Handball: Stimmen nach dem Lübbecker Spiel gegen Hamm

„Das war heute ein Warnschuss“

Es gab nur einen Sieger, einen richtigen Verlierer hatte das Spiel zwischen dem TuS N-Lübbecke und dem ASV Hamm-Westfalen allerdings auch nicht. Entsprechend zeigten sich hinterher auch beide Trainer, Lübbeckes Emir Kurtagic und Hamms Michael Lerscht, mit dem Verlauf des Abends zufrieden.

Ingo Notz

Trainer Emir Kurtagic führte sein Team zum knappen Heimsieg gegen Hamm. Foto: Oliver Krato

Lübbeckes Trainer Emir Kurtagic freute sich vor allem über die zwei Punkte, mit denen er und sein Team den Druck auf den HSV Hamburg und den VfL Gummersbach weiter hochgehalten haben: „Die Jungs haben alles gegeben, Hamm hat zwei sehr gute Torwartleistungen gehabt. Was nehme ich mit aus dieser Partie? Zwei Punkte. Bei einem 40:20 gibt es auch nur zwei Punkte. Ich bin daher zufrieden. Wenn wir die restlichen sechs Spiele auch so gewinnen, wäre ich ja auch zufrieden. Klar war das nicht schön, wie wir den Fünf-Tore-Vorsprung in der zweiten Hälfte hergeben, doch die Jungs haben sich 60 Minuten gut bewegt und gekämpft. Joschi Rezar hält sehr gut und 55 Minuten lang steht auch unsere Deckung prächtig. Unser Problem sind die zwölf Fehlwürfe in der ersten und die acht oder neun verworfenen Bälle in der zweiten Halbzeit. Wenn Du so viele freie Bälle nicht nutzt, kannst Du unter Druck geraten, aber wir sind ruhig geblieben, das hat uns nicht das Genick gebrochen, die Gefahr bestand, aber wir sind gut damit umgegangen und mit maximaler Unterstützung von der Bank haben wir das Spiel mit zwei Punkten beendet. Wir gehen mit der Situation am Schluss richtig gut um. Meine Gratulation geht aber auch an den ASV Hamm, der ersatzgeschwächt hier eine prima Leistung abgegeben hat.“

Michael Lerscht (Trainer ASV Hamm-Westfalen)

Gästetrainer Michael Lerscht flüchtete sich bei all dem Lob, das nach Schlusspfiff auf ihn einprasselte, erst einmal in eine legendäre Floskel, um dann aber auch doch seine Zufriedenheit zum Ausdruck zu bringen: „Hätte, hätte, Fahrradkette... Wir sind mit nur elf Spielern angereist, Matthias Zimny hat sich noch beim Aufwärmen verletzt. Nach einer Niederlage kann man nicht viel stolzer auf eine Mannschaft sein. Trotz der personell sehr angespannten Situation haben wir viel Spaß am Spiel gezeigt – über die gesamten 60 Minuten und das bei einem absoluten Topteam. Es gibt also überhaupt keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Diszipliniertes Auftreten, alles gegeben: Ich kann damit leben und bin auch morgen nicht, wie sonst nach Niederlagen, schlechter Laune. Nettelstedt hat die zwei Punkte geholt, aber wir sind die Sieger der Herzen! Ich hoffe, dass bei uns nächste Woche nun etwas mehr Normalität einkehrt.“Ein verhinderter „Sieger der Herzen“ war ein ehemaliger Lübbecker: Ex-TuS-Kapitän Marian Orlowski musste verletzt passen und konnte sein Team nur von der Bank aus anfeuern: „Wir haben das super gemacht. Wir haben gut gespielt, nie den Kopf verloren, wir hatten die Chance, das Spiel zu kippen. Mein Ziel mit Hamm bleibt das gleiche wie vor einem Jahr. Nächstes Jahr nehmen wir einen neuen Anlauf.“

Rolf Hermann (Sportlicher Leiter TuS N-Lübbecke)

Den Anlauf nimmt der TuS N-Lübbecke schon in diesem Jahr. Der Heimsieg gegen Hamm war dabei ein weiterer wichtiger Schritt. Lübbeckes Geschäftsführer Torsten Appel atmete nach dem Schlusspfiff daher auch erst einmal tief durch: „Das war eine schwere Geburt, aber für uns war das auch ein ganz wichtiger Schritt!“ Das sah auch der Sportliche Leiter des TuS, Rolf Hermann, so: „Es war wichtig, dass von der Abwehr und den Torhütern eine Reaktion gezeigt wurde. Es waren immer noch viele Sachen dabei die wir nicht gut gemacht haben. Es wissen alle, was möglich ist. Die Situation ist für viele Spiele aber auch neu, das ist eine schwierige Situation, aber da gibt es keinen Vorwurf: Wichtig sind die zwei Punkte! Aber ja: Mittwoch war ein Warnschuss, heute war ein Warnschuss!“

Trotz der Niederlage zufrieden: Hamms Trainer Michael Lerscht. Foto: Oliver Krato
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