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Platz zwei futsch: TuS N-Lübbecke verspielt beim 27:27 gegen Bietigheim einen Sechs-Tore-Vorsprung

Nach Roter Karte in der Klemme

Lübbecke

Eine Sechs-Tore-Führung reicht dem TuS N-Lübbecke im Nachholspiel der 2. Handball-Bundesliga gegen die SG BBM Bietigheim nicht zum Sieg. Der bisherige Tabellenzweite lässt beim 27:27 (15:12) einen Punkt liegen. Knackpunkt ist eine Rote Karte gegen Roman Becvar. Der VfL Gummersbach zieht im Aufstiegsrennen wieder vorbei.

Alexander Grohmann

Leos Petrovsky hatte Schwerstarbeit zu verrichten. Der Kreisläufer musste sowohl im Innenblock als auch am Kreis seinen Mann stehen. Yannick Dräger hatte sich krankheitsbedingt abgemeldet. Daran lag es aber nicht, dass der TuS den Sieg aus der Hand gab. Foto: Oliver Krato

Fast hätte es für die Gäste am MIttwochabend in der Merkur Arena sogar zum Sieg gereicht, doch den letzten Wurf konnte TuS-Keeper Aljosa Rezar parieren. Der Nachwurf zappelte zwar im Netz – aber die Zeit war bereits abgelaufen. Bietigheims Spieler feierten das Unentschieden dennoch wie einen Sieg und hüpften ausgelassen im Kreis. „Das war heute ein Erlebnis für immer, einfach geil“, sagte SG-Interimscoach Brian Ankersen, der nach dem Rücktritt von Hannes Jón Jónsson zum ersten Mal die Verantwortung bei den Gästen hatte.

Nicht happy: Peter Strosack war mit dem Unentschieden nicht zufrieden. Die Lübbecker vergaben einen Sechs-Tore-Vorsprung. Foto: Oliver Krato

Während der Tabellenzwölfte das unerwartete Erfolgserlebnis genoss, überwog beim TuS verständlicherweise der Frust. Nach 37 Minuten hatten die Hausherren bereits aussichtsreich mit 20:14 in Front gelegen. Eine berechtigte Rote Karte gegen Spielmacher Roman Becvar, der bei einem Bietigheimer Gegenstoß Nikola Vlahovic ungeschickt zu Fall brachte (39.), sorgte aber für einen Bruch im Spiel des Aufstiegskandidaten. Bietigheim schloss in wenigen Minuten auf 21:20 auf, kam in der 50. Minute beim 23:23 erstmals zum Ausgleich und zog anschließend sogar auf 23:24 vorbei. Valentin Spohn rettete dem ratlos wirkenden TuS in der Schlussphase mit drei Treffern in Folge zumindest das Remis.

„Wir müssen uns an die eigene Nase packen. Das war heute die Bestätigung dafür, dass ein Spiel nie zu Ende ist – egal wie hoch man führt. Das haben wir kurz vergessen und sind prompt bestraft worden“, sagte TuS-Coach Emir Kurtagic zum Leistungsabfall seiner Mannschaft. „Dass wir am Ende sogar noch glücklich über den Punkt sein müssen, ist enttäuschend.“ Der VfL Gummersbach nutzte derweil die Gunst der Stunde und zog mit einem 30:21-Sieg gegen Hamm in der Tabelle wieder an den Lübbeckern vorbei.

Dräger krank, Petreikis angeschlagen: Kurtagic muss improvisieren

Leicht erschwerend hinzu kam beim TuS die personelle Lage: Kreisläufer Yannick Dräger fehlte krankheitsbedingt, Spielmacher Benas Petreikis nahm aufgrund einer Schulterverletzung nur auf der Bank Platz. Für den litauischen Nationalspieler sprang Roman Becvar auf der Spielmacher-Position in die Bresche. Den Platz von Dräger nahm Leos Petrovsky ein. „Wir reden die ganze Zeit darüber, dass wir einen breiten Kader haben. Da kann das dann auch keine Entschuldigung sein, wenn mal ein Spieler fehlt“, so Kurtagic angefressen.

Die Hausherren benötigten ein paar Minuten, um sich in der veränderten Formation auf dem Spielfeld zu finden. Den besseren Start erwischten die Gäste, die mit 3:1 in Führung gingen. Der TuS blieb aber ruhig und konnte schnell zum 3:3 ausgleichen. Nachdem Aljosa Rezar einen Siebenmeter gegen Christian Schäfer pariert hatte, warf Lutz Heiny beim 5:4 die erste Führung der Gastgeber. Dominik Ebner sorgte mit dem 7:5 wenig später für das erste Zwei-Tore-Polster. Der Tabellenzweite hatte das Geschehen nun weitestgehend im Griff – vor allem, weil die Abwehr gut stand und es den Bietigheimern bei jedem Angriff schwer machte.

„Das war ein Erlebnis für immer. Einfach geil!“ Interimscoach Brian Ankersen entführte bei seinem Einstand auf der Bietigheimer Trainerbank mit seinem Team gleich einen unerwarteten Punkt. Foto: Oliver Krato

Das Lübbecker Angriffsspiel lief dagegen nicht immer so flüssig. Weil Becvar mit der Halbzeitsirene traf, ging der TuS aber mit einem Drei-Tore-Vorsprung in die Kabine. Nach dem Wechsel war der Tabellenzweite dann gleich im Spiel und erhöhte bis zur 37. Minute auf 20:14. Doch das sollte am Ende nicht reichen.

TuS N-Lübbecke: Rezar, Jepsen – Becvar (2), Heiny (4), Baumgärtner, Ebner (5), Petreikis, Bagaric (2), Strosack (5/2), Mundus, Spohn (5), Nissen, Speckmann, Petrovsky (1), Skroblien (3/1).

SG BBM Bietigheim: Edvardsson – Vlahovic (1), Rentschler, Claus (4), Öhler, Schäfer (6/2), de la Pena, M. Urban, Dahlhaus (1), Link (2), Asmuth (2), Barthe (1), L. Urban, Boschen, Marcec (3/1), Fischer (7).

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