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2. Handball-Bundesliga: Für Peter Tatai sollen die kommenden zwei Jahre in Lübbecke die letzten als Profi sein. Der Torhüter will danach seine Karriere beenden

Ehrgeiz ist ungebrochen

Lübbecke (WB). Veszprem, Szeged, Dunkerque, Baia Mare, Göppingen; Ungarn Frankreich, Rumänien, Deutschland – Peter Tatai ist viel herum gekommen, hat für so manches internationales Handball-Schwergewicht zwischen den Pfosten gestanden. Seine Karriere aber wird im beschaulichen Lübbecke enden. »Zwei Jahre möchte ich noch ranhängen. Danach ist Schluss!«

Volker Krusche

Peter Tatai will noch zwei Jahre für den TuS N-Lübbecke zwischen den Pfosten stehen. Danach soll Schluss sein. Foto: Oliver Schwabe

»Ich fühle mich nicht alt, bin aber auch nicht mehr jung. Ich glaube aber, dass ich meinen Anteil daran, dass der TuS N-Lübbecke im nächsten Jahr wieder aufsteigen wird, leisten kann. Und dann möchte ich zum Abschluss noch einmal in der 1. Liga spielen.« Der Ungar im Lübbecker Tor hat genaue Vorstellungen davon, wie die kommenden beiden Jahre, seine vermeintlich letzten im Profisport, laufen sollen.

36 Jahre alt wird Peter Tatai Ende Juni, sein Temperament ist aber nach wie vor feurig. Das hat schon den freigestellten TuS-Trainer Aaron Ziercke manchmal grübeln lassen. Zuletzt aber waren die Gefühlsausbrüche auf dem Parkett, die Tatai aufgrund seiner Kommentare nicht wenige Zeitstrafen eingebracht hatten, deutlich weniger geworden. Vielleicht auch aufgrund der Tatsache, dass die Gründe für sportliche Tiefschläge in der eigenen Mannschaft zu suchen waren. Zudem sah es lange Zeit in dieser Saison so aus, als wäre er als Nummer zwei hinter den jungen Joel Birlehm zurückgefallen. Eine Situation, mit der der 87-fache ungarische Nationaltorhüter sich nicht so recht anfreunden konnte.

Torhüter von Außen gefordert

Die passende Antwort gab Tatai aber immer dann, wenn er mal den Vorzug vor seinem Torhüterkollegen bekam. Dann zeigte er zumeist, dass man weiterhin uneingeschränkt auf ihn bauen kann. So wie am Sonntag in Dresden, als er maßgeblichen Anteil daran hatte, dass seine Mitspieler nach dem schnellen 3:8-Rückstand nicht vollends unter die Räder kamen.

Auf Peter Tatai ist Verlass. Das wissen die beiden aktuellen Interimstrainer Nikola Blazicko und Hans-Georg »Schorse« Borgmann, aber auch die anderen Verantwortlichen des TuS. In Dresden bewies die Lübbecker Nummer 12 einmal mehr seine Stärke, als er den gegnerischen Außen die Bälle reihenweise abkaufte. Eine Qualität, die auch am Freitag gefordert ist, wenn seine Mannschaft Altmeister TV Großwallstadt in der Merkur-Arena gegenüber steht. Immer verfügen die Mainfranken in Michael Spatz, den 36-jährigen ehemalige Nationalspieler, einen absolut torhungrigen Rechtsaußen. Einen, der mit seinen 195 Toren zur Zeit sogar die Torschützenliste der 2. Bundesliga anführt. Da wären Tatais Qualitäten natürlich gefordert.

Eine Bauchentscheidung

Ob er allerdings von Anfang an spielen wird, ließ »Schorse« Borgmann am Mittwoch offen. »Das werden wir nicht heute entscheiden, sondern erst am Spieltag. Wir verfügen über zwei exzellente Torhüter. Da ist es meistens eine Bauchentscheidung, wer dann letztlich zwischen den Pfosten stehen wird.«

Peter Tatai hofft natürlich, dass die Wahl der Trainer auf ihn fällt. Schließlich ist sein Ehrgeiz ungebrochen. Und er sieht sich als erfahrener Recke auch in der Pflicht. »Wir haben viele junge Spieler, die ein großes Potenzial besitzen, in ihren Leistungen aber noch sehr schwankend sind. Da versuche ich zu helfen.«

Der Keeper freut sich schon auf die neue Saison. »Mit neuen Spielern und einem neuen Trainer soll es dann wieder bergauf gehen.« Peter Tatai spielt seit 2016 am Wiehen, zwei weitere Jahre werden nun noch folgen. »Ich wünsche mir weiter eine gute Zeit hier in Lübbecke, möchte meine Karriere erfolgreich beenden.«

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