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Handballer lassen sich von Vier-Tore-Rückstand nicht entmutigen und gewinnen in Hamm mit 30:28 (12:15)

Derby gedreht: TuS N-Lübbecke feiert Comeback-Sieg

Hamm/Lübbecke

Am Ende gehen die Arme bei den Handballern des TuS N-Lübbecke hoch: „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandieren die Gäste, nachdem sie am Samstagabend das packende Zweitliga-Derby beim ASV Hamm-Westfalen gedreht und am Ende noch mit 30:28 (12:15) für sich entschieden haben. Reifeprüfung bestanden!

Alexander Grohmann

Peter Strosack tanzt im Siegerkreis: Lübbeckes Handballer feiern in Hamm ausgelassen den Derbysieg. Der TuS gab sich nach einer schwachen ersten Halbzeit nicht geschlagen und machte nach der Pause einen Vier-Tore-Rückstand in toller Manier wett. Foto: Noah Wedel

„Es war wichtig, nach der ersten Halbzeit die Ruhe zu bewahren. Das haben die Jungs getan und an ihre Chance geglaubt“, sagt der Sportliche Leiter Rolf Hermann nach der erfolgreichen Aufholjagd der TuS-Handballer, die einen Vier-Tore-Rückstand wettmachen und im Stile einer Spitzenmannschaft zurückschlagen. „Die Jungs haben gerade die Kabine abgerissen. Das war ein großer Schritt nach vorne“, sagt Hermann stolz über das beeindruckende Derby-Comeback.

Nach diesem Erfolg hatte lange nichts ausgesehen. Das Beste an der ersten Halbzeit aus Lübbecker Sicht war, dass der Rückstand nicht noch deutlicher ausfiel. Der TuS biss sich im Angriff immer wieder an der dichten Hammer 6:0-Abwehr die Zähne aus und leistete sich zudem zahlreiche technischer Fehler. „Wir haben in der ersten Halbzeit in allen Belangen einen Schritt zu wenig gemacht. Das war nichts Halbes und nichts Ganzes“, so der Sportliche Leiter.

Tom Skroblien angelt sich auch diesen Ball. Der Linksaußen war mit neun Treffern mal wieder der zielsicherste TuS-Werfer und leitete die Aufholjagd nach der Pause ein. Foto: Noah Wedel

Das machte sich gegen den im Derby von Beginn an unter Strom stehenden ASV Hamm schnell auf der Anzeigetafel bemerkbar: Beim 3:2 erspielten sich die Hausherren die erste Führung und übernahmen anschließend das Kommando auf dem Parkett: Hinten stellte die Lerscht-Sieben mit großem Aufwand die Lübbecker Angriffswege zu, vorne gelang den aufgeputschten Hausherren das meiste: Beim 12:8 (20.) stand die erste Vier-Tore-Führung zu Buche. Unter den Torschützen waren beim Gegner auch die gut aufgelegten Ex-Lübbecker Marian Orlowski und Jo Gerrit Genz. Die Lübbecker hatten Glück, dass der in dieser Phase dominierende ASV nicht alle Chancen bis zur Pause nutzte. Lübbeckes Dominik Ebner traf mit der Halbzeitsirene dagegen noch zum wichtigen 15:12-Anschlusstreffer.

Entscheidend: Der TuS N-Lübbecke glaubte auch im zweiten Durchgang weiter an seine Chance – und die kam: Bis zum 18:14 schien Hamm die Zügel noch in der Hand zu halten, doch die erste kleine Schwächephase des ASV nutzte die Mannschaft von Emir Kurtagic aus, um sich zurückzumelden: Drei Tore in Serie von Linksaußen Tom Skroblien brachten den Tabellendritten beim 18:17 wieder in Reichweite, ein Kempa-Tor durch Peter Strosack nach Anspiel von Skroblien führte zum 19:19-Ausgleich (40.). Der Treffer hinterließ zugleich Wirkung bei den Gastgebern.

Oh, wie ist das schön! Peter Strosack hat einen Kempa-Trick zum 19:19 verwandelt, der Wirkungstreffer ließ das Derby endgültig kippen. . Foto: Noah Wedel

Als Lutz Heiny (46.) die nun befreit aufspielenden Lübbecker erstmals nach dem 1:2 (3.) wieder in Front brachte, war die Partie endgültig gekippt: Hinten war nun auch TuS-Keeper Aljosa Rezar (13 Paraden) im Zusammenspiel mit einer aufmerksamen Abwehr ein fast unüberwindbares Hindernis, vorne nutzte der Favorit jede sich bietende Lücke im nun immer poröseren Hammer Abwehrbeton. Der nun beflügelte Ebner (insgesamt acht Treffer) erzielte beim 22:24 die erste Zwei-Tore-Führung der Gäste, Strosack in Unterzahl und Skroblien per Gegenstoß bauten das Polster auf drei Tore aus.

Als Skroblien zwei Minuten vor Schluss einen Siebenmeter eiskalt zum 27:30 verwandelte, war die Entscheidung im Derby gefallen und der TuS hatte die Reifeprüfung bestanden. Mit dem dritten Sieg in Folge konnte die Kurtagic-Sieben den Rückstand auf den Tabellenzweiten HSV Hamburg bei vier Zählern halten. Am kommenden Mittwoch, 23. Dezember, wartet im Heimspiel gegen den TV Emsdetten dann schon die nächste Aufgabe auf den TuS N-Lübbecke (20 Uhr).

ASV Hamm-Westfalen: Storbeck (10 P.), Wesemann – Genz (5), Huesmann, Brosch (2), Fuchs (1), Spiekermann, Rubino Fernandez (7), Krause, Krings (3), Pretzewofsky, Orlowski (5/1), Franke (4), von Boenigk (1).

TuS N-Lübbecke: Rezar (13 P.), Jepsen (n.e.) – Becvar (1), Heiny (5), Ebner (8), Petreikis, Bagaric, Strosack (2), Mundus, Dräger (2), Spohn (1), Nissen, Speckmann, Petrovsky (1), Skroblien (9/3), Criciotoiu (1).

Zeitstrafen: 2 : 3 (Brosch, Orlowski – Criciotoiu, Petrovsky, Dräger)

Schiedsrichter: Julian Fedtke/Niels Wienrich

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