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TuS N-Lübbecke befindet sich auf einem guten wirtschaftlichen Weg

Das Lächeln ist zurückgekehrt

Lübbecke (WB). »Bei uns gibt es keine feuchten Finger mehr. Wir sind auf einem richtig guten Weg.« Torsten Appel, Geschäftsführer der TuS N-Lübbecke GmbH, ist völlig entspannt, wenn er über die wirtschaftliche Lage des heimischen Handball-Zweitligisten spricht.

Volker Krusche

Sieht sich mit dem TuS auf einem guten wirtschaftlichen Weg: Torsten Appel. Foto: Oliver Schwabe

Der nach dem hohen, nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus dem Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2015, der für den TuS nach entsprechender Regelung in der Lizenzierungs-Ordnung (LZO) der Handball-Bundesliga (HBL) nicht nur deftige Geldstrafen zur Folge hatte, sondern sogar einen Drei-Punkte-Abzug eingebracht hätte, wenn er nicht noch rechtzeitig auf ein vorgegebenes Maß reduziert worden wäre, gehört längst der Vergangenheit an. Damals hätte die GmbH entsprechend des im Jahresabschluss 2012 angegebenen Fehlbetrags die rund 346.000 Euro in den folgenden drei Jahren um jeweils zehn Prozent senken müssen, was eine Reduzierung auf rund 250.000 Euro zur Folge gehabt hätte. Stattdessen aber war die Summe zwischenzeitlich, zum Ende des Geschäftsjahres am 31.12.2014, auf 1.197.688,46 Euro angewachsen. Erst die Hilfe mehrerer Unterstützer ließ den Betrag mit letztlich dann knapp 240.000 Euro unter den geforderten Fehlbetrag rutschen.

Ab dem 1. Januar 2016 begann die im Paragraphen 7 der LZO festgelegte Regelung neu zu laufen, diesmal über einen Zeitraum von sechs Jahren bis zum 31.12.2021. Sie sieht vor, dass bis dahin ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag um dann 60 Prozent abgebaut sein muss, ansonsten drohen jetzt neben Geldstrafen von maximal 50.000 Euro pro Jahr sogar vier Punkte Abzug.

Torsten Appel

Darüber muss man sich in Lübbecke inzwischen aber gar keine Gedanken mehr machen. »Wir verfolgen unseren eingeschlagenen Weg seit 2016 konsequent«, betont Torsten Appel und macht zugleich deutlich, »dass das auch von der Lizenzierungskommission entsprechend gewürdigt wird. Wir sind absolut kein Sorgenkind der HBL!« Torsten Appel selbst zeichnet seit Sommer 2016 als Geschäftsführer für die wirtschaftlichen Geschicke verantwortlich. »Wir mussten sehen, dass sich die Einnahmenseite erhöht, wir aber zugleich die Ausgaben minimieren. Und das in aller Konsequenz.« Keine leichte Aufgabe, denn die in 2015 geflossenen Gelder zur Vermeidung des Punktabzugs dürften in den Folgejahren wieder zurückbezahlt worden sein. Heißt: Rund 400.000 Euro wären demnach dafür jährlich von den Folge-Etats abgeknabbert worden. Hinzu kamen Kosten, die mit der aktuellen Mannschaft nichts zu tun haben. So mussten in 2016 zumindest noch sechs Monate lang drei Trainer (Beuchler, Suton und Perkovac) bezahlt werden. »So etwas darf es nicht wieder geben«, sagt Appel. »Daher sind unsere Verträge jetzt auch anders gestaltet.«

Zwar wurden mit Jens Schöngarth und Gabor Langhans im Januar 2016 zwei Spieler von der Gehaltsliste gestrichen, dafür aber im weiteren Verlauf der Saison mit Nikola Manojlovic, Piotr Gra-barczyk, Tom Wetzel und Pontus Zetterman vier neue hinzugefügt. Geld, was auch den Etat belastete.

TuS zieht seine Lehren

Trotzdem ging man beim TuS eisern seinen Weg – und hat vor allen Dingen seine Lehren daraus gezogen. Spätestens zum Jahresbeginn 2019 steht das Geld, das jetzt für besagte andere Dinge aufgewendet wird, wohl wieder dem »normalen« Etat zur Verfügung – für die Mannschaft, aber auch für den Bundesligabereich. Ein Ergebnis der restriktiven Kostenpolitik. »Es gibt bei uns keinen einzigen Posten, der nicht kritisch hinterfragt wird«, sagt Torsten Appel. »Das gibt uns ein gutes Gefühl, gerade mit Blick auf die Saison 2019/2020. Denn dann können Altlasten auch Altlasten sein.«

Der Anfang Juli im Bundesanzeiger veröffentlichte Jahresabschluss der TuS N-Lübbecke GmbH für das Geschäftsjahr vom 1.7.2016 bis 30.6.2017 sieht eine Null beim Punkt »Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag«. Dafür tauchen im Anlagevermögen unter »Immaterielle Vermögenswerte« knapp 400.000 Euro auf. Was sich dahinter verbirgt, dazu äußert sich Appel nicht. »Wir haben unsere Zahlen soweit erforderlich öffentlich gemacht, werden aber keine Erläuterungen abgeben. Dazu sind wir gegenüber den Gesellschaftern und Sponsoren verpflichtet. Wir wollen auch nicht, dass über solche Dinge bei Facebook diskutiert wird. Das ändert aber nichts an der gesunden Entwicklung, die wir genommen haben.«

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