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2. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke absolviert in Eisenach sein Trainingslager – mit Video

Kraftakt am Fuße der Wartburg

Eisenach/Lübbecke (WB). Sommer-Trainingslager – diese Bezeichnung hat der Aufenthalt des TuS N-Lübbecke in Eisenach aufgrund der Temperaturen auf jeden Fall verdient. Bis zum Sonntag arbeitet der Handball-Zweitligist mit einer Kombination aus Einheiten, Testspielen und Beisammensein an einem ersten Feinschliff für die neue Saison.

Volker Krusche und Marc Schmedtlevin

Die Gesichter der Spieler sagen alles: Unter der Regie des neuen Trainers Emir Kurtagic herrscht eine hohe Intensität. Foto: Volker Krusche

Eisenach, die Stadt im Westen Thüringens, ist vor allem für die Wartburg und den Besuch von Martin Luther bekannt. Bei Handballfans steht Eisenach aber vor allem für den dort beheimateten ThSV und dessen Werner-Aßmann-Halle. Genau dort absolviert die Mannschaft des TuS N-Lübbecke in dieser Woche zahlreiche Trainingsstunden – auf dem Parkett und in den eine Etage höher gelegenen Krafträumen. Schweißtreibende Angelegenheiten, vor allem bei den derzeit hohen Temperaturen. Außen zeigte das Thermometer beinahe 40 Grad an, in der Halle fühlte es sich kaum kühler an. Kein Wunder also, dass die Shirts der Spieler bei der Einheit am Mittwochmorgen bereits nach wenigen Minuten durchnässt waren. »Ich hätte nichts dagegen, wenn es 15 Grad weniger wären«, scherzt Zugang Dominik Ebner.

Schwerpunkt auf Umschaltspiel

Für höchste Anstrengung bei den Spielern sorgt vor allem auch Emir Kurtagic. Der neue Trainer baute in etwa 90 Minuten zahlreiche Übungen ein. Spielzüge wurden einstudiert, Abwehrformationen getestet und er legte erneut großen Wert auf das Umschaltspiel über den Gegenstoß oder die zweite Welle. »Das wird sicherlich in dieser Woche einer der Schwerpunkte«, verrät Kurtagic, der aber natürlich deutlich mehr mit seinem Team vor hat: »Es geht vor allem darum, ein Gefühl füreinander zu bekommen.«

Die Ansprache des Trainers scheint jedenfalls schon Wirkung zu zeigen. Immer wieder forderte der gebürtige Bosnier seine Jungs zu mehr Druck auf, lobte, unterbrach mit seiner Pfeife aber auch mehrfach die Übungen, wenn ihm auch nur eine Kleinigkeit nicht gefallen hatte. Das Ergebnis: eine beeindruckende Intensität während der Einheit. Diesen Eindruck bestätigt auch Rückraumspieler Marian Orlowski: »Die Einheiten sind dieses Mal etwas länger als zum Beispiel noch im Vorjahr. Und ich habe den Eindruck, dass jetzt ein anderer Wind weht. Die Einsatzbereitschaft ist bei allen hoch, weil Emir uns auch eine Menge abverlangt.« Die erste Kurtagic-Zwischenbilanz nach dem zweiten Trainingslager-Tag: »Ich bin bisher super zufrieden. Es gibt keinen, der nicht richtig mitzieht. Alle sind willig, zu lernen und Vorgaben umzusetzen.«

Zehn Minuten bis zur Halle

Im vergangenen Jahr hatte es den TuS-Tross nach Barsinghausen (Niedersachsen) in die Sportschule gezogen. Dort fand das Team die Sportanlagen und Unterkunft in einem Komplex vor. Kurze Wege waren also garantiert. In Eisenach ist das ein wenig anders. Zwischen Aßmann-Halle und Hotel liegen etwa fünf Kilometer und zehn Minuten Autofahrt im Kleinbus. Für den Trainer aber gar kein Problem: »Die Gastfreundschaft ist groß und wir haben wirklich gute Bedingungen in der Halle mit Kraftraum und Sportpark daneben«, sagt Kurtagic, der auch die Wahl des Hotels als genau richtig einstuft: »Die Zimmer sind nicht mit Gold ausgestattet, so einen Luxus brauchen wir auch nicht. Die zweite Liga wird schließlich auch ein harter Weg.«

Bis zum Saisonstart ist es auch die Aufgabe des Trainers, ein funktionierendes Team zu formen. Dazu beitragen soll im Trainingslager vor allem auch die Zeit abseits des Handballs. Gestern Abend traf man sich beispielsweise auf der Bowlingbahn. »Bei sowas hat man eine gute Chance, auch die neuen Spieler noch besser kennenzulernen«, sagt Marian Orlowski. In sechs gemeinsamen Tagen stoße eine Mannschaft allerdings auch an ihre Grenzen: »Der Lagerkoller wird kommen. Es gilt nur, ihn so lange wie möglich herauszuzögern.«

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