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Nettelstedter Nachwuchs-Asse laufen für die U17-Nationalmannschaft im Beachhandball auf

Test-Marathon ermöglicht Sand-Vergnügen

Lübbecke

Die Nettelstedter Beachhandball-Nationalspieler Ben Grüger und Mikkel Wandtke haben im Lockdown Turnierluft schnuppern können. Das war allerdings mit erheblichem organisatorischen Aufwand verbunden.

Julian Gülker

Starker Rückhalt: Der Nettelstedter Mikkel Wandtke hütete beim Turnier in Düsseldorf das Tor der deutschen U17-Auswahl. Mit dem „Norden“ setzte sich Wandtke gegen den Süden zweimal durch. Foto: Kenny Beele

Sportevents sind im Moment ganz klar die Ausnahme. Um seinen Spielerinnen und Spielern wenigstens etwas Wettkampfpraxis zu ermöglichen, hat der DHB ein verbandsinternes Turnier zwischen seinen Beachhandball-Nationalmannschaften veranstaltet. Im Aufgebot standen am 16. und 17. Januar auch zwei Nachwuchs-Asse der JSG LIT 1912: Ben Grüger und Mikkel Wandtke.

Turnierspaß trotz Lockdown: Ben Grüger (links) kam für die U17 im Feld zum Einsatz und sammelte ebenfalls wertvolle Erfahrungen. Foto: Kenny Beele

Das Turnier gehörte zur „German Beach Trophy“, die jedes Jahr in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf über die Bühne geht. Indem jede der vier Nationalmannschaften, beteiligt waren die Damen- und Herrenauswahl sowie die jeweiligen U17-Kader, noch einmal in ein Nord- und ein Südteam aufgeteilt wurde, standen sich am Rhein insgesamt acht Mannschaften im Sand gegenüber.

„Eigentlich ist das Turnier für die Beachvolleyballer gedacht. Das Sandfeld wurde aber so umfunktioniert, dass diesmal auch Beachhandball gespielt werden konnte“, sagt der Nettelstedter Mikkel Wandtke. Der 16-Jährige berichtet, dass die Stadt Düsseldorf für das Turnier 350 Tonnen Sand bewegt habe, um den Sportlern einen hochwertigen Court zu bieten.

Auch bei der strikten Durchführung des Hygienekonzepts scheute der Veranstalter weder Kosten noch Mühen. „Erstmal musste jeder Teilnehmer zu Hause selbst einen Schnelltest durchführen und durfte nur anreisen, wenn dieser negativ war“, sagt Ben Grüger. „Nach der Anreise kamen in der Tiefgarage der Halle ein weiterer Schnelltest und ein PCR-Test hinzu. War der Schnelltest negativ, durfte man isoliert auf sein Zimmer. Nach dem PCR-Ergebnis konnte man sich dann auch freier bewegen, aber nur mit einer FFP2-Maske.“ Zusätzlich sei an jedem Tag ein weiterer Schnelltest durchgeführt worden, ergänzt Wandtke.

Mikkel Wandtke, Torhüter der U17-Beachhandballer

Bei den JSG-Talenten fielen die Corona-Tests durchgehend negativ aus. Und auch aus sportlicher Sicht verlief das Turnier für den Nettelstedter Nachwuchs erfolgreich: Grüger und Wandtke konnten mit der U17-Nordauswahl nicht nur die beiden Spiele gegen den Süden für sich entscheiden, sondern auch individuell wertvolle Erfahrungen sammeln: „Persönlich bin ich mit meiner Leistung zufrieden“, sagt Grüger, der auf Linksaußen spielt, über die Wettkämpfe auf Sand. „Bei den Spielen habe ich viel dazugelernt.“ Torwart Wandtke hebt ebenfalls den Erfahrungswert hervor: „Ich denke, es haben sich bei dem Turnier alle gut weiterentwickelt. Ich selbst habe ein besseres Gefühl für das Tempospiel gekriegt, das wir mit der Mannschaft auch umsetzen wollen.“

Ben Grüger, U17-Beachhandballer aus Nettelstedt

Für die beiden Schüler war es schon der dritte Lehrgang mit der Beachhandballnationalmannschaft. Regelmäßig „auf Sand aktiv“ sind sie dabei erst seit rund eineinhalb Jahren. Beachhandball, so Wandtke, habe für ihn auch keine Priorität gegenüber dem Hallenhandball, zu dem er im Alter von zehn Jahren gekommen sei: „Es ist eine Alternative, die einfach Spaß macht und die man gut als Ergänzung mitnehmen kann“, sagt der Keeper. Ben Grüger kam schon im Kindergartenalter zum Handball. Der 17-Jährige kann sich vorstellen, den Sport später einmal zum Beruf zu machen: „Profi zu werden, ist schon mein Ziel.“

Auf Vereinsebene werden die Nettelstedter derzeit vom Corona-Lockdowon ausgebremst, weder Trainingseinheiten noch Spiele sind erlaubt. Zwar garantieren Online-Einheiten und ein Trainingsplan die körperliche Fitness, handballerisch gibt es aber keine Möglichkeiten.

So wünschen sich auch die beiden Nettelstedter Nationalspieler in erster Linie die Rückkehr zur Normalität und blicken nicht zu weit nach vorne: „Natürlich soll sich vor allem die Coronakrise entspannen, so dass auch die Hallen wieder öffnen“, sagt Grüger. Auch Wandtke wünscht sich, „dass es einfach mal wieder losgeht, man einfach mal wieder trainieren und Handballspielen kann“. Bis dahin ist auch bei den beiden Handball-Assen noch ein bisschen Geduld gefragt.

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