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Handball, 2. Bundesliga: Lübbecke verliert in Gummersbach 24:27 (10:14)

TuS vergibt eine große Chance

Dämpfer für den TuS N-Lübbecke: Im Spitzenspiel der Zweiten Handball-Bundesliga mussten sich die Schützlinge von Trainer Emir Kurtagic beim Aufstiegsfavoriten VfL Gummersbach mit 24:27 (10:14) geschlagen geben.

Ingo Notz 

Bogdan Criciotoiu konnte die Niederlage des TuS auch nicht verhindern. Foto: Philipp Ising

Die Körpersprache passte: Mit klaren Signalen, ohne falsche Zurückhaltung in dieses Spitzenspiel zu gehen und um jeden Ball zu kämpfen. überzeugten die Lübbecker in den ersten Szenen. Dabei prägten auf beiden Seiten wie erwartet die Deckungsreihen das geschehen, die Gäste hatten gegen die gut zupackenden Blauen einige Probleme, einen geordneten Spielaufbau aufzuziehen. Dennoch verlief die Anfangsphase bis zum 4:4 ausgeglichen, ehe der TuS in Unterzahl trotz einer guten Parade von Rezar wegen eines leichten Passfehlers doch in Rückstand geriet. Das war das Signal für den VfL, der aus dieser Überzahl gestärkt hervorging und aus dem 4:4 bis zur 15. Minute eine 8:4-Führung zauberte. Dem Lübbecker Spiel fehlte in dieer Phase die Ruhe und die zündende Ideen. Trainer Emir Kurtagic wechselte nach der halben Halbzeit im Rückraum durch und setzte nun auf Criciotoiu, Becvar und Spohn. In der Kombination wurde es zunächst besser: Erst durch Criciotoiu, dann brachte „Valle“ Spohn seine Farben auf 11:9 heran. Pech für die Lübbecker, dass gegen die aggressive Deckung Becvars Wurfversuch an der Latte scheiterte. Über 12:9 setzte sich Gummersbach so in den letzten Minuten wieder mit vier Toren ab und ging mit einem 14:10-Polster in die Halbzeit. Die vier Treffer Abstand spiegelten letztlich die größere Erfahrung der Hausherren wieder und waren eine Folge einiger leichterer Fehler des TuS, die vom VfL Gummersbach bestraft wurden.

So wie die erste Halbzeit endete, so begann die zweite: Mit der extrem aggressiven Abwehr der Oberbergischen zwangen sie den TuS zu Fehlern, die fast immer in schnellen Gegentore umgemünzt wurden. Nach wenigen Minuten führte Gummersbach 17:10 und hatte schon nach 35 Minuten mehr als nur eine kleine Vorentscheidung erzwungen. Lübbecke verkürzte zwar zwischenzeitlich wieder auf vier Treffer Abstand beim 19:15, viel besser wurde es an diesem Nachmittag aber nicht mehr. Auch, weil Torhüter Aljosa Rezar an alter Wirkungsstätte nach einer Entscheidung zu impulsiv auf einen Unparteiischen protestierte. Die Zeitstrafe brachte Gummersbach den Schub in einer Hängephase. Über 21:15 stellte Lübbecke auf eine sehr offensive Deckung um, Gummersbach zog nach dem 21:16 von Peter Strosack entsprechend eine Auszeit zur Neuordnung. Die Gäste kamen noch auf 21:18 heran und durften beim 21:18 (47.) wieder von der Wende träumen. Mit einer offensiven Deckung wurden aber auch die Lücken größer und Gummersbach nutzte die sich bietenden Chancen. Beim 24:19 geriet Gummersbach zehn Minuten vor dem Ende in Unterzahl, beim 24:20 war auch das leere VfL-Tor zu klein für den TuS (52.). Immerhin stimmte der Kampfgeist, auf der anderen Seite leistete sich auch der VfL einige Fehler: Beim 25:22 war der TuS knapp vier Minuten vor Schluss wieder in Schlagdistanz. Gummersbach brachte den Vorsprung aber zum 27:24-Sieg über die Zeit. Am Ende stand eine ebenso verdiente wie unnötige Niederlage für den TuS, der zu viele Chancen weggeworfen hat und dafür bestraft worden ist.

