. Foto: Sascha Klahn

Geschichtsträchtige Kulisse statt muffige Kabine: Dennis Finke hat seine Behandlungsliege kurzerhand nach draußen in die Sonne verlegt. Die Massage von Nationalspieler Juri Knorr (GWD Minden) findet im grünen Hotelgarten mit Blick auf die Pyramiden von Gizeh statt. Da macht das Kneten gleich doppelt Spaß!

„Das ist aber natürlich eher die Ausnahme und war in diesem Fall auch ein bisschen für den Fotografen gestellt“, gesteht Dennis Finke augenzwinkernd. Der „normale“ Ablauf sieht wie folgt aus: „Die Behandlungen erfolgen in der Regel im Hotel. Nach den Spielen nehmen wir zudem bereis in der Halle die Versorgung von Akutverletzungen vor“; sagt der Mindener Physiotherapeut, der während der Saison die Zweitliga-Spieler des TuS N-Lübbecke betreut.

Dennis Finke

Beim DHB-Team teilt sich Dennis Finke die Arbeit mit Peter Gräschus. „Es hat jeder von uns ein Hotelzimmer als Behandlungsraum“, sagt der Mindener, der sich wie die Mannschaft zunächst an den WM-Stundenplan gewöhnen musste. „Die Spielzeit ist hier für uns mit 21.30 Uhr schon sehr spät“, sagt er über regelmäßigen Nachtschichten. Denn: Nach einer Partie folgen das Team-Essen im Hotel, die Corona-Tests sowie die Nachbehandlungen der Spieler.

Nach der 28:32-Schlappe des DHB-Teams am Donnerstag gegen Spanien hatte das Helferteam somit jede Menge zu tun. Auch im Vorlauf eines Spiels sind Finke und Gräschus nicht nur bei den regelmäßigen Behandlungen gefragt. Das Anmischen von Getränken und das Auffüllen von Physiotasche und -Koffer ist ebenfalls ein Teil der Arbeit, die das Duo zu erledigen hat. „Vor einem Spiel legen wir dann die Tapes an, einige Spieler werden eventuell noch mobilisiert oder mit Wärmesalbe versorgt“, berichtet Dennis Finke.

Trotz einiger Corona-Fälle in der ersten WM-Woche findet er lobende Worte für die Organisatoren der Handball-WM. „Sicher mussten am Anfang noch ein bis zwei Sachen verbessert werden“, spricht Finke die Abläufe im Mannschaftshotel in Kairo an. „Danach war aber für uns alles gut. Man hat sich fast sicherer als zu Hause gefühlt.“

Dennis Finke über die Corona-Fälle zu WM-Beginn

Für den weiteren Turnierverlauf hat der Mindener ein gutes Gefühl. „Da alle positiven Corona-Fälle zu Beginn des Turniers waren, würde ich davon ausgehen, dass diese Spieler sich schon vorher angesteckt haben. Die Tatsache, dass es jetzt ruhiger wird, lässt hoffen oder vielleicht darauf schließen, dass das Hygienekonzept greift. Das würde bedeuten, dass auch nach dem Turnier keine größeren Probleme auftreten dürften“, denkt Finke dabei an die Fortsetzung der nationalen Ligen.

Einen Punkt bedauert der Mann mit den helfenden Händen aber bei der WM: „Geisterspiele kennen wir schon aus der Bundesliga, das ist kein Problem. Schade ist lediglich, dass man keinen Kontakt zu den Spielern der anderen Nationen hat“, so Finke über die „Bubble“, in der sich jede Mannschaft zwischen den Spielen befindet. Die Corona-Regeln lassen in Ägypten wenig Freiräume oder Austausch zu.

Die K.o.-Runde hat der Mann des TuS N-Lübbecke noch nicht abgehakt

Auch sportlich läuft es für die leicht ersatzgeschwächten Deutschen bislang nicht nach Plan. Das 28:32 gegen Spanien hat am Donnerstag fast schon alle Hoffnungen auf den Einzug in die K.o.-Runde zerstört. „Nach dem Spiel waren wir alle enttäuscht. Wir haben aber noch eine theoretische Chance. Voraussetzung ist, die nächsten beiden Spiele zu gewinnen. Das haben wir vor und dann schauen wir, was die anderen machen“, sagt Finke optimistisch.

Für das DHB-Team geht es mit den Spielen gegen Brasilien (Samstag, 20.30 Uhr) und Polen (Montag 20.30 Uhr) weiter. Dann wird sich zeigen, ob Dennis Finke den Blick auf die Pyramiden noch ein wenig länger genießen kann.

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