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Aljosa Rezar zeigt gegen Aue seine beste Leistung im TuS-Trikot, lobt aber lieber seine Vorderleute – nun wartet Hamm

Keeper verweist aufs große Ganze

Lübbecke

Vielleicht war es Emir Kurtagic in gewisser Weise sogar recht, dass seine Handballer gegen den EHV Aue am Mittwoch keinen deutlicheren Sieg erzielten. Vor der schweren Derby-Prüfung an diesen Samstag beim ASV Hamm-Westfalen (19.15 Uhr) dürfte die Spannung heim heimischen Handball-Zweitligisten somit auf keinen Fall verloren gehen.

Alexander Grohmann

Gegner ausgeguckt: Aljosa Rezar war am Mittwoch mit 15 Paraden Lübbeckes Matchwinner. Der Torwart entschärfte auch zwei Siebenmeter. Foto: Oliver Krato

Auch wenn sich die auf Platz drei vorgerückten TuS-Handballer beim 28:24 (12:11) gegen Aue erneut ein paar „Freiminuten“ gönnten, bleibt festzustellen: Der Trend stimmt – zumal es nach wie vor eine Saison unter besonderen Umständen ist. „Ich finde es bemerkenswert, wie die Jungs mit der Situation, wie sie jetzt seit sieben, acht Monaten herrscht, umgehen. Wir haben es geschafft, wieder Freude ins Spiel zu bekommen“, spricht Kurtagic die äußeren Einflüsse der Corona-Pandemie an, die von der Mannschaft bestmöglich ausgeblendet werden.

Fakt ist aber auch: Sein Team spielte gegen Aue zum wiederholten Mal in dieser Saison mit dem Feuer. Immer wenn man kurz davor war, die Partie zu entscheiden, fehlten plötzlich ein paar Prozent auf dem Parkett. Der mit einer tollen Moral ausgestattete Gast ergriff jeden Strohhalm dankbar und blieb fast bis zum Schluss in Schlagdistanz.

Dass die Lübbecker nicht in größere Turbulenzen gerieten, hatten sie Aljosa Rezar zu verdanken: Der Keeper zeigte seine bislang beste Leistung im TuS-Trikot. Ohne die 15 abgewehrten Bälle hätte es am Ende durchaus kritisch werden können. „Wir haben 20 Minuten lang sensationell gedeckt, danach hat Aljosa hinten die Arbeit übernommen“, lobt Kurtagic den Routinier zwischen den Pfosten.

Der Keeper freute sich, einen wesentlichen Beitrag geleistet zu haben, verwies aber auf das Wesentliche: „Es ist immer schön, wenn man gut spielt. Das Wichtigste ist aber, die zwei Punkte zu holen. Dafür setze ich mich zur Not auch auf die Bank“, so der Neuzugang, der seit einigen Wochen einen Aufwärtstrend zeigt. „Die letzten Spiele waren in Ordnung. Es braucht Zeit, sich an die Liga zu gewöhnen. Aber ein Torwart ist nie alleine“, verweist Rezar auf die „sehr gute Abwehr“ vor ihm und das gute Zusammenspiel mit dem jungen Johannes Jepsen, von dem er viel hält: „Man braucht zwei Torhüter. Und ‚Jay Jay‘ ist immer gut, wenn er spielt.“

Für Kurtagic sind die bisherigen Schwankungen normal: „Ich wiederhole mich gerne: Wir sind eine neu formierte Truppe in einer extrem schwierigen Zeit. Wir müssen noch eine gewisse Phase mit diesen Höhen und Tiefen umgehen“, sagt der Übungsleiter, der gegen Aue die fortschreitende Entwicklung erkannte: „Vor drei Wochen haben wir so ein Spiel nicht über die Bühne gebracht.“

Das Gute: Mit 14:6 Punkten bewegt sich der TuS, der in dieser Saison um den Aufstieg mitspielen will, als Dritter im Erwartungskorridor – und hat trotzdem weiter Luft nach oben: „Mit der Zeit kommen automatisch eine gewisse Reife und Selbstverständlichkeit. Stand jetzt sind wir eine gute, solide Truppe, die in Sachen Einstellung alles abruft. Ich freue mich, dass die Jungs auf einem guten Weg sind.“

Torschütze vom Dienst: Tom Skroblien legte gegen Aue neun Treffer nach und hat nun schon 69 Mal für den TuS N-Lübbecke eingenetzt.. Foto: Oliver Krato

Von EHV-Coach Runar Sigtryggson gab's nach dem Spiel ebenfalls ein Lob für den TuS: „Wir haben alles versucht, aber der Gegner war zu stark. Um hier was zu holen, braucht man eine bessere Leistung“, sagte der Vertreter des schwer an Covid-19 erkrankten Stephan Swat. Für die Auer war es im achten Saisonspiel erst die zweite Niederlage. Auch das sagt etwas über die Lübbecker Qualität.

Die TuS-Box

Aue-Bus muss umdrehen

Die Handballer des EHV Aue ließen nicht nur die Punkte in Lübbecke. Ein Spieler der Gäste stellte auf der Rückfahrt fest, dass er sein Handy in der Kabine vergessen hatte. Die Folge: Der Mannschaftsbus der Auer musste eine halbe Stunde nach der Abfahrt noch einmal umdrehen. Währenddessen hatte Benas Petreikis nach einem Anruf aus dem Bus die Suche nach dem Handy veranlasst. Der TuS-Spielmacher, der von 2017 bis 2020 bei Aue unter Vertrag stand, konnte dem Ex-Team weiterhelfen: Am Ende fand das Handy zu seinem Besitzer und der EHV konnte endlich nach Hause.

Skroblien auf Platz zwei

Tom Skroblien arbeitet sich in der Torschützenliste weiter nach vorn. Mit seinen neun Treffern gegen Aue hat der Linksaußen (69/32) jetzt fast schon zum bislang erfolgreichsten Zweitliga-Schützen Jakob Hrustka (70/22) aufgeschlossen. Kleiner, aber feiner Unterschied: Skroblien hat zwei Spiele weniger als der Dessauer Linksaußen absolviert. Schon gegen Aue hätte Skroblien mit Hrustka gleichziehen können, er setzte aber kurz vor Schluss einen Aufsetzer freistehend über den Kasten. Ein seltenes Malheur.

Zwei Wackelkandidaten

Neben Leos Petrovsky (Hüftprellung), der nur auf der Bank Platz nahm, musste Emir Kurtagic gegen Aue auch auf Rechtsaußen Marvin Mundus verzichten. Der TuS-Youngster hatte sich im Training am linken Ellbogen verletzt und droht auch die Partie in Hamm zu verpassen.

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