VfL Gummersbach - TuS N-Lübbecke 27:24 (14:10)

VfL Gummersbach: Valerio, Puhle; Schröter, Fanger (2), Vidarsson (3), Blohme (3), Kontrec (1), Haseler, Hermann (6), Schneider (1), Meinhardt (2), Santos (5/3), Kiesler, Haller, Stüber, Bozovic

TuS N-Lübbecke:Rezar, Jepsen; Becvar (3), Heiny (4), Ebner (1), Petreikis, Bagaric (1), Strosack (1), Mundus, Dräger (2), Spohn (7), Nissen, Speckmann, Petrivsky, Skroblien (4/2), Criciotoiu (1)

Zeitstrafen:2:2 (2x Vidarsson - Rezar, Dräger)

Rote Karte: Leos Petrovsky

Schiedsrichter:Ribeiro/Fralczak

Stimmen zum Spiel:

Rolf Hermann (Sportlicher Leiter TuS N-Lübbecke):„Die Höhe der Fehler hat den Ausschlag gegeben. Wir haben bis zur letzten Sekunde gekämpft, aber die Summe der Fehler ist es am Ende. Die Chancen hat uns Gummersbach gegeben. Im Laufe der ersten Halbzeit war es in allen belangen zuwenig, das reicht dann einfach nicht. Am Ende hätte es auch minus acht sein können. Es lag aber an uns selbst. Ich hatte das Gefühl, dass die Luft raus war, aber die anderen Mannschaften haben auch so viele Spiele wie wir. Der Spielaufbau war nicht so, die zweite Welle sind wir auch nicht richtig gelaufen, es war von allem ein bisschen. Die Schiedsrichter will ich mir nicht anmaßen, als Grund zu nehmen. Da gab es andere Faktoren. Wichtig ist, dass die Köpfe jetzt nicht runtergehen, wir haben noch ein sehr wichtiges Spiel vor uns.“

Emir Kurtagic (Trainer TuS N-Lübbecke): „Wir haben zu viele technische Fehler gemacht, allein in den ersten zehn Minuten waren es schon fünf, insgesamt 16, damit haben wir uns selbst extrem geschadet. Die Jungs haben aber immer weitergemacht, haben das Spiel nicht laufen lassen und haben um jeden Ball gekämpft, wobei heute nur wenige an ihre Leistungsgrenze gekommen sind. Die Qualität hat heute einfach nicht ausgereicht, um beim Tabellenführer (nach Minuspunkten) etwas mitzunehmen. Da hat vieles nicht gepasst. Handball ist kein einfach zu pfeifendes Spiel, aber wir sollten so kurz nach dem Spiel bei uns beginnen und gucken, dass wir eine extrem hohe Zahl von Fehlern hatten. Pfiffe sind ein externer Faktor, den wir nicht beeinflussen können. Es ist viel gegen uns gelaufen. Ich hatte mir mehr erhofft über die 60 Minuten. Wenn Tom ins leere Tor getroffen hätte, wäre vielleicht noch etwas gegangen, es war mehr drin. Am Ende des Tages war Gummersbach aber souveräner als wir.“

Gudjon Valur Sigurdsson (Trainer VfL Gummersbach):„Wir sind natürlich überglücklich, dass wir gewonnen haben. Über weite Strecken haben wir auch gut gedeckt. Es war schön, als wir uns mit sieben Toren absetzen konnten. Es war aber auch teilweise schwer, weil Nettelstedt natürlich über richtig gute und wurfgewaltige Spieler verfügt, die schwer zu blocken sind. Ich war froh, dass uns das teilweise gut gelungen ist. Die zwei Punkte sind das, was zählt. Mit den letzten zehn Minuten sind wir natürlich nicht zufrieden. Auf die offensive Deckung waren wir eigentlich besser vorbereitet. Da hat uns Nettelstedt gezeigt, woran wir noch arbeiten müssen. Im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden. Jetzt freuen wir uns auf unser letztes Spiel.“

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