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TuS N-Lübbecke reist ohne Fracksausen zum Favoritenschreck Fürstenfeldbruck

„Es kribbelt schon die ganze Zeit“

Lübbecke WB

„10, 9, 8, ...“ Zehn Spieltage vor Schluss wird beim Handball-Zweitligisten TuS N-Lübbecke an diesem Wochenende endgültig der Aufstiegs-Countdown eingeläutet. Die Ausgangslage ist mehr als vielversprechend.

Alexander Grohmann

Findet Rückraum-Ass Dominik Ebner am Samstag auch die Lücken in der Abwehr der Brucker Panther? Das Schlusslicht mauserte sich in diesem Jahr zum Favoritenschreck und bezwang in eigener Halle schon den HSV Hamburg und den VfL Gummersbach. Der TuS N-Lübbecke machte sich aber ohne Fracksausen auf den Weg gen Süden. Foto: Oliver Krato

Mit einem Sieg beim Schlusslicht TuS Fürstenfeldbruck (Samstag, 19.30 Uhr) will der Tabellenzweite seine mittlerweile wieder stark verbesserte Ausgangslage im Aufstiegsrennen pünktlich vor dem heißen Saison-Finish untermauern.

„Wir haben vor der Länderspielpause jetzt die Möglichkeit, weiter Druck auf unsere Kontrahenten aufzubauen“, sagt Trainer Emir Kurtagic über den Dreikampf mit Tabellenführer Hamburg und Verfolger Gummersbach und hofft auf einen „seriösen Auftritt“ seiner Mannschaft beim Außenseiter aus Bayern. Nachdem auch die zweite Corona-Testung unter der Woche negativ ausgefallen war und der Sportliche Leiter Rolf Hermann die Ergebnisse übermittelt bekommen hatte, machte sich der TuS-Tross im Bus am Freitagmittag auf die Reise gen Süden. Nach einer Nacht im Hotel geht es für das heimische Team am Samstagabend um zwei weitere wichtige Punkte.

Verstehen sich bestens: Emir Kurtagic (links) mit Co-Trainer Nikola Blazicko. Auf langen Busfahrten vertreiben sich die Beiden die Zeit schon einmal mit eingehenden Videoanalysen.. Foto: Oliver Krato

Ein besonderes Kribbeln, weil nun die entscheidenden Wochen auf den TuS warten, verspürt Kurtagic nicht. „Es kribbelt bei mir schon die ganze Saison über, in jedem Spiel“, sagt der Coach, der aber durchaus zugibt: „Es bricht jetzt das letzte Drittel an. Und wir haben gesehen, wie schnell es in dieser Saison in die eine oder andere Richtung gehen kann – nicht nur bei uns“, sagt der Coach über das Aufstiegsrennen in einer Liga, die immer wieder für Überraschungen gut ist.

Die Lübbecker bekamen das selbst vor einigen Wochen vor Augen geführt, als sie in eigener Halle gegen Bayer Dormagen zu diesem Zeitpunkt völlig unerwartet beim 19:27 die bis dato einzige Niederlage in diesem Jahr kassierten. Doch den Rückschlag konnte die Kurtagic-Sieben schnell verdauen und feierte im Anschluss drei Siege in Folge.

Während der TuS nach den Erfolgen gegen Konstanz, Aue und Hüttenberg emotional somit längst wieder obenauf ist, mussten der HSV Hamburg (nur noch zwei Punkte Vorsprung) und Verfolger Gummersbach (ein Punkt zurück) unter anderem beim nächsten TuS-Gegner kräftig Federn lassen. Erst stolperten Ende Februar die Gummersbacher in Fürstenfeldbruck (25:32), ehe es vor zwei Wochen dann auch den HSV beim Schlusslicht erwischte: Mit dem 29:27-Coup machte die unberechenbare Amateurtruppe aus Bayern das Aufstiegsrennen wieder spannend. Zuletzt setzte es für die Mannschaft von Martin Wild, die mit aller Macht um den Klassenerhalt kämpft, auswärts allerdings eine 25:31-Schlappe in Bietigheim.

Panther können für Stress sorgen – TuS ist auf alles vorbereitet

Zuhause scheinen es die „Panther“ dagegen auf die Großen der Liga abgesehen zu haben. „Acht von ihren 13 Zählern haben sie in eigener Halle gegen Topteams geholt haben. Man kann das Thema Favoritenschreck aber auch breitreden“, findet Emir Kurtagic, der nicht das Gefühl hat, mit dem TuS am Samstag vermintes Terrain zu betreten. „Das ist kein anderes Spiel als in Bietigheim oder Aue“, sagt der Trainer, der auf die bekannten Qualitäten seiner zudem extrem auswärtsstarken Mannschaft setzt.

Für den weiter pausierenden Yannick Dräger springt einmal mehr der formstarke Leos Petrovsky am Kreis und im Mittelblock in die Bresche. „Wir müssen diszipliniert sein“, warnt Kurtagic. Fürstenfeldbruck sei eine „extrem kampforientierte Truppe“ mit einer „unangenehm offensiven Abwehr“. Damit provoziere der Gegner immer wieder Unterbrechungen. „Das kann zu Stress-Situationen führen“, so Kurtagic, der sein Team in der Trainingswoche auf die Eigenheiten der Panther eingestellt hat.

TuS-Coach Emir Kurtagic

Kurtagic: „Stress wird es so oder so geben. Sie werden nicht 6:0 gegen uns decken. Gegen offensive Abwehrreihen haben wir es in dieser Saison aber häufig gut gemacht. Wir müssen die Ruhe bewahren und selbst aus einer guten Abwehr heraus spielen. Wenn wir das als Einheit umsetzen, wird es ein Bundesligaspiel wie jedes andere.“

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