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2. Handball-Bundesliga: Perspektivspieler Marek Nissen (19) will beim TuS N-Lübbecke so viel lernen wir möglich

„Ich genieße jede Minute, die ich spielen darf“

Lübbecke

Dass die ersten Schritte im Profihandball hin und wieder weh tun, hat auch Marek Nissen schon feststellen müssen: „Beim Abwehrtraining bin ich am Anfang durch die Halle geflogen“, berichtet der Neuzugang des TuS N-Lübbecke, der sich mittlerweile aber auch körperlich immer mehr an das Zweitliga-Niveau herantastet.

Alexander Grohmann

Beim Heimsieg gegen den TuS Fürstenfeldbruck tauchte Marek Nissen auch im Angriff auf. Der 19-Jährige will in seiner ersten Seniorensaison in der 2. Bundesliga so viel lernen wie möglich. Trainer Emir Kurtagic ist zufrieden mit dem Talent, das im Sommer aus Flensburg kam. Foto: Oliver Krato

Dafür spricht: In sechs der bisher sieben Liga-Partien kam der 19-Jährige zu Kurzeinsätzen. Nissen weiß das zu schätzen: „Ich genieße jede Minute, die ich spielen darf.“

Der Sportliche Leiter Rolf Hermann stattete das Rückraum-Talent aus der Jugendakademie der SG Flensburg-Handewitt im Sommer mit einem Perspektivplatz im Lübbecker Zweitliga-Kader aus. Es soll ein Lehrjahr für den Youngster werden, der nach bestandenem Abitur im Sommer (Notenschnitt 2,0) den Absprung aus Flensburg wagte und nun herausfinden kann, ob er im Handball eine berufliche Zukunft hat.

Die ersten Monate im Mühlenkreis sind vielversprechend verlaufen: Zu Saisonbeginn war Marek Nissen, wie geplant, parallel noch in der zweiten Mannschaft (3. Liga) im Einsatz, um die notwendige Spielpraxis zu sammeln. Weil der Amateurspielbetrieb nun aber schon für geraume Zeit und vorerst bis Ende Januar unterbrochen ist, kann sich der 19-Jährige voll und ganz auf die Herausforderung 2. Liga konzentrieren – und das ist kein Nachteil: „Ich habe das Gefühl, dass ich dadurch in den vergangenen Wochen noch besser in die Mannschaft reingekommen bin. Ich lerne sehr viel dazu“, blickt Nissen auf seine Zeit im Profi-Kader.

Mit seiner Rolle kann er gut umgehen: „Ich weiß, dass ich als junger Spieler keine Ansprüche stellen kann. Die Einsatzzeiten sind vor der Saison klar abgesprochen worden“, sagt der Akteur, der geduldig auf seine Chance wartet. Die kam vor einer Woche: Beim Heimsieg gegen Fürstenfeldbruck durfte Nissen erstmals über eine längere Zeit sein Können zeigen und wurde auch im Angriff eingesetzt: „Darüber war ich glücklich.“

Emir Kurtagic ist mit der Entwicklung des lernwilligen Rückraumspielers zufrieden: „Marek ist sehr fleißig. Er hat schon positiv auf sich aufmerksam gemacht“, lobt der TuS-Coach, der bei der Heimpleite gegen den HSV Hamburg (24:28) am vergangenen Dienstag zwar erstmals keine Verwendung für den Neuzugang hatte. Dies lag aber am ungünstigen Spielverlauf: „Ich hätte keine Bedenken gehabt, Marek zu bringen“, verdeutlicht Kurtagic sein Vertrauen.

Der Handballer weiß, dass der Sprung in die 2. Liga ein längerer Prozess ist: „Athletisch muss ich noch einiges aufholen. Da merkt man, dass man gegenüber den anderen Spielern alterstechnisch zurück ist“, sagt Nissen. Im Angriff könne er noch an seiner Entscheidungsfindung arbeiten, sagt er selbstkritisch. Wichtig: Nissen hört nicht nur auf den Trainer, sondern auch bei den Teamkollegen genau hin. „Ich sauge alles auf, was die erfahrenen Spieler mir sagen.“

Der Wechsel an den Wiehen war für das Nordlicht nicht nur in sportlicher Hinsicht ein großer Schritt: Nissen musste seine Heimat zum ersten Mal verlassen. Erleichtert wurde ihm der Einstieg beim TuS auch durch einen alten Bekannten: „Johannes Jepsen kenne ich ja noch aus Flensburg“, half die Handball-Freundschaft zum TuS-Keeper natürlich bei der schnellen Eingewöhnung im Mühlenkreis. Nissen hat ein Appartment in Nordhemmern bezogen und sich schnell eingelebt. Nur das Meer vermisst er hin und wieder: „Gerade der Sommer spielt sich in Flensburg viel am Strand und auf dem Wasser ab“, sagt der Handballer, der den Kontakt in die Heimat nicht abreißen lässt: „In meiner freien Zeit kommuniziere ich viel mit Familie und Freunden“, sagt er.

Entspannen kann der Youngster auch gut mit Netflix. „Ansonsten benötige ich aber nicht viel Ablenkung neben dem Sport. Ich beschäftige mich auch in der Freizeit gerne mit Handball“, sagt der Mittelmann. Eine Ausbildung oder ein Studium neben dem Sport hat der Abiturient frühestens für den kommenden Sommer ins Auge gefasst. Der TuS-Lehrling will‘s wissen: „Nach dem Abi habe ich mir dieses eine Jahr jetzt genommen, um mich voll auf den Handball zu konzentrieren“, sagt Nissen.

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