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Leidenschaftlicher Kampf wird gegen HC Erlangen nicht belohnt

Wie bitter! Dezimierter TuS N-Lübbecke verliert mit 20:21

Lübbecke

Trotz erneut fantastischer Moral haben die stark dezimierten Handballer des TuS N-Lübbecke das Heimspiel gegen den HC Erlangen mit 20:21 (11:11) verloren. Trotz vier Ausfällen und zwei Roten Karten lag lange der nächste Sieg in der Luft.

Von Alexander Grohmann

Mit allem, was sie hatten, stemmten sich Lübbeckes Handballer gegen die Niederlage. Hier setzt sich Leos Petrovsky am Kreis durch. „Ohne sechs“ verpasste der Aufsteiger nach leidenschaftlichem Kampf einen Punkt. Foto: Alexander Grohmann

Die Spielzeit war bereits abgelaufen, als Valentin Spohn den Ball noch einmal in die Hand nahm. Der Freiwurf ging durch die Mauer der Gäste, verfehlte das Tor aber knapp. Eine denkwürdige Partie war für den TuS verloren.

Mit allem, was sie hatten, warfen sich die Hausherren am Donnerstag vor 1.058 elektrisierten Zuschauern in das Match. Gleich vier Ausfälle galt es zu verkraften, im Spielverlauf kamen noch Hinausstellungen gegen Yannick Dräger (19.) und Luka Mrakovcic (47.) dazu, weshalb der aufgewühlte Hauptsponsor Armin Gauselmann ein hartes Urteil fällte: „Wir haben erst ohne vier, dann ohne sechs und die ganze Zeit gegen neun gespielt“, wetterte er in Richtung der Schiedsrichter.

1.058 Zuschauer

Das Personalpech beim Aufsteiger nimmt derweil immer dramatischere Ausmaße an. Neben den Langzeitverletzten Tom Wolf (Achillessehne) und Dominik Ebner (Hüfte) sowie dem ebenfalls spielunfähigen Florian Baumgärtner (Patellasehnenentzündung) meldete der TuS mit Tin Kontrec kurzfristig einen weiteren schwerwiegenden Ausfall. Lübbeckes Abwehrchef hatte sich im Abschlusstraining den Ringfinger gebrochen und muss jetzt einen Gips tragen. Der Leistungsträger wird wohl mindestens drei bis vier Wochen nicht zur Verfügung stehen.

Für den entgeisterten Yannick Dräger ist die Partie nach einer harten Aktion gegen Antonio Metzner beendet. Der TuS-Akteur sah die frühe Rote Karte (19.). Foto: Alexander Grohmann

Den Platz im Innenblock nahm Yannick Dräger ein, der allerdings nach einem harten Einsatz gegen Antonio Metzner (19.) die Rote Karte durch die Schiedsrichter Marcus Hurst/Mirko Krug sah – wieder Einer weniger beim TuS! Während Dräger kopfschüttelnd vom Parkett ging, war auch für den gezeichneten Metzner das Spiel vorbei. Gestützt auf eine Betreuerin schlich der Hüne zur Bank. Später ging es zur Behandlung in die Katakomben. Es besteht Verdacht auf Gehirnerschütterung.

Duell mit offenem Visier

Beide Teams lieferten sich ein Duell mit offenem Visier. „Wir haben ein leidenschaftliches, aber kein unfaires Spiel gesehen“, urteilte TuS-Coach Emir Kurtagic. „Meine Spieler haben ihr Herz auf der Platte gelassen. Ich kann niemandem einen Vorwurf machen.“

Die Gäste begegneten dem aufgrund der vielen Ausfälle neu strukturierten Angriff der Hausherren offensiv. Der TuS, zunächst mit Mrakovcic und Valentin Spohn auf den Halbpositionen, war darauf eingestellt und fand immer wieder den Weg zum Kreis. Den ersten Ball verwandelte Mittelmann Petreikis nach Bodenpass von Mrakovcic zur 1:0-Führung (1.).

In der Folge war aber zu erkennen, dass die Lübbecker so noch nie zusammen auf dem Parkett gestanden hatten. „Wir haben etwas nervös agiert“, befand Kurtagic. Im Angriff gingen Bälle verloren, längst nicht alles klappte und Erlangen zog auf 2:4 vorbei (7.). Nach der Roten Karte gegen Dräger gelang Rückraumspieler Christoph Steinert der Treffer zum 5:8.

Doch einmal mehr zeigte die Kurtagic-Sieben, mit welcher Mentalität sie gesegnet ist: Der TuS ließ sich nicht beeindrucken und schlug umgehend zurück. In der 24. Minute konnte Leos Petrovsky bereits zum 8:8 ausgleichen. Nach einem umstrittenen Siebenmeter für die Gäste, den Aljosa Rezar gegen Steinert parieren konnte, gelang Marek Nissen vom Kreis die 9:8-Führung. Die Zuschauer, die wie eine Wand hinter dem Team standen, waren längst in ihrem Element.

Pechvogel mit Gips: Tin Kontrec hatte sich im Abschlusstraining den Ringfinger gebrochen. Es ist schon der vierte Verletzte beim Aufsteiger! Foto: Alexander Grohmann

Auch nach der Pause blieb es ein leidenschaftliches Kopf-an-Kopf-Rennen beider Teams, die keinen Zentimeter verschenkten. Der TuS legte zunächst bis zum 15:15 immer ein Tor vor, Erlangen zog nach. Nach einer Auszeit hieß es sogar 17:15 für den Aufsteiger, der sich in den folgenden Minuten aber ein paar Fehler zu viel leistete und auch Luka Mrakovcic mit „Rot“ verlor (47.). Für den Einsatz des Spielmachers in der Abwehr gegen Steinert hätte es aber wohl auch eine Zwei-Minuten-Strafe getan. „An den Schiedsrichtern lag es aber heute nicht, vielmehr haben die Kleinigkeiten am Ende den Unterschied ausgemacht“, bemerkte Kurtagic.  

Die Auswahl an Feldspielern bei den Hausherren, die somit nun schon „ohne Sechs“ auf der Platte standen, war nicht mehr allzu groß – und Erlangen nutzte die Gunst der Stunde: Beim 18:20 durch den starken Simon Jeppsson enteilte der Gast erstmals wieder auf zwei Tore (53.).

Die drohende Niederlage vor Augen, kämpfte sich Nettelstedt noch einmal auf ein Tor heran, eroberte 25 Sekunden den Ball, kam im letzten Angriff des Abends aber nicht mehr zu einem geordneten Abschluss. Der starke HCE-Keeper Klemen Ferlin lenkte den Freiwurf von Spohn mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Es war vorbei.

TuS N-Lübbecke: Rezar, Asheim – Heiny 1, Petreikis 2, Strosack 3, Mundus 2, Dräger, Mrakovcic, Spohn 3, Nissen 1, Speckmann 3/3, Petrovsky 3, Skroblien 2/1.

HC Erlangen: Ziemer, Ferlin – Sellin 4, Jaeger, Marschall, Firnhaber, Büdel 3, Bissel 2, Metzner, Link, Jeppsson 6, Steinert 4, Leban, Olsson 1/1, Zechel 1.

Rote Karte: Yannick Dräger (19.), Luka Mrakovcic (47.).

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