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2. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke bezwingt den VfL Lübeck-Schwartau nach Nervenschlacht mit 32:30 (16:15)

Mutprobe bestanden: Handballer feiern Krimi-Sieg!

Lübbecke

Nervenprobe bestanden: In einem hochklassigen Handball-Krimi hat sich der TuS N-Lübbecke zwei wichtige Heimpunkte gesichert. Im Verfolgerduell gegen den VfL Lübeck-Schwartau behielt der Gastgeber nach einer starken Vorstellung am Ende hauchdünn mit 32:30 (16:15) die Oberhand.

Alexander Grohmann

Nervenstark: Tom Skroblien war im Heimspiel einmal mehr erfolgreichster TuS-Torschütze. Nach einem vergebenen Siebenmeter startete der Linksaußen beim Heim-Krimi seinen Lauf, kam am Ende auf zwölf Treffer. Foto: Oliver Krato

Bis in die Schlussphase hinein stand das packende und hochklassige Duell auf des Messers Schneide. Zwei Minuten vor Schluss glich der Gast noch einmal zum 30:30 aus. Lübbeckes Handballer bewahrten die Nerven und kamen durch die Tore von Peter Strosack und Dominik Ebner zum Heimsieg – die passende Antwort auf den verschenkten Punkt am Sonntag in Großwallstadt. Nach der Schlusssirene waren es diesmal Lübbeckes Handballer, die über das Parkett tanzten, während die Gäste zum Teil bedröppelt auf dem Parkett saßen.

„Das ist gut für die Moral. Wir haben heute die Eier gehabt. Das nehmen wir in die nächsten Spiele mit“, jubelte Linksaußen Jan-Erick Speckmann nach dem wichtigen Sieg. Zusätzliche Hypothek beim Geisterspiel: Nach einer Disqualifikation gegen Yannick Dräger (46.) musste der TuS die restliche Spielzeit ohne etatmäßigen Kreisläufer bestreiten. Leos Petrovsky fehlte am Freitagabend aus privaten Gründen.

Fast durchweg hatte die Mannschaft von Emir Kurtagic die Nase vorn, lag nur einmal im gesamten Match zurück (21:22) und musste gegen den starken Gast dennoch bis zum Schluss zittern. Am Ende reichte es – auch weil der TuS seine Nerven diesmal im Griff hatte. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir in der zweiten Halbzeit ruhig geblieben sind und auf den einzigen Rückstand gleich mit einer schnellen Mitte erfolgreich geantwortet haben“, sagte Emir Kurtagic in der Pressekonferenz, während seine Spieler in der Kabine das Siegerbier genossen.

Nach dem jüngsten Punkte-Geschenk an den TV Großwallstadt (21:21) brannten die Lübbecker auf Wiedergutmachung und lieferten sich mit den ebenfalls starken Gästen von der ersten Minute an ein Duell auf Augenhöhe. In der ersten Halbzeit lagen beide Teams fast durchgehend gleichauf, nur beim 6:4 konnten sich die Lübbecker einmal auf zwei Tore absetzen. In einer Phase mit doppelter Unterzahl war der Vorsprung aber beim 6:6 schon wieder verpufft.

Synchron: Kurz nach Kapitän Peter Strosack (rechts) unterschrieb nun auch Dominik Ebner beim TuS einen neuen Vertrag. Beide wollen als Führungsspieler auch in Zukunft Verantwortung übernehmen. Foto: Oliver Krato

Die Gastgeber erlebten auch nach der Pause eine emotionale Achterbahnfahrt: Die Lübbecker 19:16-Führung (33.) war beim 21:21 (40.) bereits wieder komplett aufgebraucht. „Wir waren nahe dran, zumindest einen Punkt zu holen“, sagte VfL-Coach Piotr Przybecki enttäuscht und lobte den TuS im gleichen Atemzug für eine „starke Leistung". Dass es am Ende für die Gastgeber reichte, lag auch am glänzend aufgelegten Tom Skroblien: Mit zwölf Treffern war der Linksaußen einmal mehr bester TuS-Torschütze, startete nach einem vergebenen Siebenmeter zu Beginn einen Lauf. „Das einzige Drama am heutigen Spiel ist, dass keine Zuschauer in der Halle sein durften“, sagte Hallensprecher Christian Spönemann über das Tor-Spektakel, das sich die Teams auch in der zweiten Halbzeit lieferten.

Kleiner Wermutstropfen: Möglicherweise war es der letzte Auftritt vor Weihnachten. „Wir müssen ab sofort auf alles gefasst sein“, sagte TuS-Geschäftsführer Torsten Appel bereits vor dem Match zur sich zuspitzenden Corona-Lage im Land, die nach der Ministerpräsidenten-Runde am Wochenende auch im Profi-Sport zu Einschränkungen führen könnte. Schon das für kommenden Mittwoch geplante Nachholspiel gegen den EHV Aue (18 Uhr) könnte Makulatur sein.

Bereits am Donnerstag hatte der Kreis Minden-Lübbecke vor dem Hintergrund der hohen Inzidenzzahl weitere Einschränkungen beschlossen, die aber keine Auswirkungen auf den Spielbetrieb des heimischen Zweitligisten hatte. „Wir haben heute Morgen einen Anruf vom Kreis bekommen, wo uns bestätigt worden ist, dass unser Heimspiel gegen Lübeck von der neuen Situation nicht betroffen ist“, sagte Torsten Appel.

TuS N-Lübbecke: Rezar, Jepsen – Skroblien (12/4), Heiny (5), Bagaric (2), Dräger (2), Ebner (3), Strosack (3), Nissen, Petreikis (3), Criciotoiu, Spohn (2).

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann, Conrad – Potratz, Gonschor (4), Raguse (2), Andersson (4/2), Hansen (1), Löfström (4), Waschul, Versteijnen (8), Schrader (1), Kretschmer (3), Hagen, Bruhn (3).

Schiedsrichter: Matthias Klinke/Sebastian Klinke.

Torfolge: 1:0, 2:2, 5:4 (12.), 6:4, 6:6 (15.), 8:8, 10:10 (21.), 12:12 (24.), 13:12, 13:13 (26.), 14:13, 14:14, 15:15, 16:15 – 17:15, 17:16, 19:16, 19:18, 20:18, 20:19, 21:19 (40.), 21:21, 22:22, 24:22, 24:24 (46.), 25:24 (49.), 25:25, 26:25, 26:26, 27:26 (52.), 27:27 (54.), 28:28, 29:28, 29:29, 30:29, 30:30, 32:30.

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