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Aaron Ziercke und Armin Gauselmann richten klare Worte ans Team

Deutliche Ansage

Lübbecke (WB). Er hatte sich eigentlich ein »Schweigegelübde« auferlegt, verwies stets darauf, »dass wir Verantwortliche haben, die die Arbeit machen und sich auch entsprechend erklären sollen.« Doch nach der jüngsten Pleite des TuS N-Lübbecke im Süden der Republik meldet sich Armin Gauselmann wieder zu Wort.

Volker Krusche

Fragende Blicke beim TuS: (von links) Armin Gauselmann, Teammanager Zlatko Feric und Trainer Aaron Ziercke. Foto: Thomas F. Starke

»Eigentlich wollte ich das nicht, aber ich glaube, ich muss meine Sprachlosigkeit nun doch beenden und mich selbst mehr um die Sache kümmern«, erklärte Gauselmann zu Beginn der Woche gegenüber dem WESTFALEN-BLATT. »Der sofortige Wiederaufstieg ist in meinen Augen nicht mehr möglich. Jetzt geht es vorrangig darum, dass die Mannschaft wieder Vertrauen aufbaut.«

Man haben das Team – noch bevor der Abstieg feststand – personell so aufgebaut, dass es in der folgenden Saison die Klasse halten könne. »Umso bitterer ist es, dass die Spieler in der 2. Liga jetzt erst mal ihre Erstligatauglichkeit unter Beweis stellen müssen.« Der Hauptsponsor und Beiratsvorsitzende sieht es daher auch als unerlässlich an, die Spieler verstärkt in die Pflicht zu nehmen und ihnen dies im Gespräch auch deutlich zu machen. »5:5 Punkte aus den letzten fünf Spielen entsprechen nicht unserem Anspruch.« Das Team müsse sich jetzt stabilisieren und zumindest die normale Leistung abrufen.

Vertrauen wieder aufbauen

Mit Blick auf Aaron Ziercke unterstützte Armin Gauselmann die Aussage von Geschäftsführer Torsten Appel, dass man nach der Rimpar-Niederlage keinen Grund sehe, die Reißleine zu ziehen. »Wir alle – und dazu zähle ich natürlich vorrangig auch die Mannschaft – müssen erreichen, dass unsere Zuschauer wieder zufrieden sind und uns am Ende nicht von der Platte springen.«

Zu Beginn der Woche hatte es denn auch die angekündigte Zusammenkunft gegeben. Allerdings ergriff dort zunächst der Trainer das Wort. Und er wurde deutlich, sehr deutlich, wie auch Jo-Gerrit Genz bestätigte. »Aaron hat klare, unmissverständliche Ansagen gemacht. Das waren Worte, die sich jeder eingeprägt haben dürfte. Ich saß zwar etwas weiter von ihm entfernt, habe alles sehr deutlich verstanden. Und diese Ansage war berechtigt.« Wenn ein Fass mal übergelaufen ist, sei eine Gardinenpredigt auch in dieser Form absolut nötig. »Sie war so klar und eindeutig, dass jeder darüber nachdenkt«, so der Lübbecker Linkshänder. »Armin Gauselmanns Worte waren anschließend viel leiser, seine Kritik ist aber auch bei jedem angekommen.«

»Ob die Spieler all das, was ich ihnen zu sagen hatte, verinnerlicht haben, wird man erst noch sehen. Ich denke aber, dass die Ansage jeden erreicht hat. Und es war keine Pauschalkritik«, erklärte Coach Ziercke. Er werde aber keine Namen nennen. »Denn ich stehe vor meinem Team. Das sind und bleiben meine Jungs!«

Nicht vom Weg abweichen

Nach dem Spiel in Rimpar hatte Ziercke seinen Unmut klar zum Ausdruck gebracht: »Ich habe absolut kein Verständnis dafür, wenn es Leute gibt, die sich wichtiger als die Mitspieler nehmen wollen, anstatt sich in den Dienst des Teams zu stellen.«

Weder Aaron Ziercke noch Jo-Gerrit Genz oder seine Kollegen haben indes eine Erklärung dafür, warum man Führungen leichtfertig wegwirft. Der Coach stellt ihnen dabei die Frage: »Wenn Dinge funktionieren, dann spiele ich sie doch weiter. Warum will ich dann auf einmal was anderes machen? Es geht um Effektivität. Und die bringe ich doch nicht in Gefahr, weil ich urplötzlich was ganz besonders Schönes machen möchte.« Daher verlangt Ziercke von seinen Spielern auch, dass sie am erfolgreichen Weg festhalten. »Dann bauen wir die Gegner gar nicht erst auf.«

Mit Blick auf die noch ausstehenden fünf Partien bis zum Jahresende, von denen vier in der Merkur-Arena ausgetragen werden, müsse man nicht nur schnell wieder in die Spur kommen, man müsse auch in ihr bleiben. Dann könnte mit Beginn der Winterpause ein Blick in die Tabelle vielleicht sogar wieder Spaß machen.

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