TuS N-Lübbecke muss beim VfL Lübeck-Schwartau ein dickes Brett bohren

Stolperstein voraus

Lübbecke

Auf dem Weg zum Aufstieg muss Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke nach dem TV Großwallstadt einen weiteren potenziellen Stolperstein aus dem Weg räumen.

Alexander Grohmann

Neuerdings sogar als Siebenmeterschütze gefragt: Mittelmann Roman Becvar hat sich beim TuS N-Lübbecke in der Rückrunde wieder zu einem zentralen Element des TuS-Spiels entwickelt. Heute Abend wird der Tabellenzweite in Lübeck extrem gefordert. Foto: Oliver Krato

Der Tabellenzweite gastiert am Mittwochabend im Auswärtsspiel beim VfL Lübeck-Schwartau (19.30 Uhr). „Das ist eine Spitzenmannschaft“, warnt Coach Emir Kurtagic vor dem Tabellensechsten.

Schon im ersten Saisonvergleich bereiteten die Lübecker den Lübbeckern Anfang Dezember viel Mühe. Nur hauchdünn mit 32:30 setzte sich der TuS im Hinspiel damals durch. „Die Partie wurde im vorletzten Angriff entschieden“, erinnert sich Kurtagic. Jeder Mannschaftsteil beim VfL sei gut besetzt, so der Coach, der vor allem auf die Top-Angreifer Julius Lindskog-Andersson (Rückraum Mitte) und Carl Löfström (Kreis) verweist.

Nichtsdestotrotz geht der TuS N-Lübbecke nach einer bislang fast makellosen Rückrunde als Tabellenzweiter mit breiter Brust in das heutige Duell. Die Favoritenrolle nimmt Kurtagic stellvertretend für sein Team an. „Fakt ist: Wir müssen uns nicht verstecken, zumal wir auswärts in dieser Saison fast immer gut ausgesehen haben. Wir wollen weiter unseren Weg gehen“, sagt er.

Und dieser Weg kann den TuS weiterhin aus eigener Kraft in die 1. Liga führen. Acht Spieltage vor Schluss liegen die Lübbecker als Zweiter auf einem Aufstiegsplatz. In der „Englischen Woche“ – am kommenden Samstag steht das Heimspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen auf dem Plan – könnte die Mannschaft die nächste wichtige Weichenstellung vornehmen.

Kann der TuS den Vorsprung auf Gummersbach ausbauen?

Dazu kommt: Das Heimspiel des Aufstiegskontrahenten VfL Gummersbach gegen den HC Elbflorenz ist vom heutigen Mittwoch auf den 16. Juni verlegt worden. Mit einem Sieg könnten die Lübbecker ihren Vorsprung auf den Verfolger somit auf drei Punkte ausbauen und den Druck weiter erhöhen. Spitzenreiter HSV Hamburg steht derweil beim TV Emsdetten vor einem weiteren Pflichtsieg.

Kurtagic überlässt im Aufstiegsdreikampf nichts dem Zufall. Nach dem souveränen 31:25 Sieg gegen Großwallstadt verkürzte der Coach die Ruhephase und bat sein Team am Sonntag wieder in den Kraftraum. „Nur zwei Tage Vorbereitung auf ein Spiel wären grenzwertig gewesen. Zudem hatten wir in den letzten drei Wochen genug freie Tage“, war es ihm wichtig, seine Truppe schnellstmöglich wieder um sich zu versammeln.

Beim VfL setzt Kurtagic heute wieder auf seinen breiten Kader, in dem jeder der 14 Akteure Impulse setzen kann, wie auch die Partie gegen Großwallstadt zuletzt anschaulich illustrierte. Nach der Rückkehr von Torjäger Tom Skroblien kann Kurtagic zudem wohl aus dem Vollen schöpfen.

Während es beim TuS läuft, musste sich der VfL früh von seinen Aufstiegsambitionen verabschieden. Einen Dämpfer gab es für die Norddeutschen jüngst auch am Bodensee: In Konstanz ging der Tabellensechste 22:31 unter. Für Kurtagic nur eine weitere Warnung: „Sie werden gegen uns noch motivierter sein.“

VfL-Coach Piotr Przybecki zeigt sich vor dem Aufeinandertreffen in der Hansehalle dementsprechend kämpferisch: „Wir wissen, was wir können, vor allem zuhause. Wir wollen wieder ein anderes Gesicht zeigen als in Konstanz“, so Przybecki, der auf das Duell auf Augenhöhe im Hinspiel verweist. Personell hat der VfL aber einige Probleme angehäuft: Neben Jan Schult (Aufbautraining) sind auch Thees Glabisch (Reha) und Dennis Klockmann (Meniskus-OP) nicht mit von der Partie. Der vom Drittligisten SGSH Dragons verpflichtete Julian Borchert wird dafür erstmals im Kader des Gastgebers stehen.

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