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Tom Skroblien macht beim Sieg des TuS N-Lübbecke Emir Kurtagic wütend – Auslöser war eine Abwehraktion

Torjäger sorgt für Temperamentsausbruch

Lübbecke

Ungewohnte Perspektive für Tom Skroblien: Der Linksaußen des TuS N-Lübbecke verfolgte die zweite Halbzeit beim Heimsieg gegen Eisenach (31:28) am Freitag nur von der Bank. Emir Kurtagic hatte dem derzeit leicht schwächelnden Torjäger eine Verschnaufpause verordnet.

Alexander Grohmann

Kleine Formdelle: Tom Skroblien ließ gegen Eisenach wieder zwei Siebenmeter liegen, zeigte dafür aber seine Qualitäten im Gegenstoß. Für eine schlechte Abwehraktion musste Lübbeckes Torjäger in der Pause zum Rapport bei Emir Kurtagic und landete auf der Ersatzbank. Foto: Oliver Krato

„Ich hatte schon vor der Partie den Gedanken, dass ‚Specki‘ heute mal dran ist“, begründete Lübbeckes Trainer hinterher seine Wechselmaßnahme auf Linksaußen, wo Jan-Eric Speckmann nach der Pause wirbeln durfte und seine Qualitäten mit einer hundertprozentigen Wurfausbeute (3/3) unter Beweis stellte.

Skrobliens Quote hat dagegen in letzter Zeit etwas gelitten. Beim mühevollen Sieg gegen Abstiegskandidat Eisenachvergab der schnelle Außen wie schon im Spitzenspiel beim HSV Hamburg zu Beginn zwei Siebenmeter, fing sich dann aber im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit. Unmittelbar vor der Pause beschwor Skroblien allerdings mit einer passiven Abwehraktion, die zum Gegentreffer durch den ThSV und 17:13-Halbzeitstand führte, den Zorn seines Trainers herauf.

Kurtagic hielt dem Leistungsträger noch an der Seitenlinie eine Standpauke. Der temperamentvolle Trainer wütete dabei sekundenlang so lautstark vor sich hin, dass sogar Kapitän Peter Strosack beschwichtigend eingriff. Dass Kurtagic in diesem Moment an die Decke ging, war aber mehr ein Ausdruck der allgemeinen Unzufriedenheit mit der konfusen Vorstellung seiner Mannschaft an diesem Abend und richtete sich weniger gegen einen einzelnen Spieler.

Emir Kurtagic

Die folgende Auswechslung von Skroblien habe daher auch nichts mit dieser Situation zu tun gehabt, versicherte der Coach später. „Er hat jetzt seit zwei Wochen mal einen nicht so guten Lauf. Davor hat er uns in dieser Saison aber auch sehr verwöhnt“, sagte Kurtagic über eine der großen Stützen im Lübbecker Spiel.

In der Tat hat Skroblien dem TuS N-Lübbecke in der Hinrunde manchen Punktgewinn fast im Alleingang gesichert. Die traumwandlerische Sicherheit beim Abschluss ist dem sprintstarken Akteur zuletzt allerdings etwas abhanden gekommen. Schon beim Sieg in Ferndorf vor zwei Wochen hatte der Linksaußen nur drei von acht Würfen unterbringen können. Trotz der Formdelle reichte es für den Topspieler auch gegen Eisenach in nur 30 Minuten dank seiner explosiven Antritte bei Gegenstößen zu vier Treffern.

Das bewahrte Skroblien diesmal aber nicht vor der Auszeit auf der Bank. Kurtagic sah die Einsatz-Chance für Jan-Eric Speckmann gekommen, der seine Sache sehr gut machte. Klar ist: Am Status von Skroblien wird das nichts ändern. Mit 116 Toren führt Lübbeckes Top-Scorer die Torjägerliste der 2. Liga weiter an, übrigens gefolgt von Tom Wolf, dem Lübbecker Sommer-Neuzugang von der HSG Koblenz.

Schon am kommenden Sonntag im schweren Auswärtsspiel beim HC Elbflorenz Dresden (17 Uhr) sind die Lübbecker wieder auf die Treffer von Skroblien angewiesen.

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