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2. Bundesliga: TuS N-Lübbecke ringt EHV Aue mit 28:24 nieder – aber: ohne Aljosa Rezar hätte es schiefgehen können

Zittern ist immer inklusive

Lübbecke

Sie machen es gerne spannend: Die Zweitliga-Handballer des TuS N-Lübbecke haben heute Abend den EHV Aue mit 28:24 (12:11) niedergerungen und sich in der Tabelle auf Platz drei vorgeschoben.

Alexander Grohmann

Artistisch: Lutz Heiny findet mit seinem Anspiel Kreisläufer Yannick Dräger. Lübbeckes Handballer jubelten am Ende über einen Arbeitssieg. Foto: Oliver Krato

Allerdings hätte es ohne den blendend aufgelegten Aljosa Rezar auch schiefgehen können: Der Torwart bewahrte die Hausherren, die sich nach einem guten Start das Leben zeitweise schwer machten, mit 15 abgewehrten Bällen (darunter zwei Siebenmeter) vor einem möglichen bösen Erwachen. „Ohne Aljosa Rezar hätten wir heute wohl verloren“, atmete auch Armin Gauselmann, Vorsitzender des TuS-Beirats, nach dem Match auf.

„Wir sind keine Maschinen, sondern Menschen. Gerade in der jetzigen Phase sind Höhen und Tiefen in einem Spiel noch normal“, sagte Trainer Emir Kurtagic zu den kleinen Hängern, die sich sein Team nach starkem Start leistete, die aber letztlich auch dank Rezar nicht bestraft wurden. Gäste-Coach Runar Sigtryggsson sah einen verdienten Sieger: „Wir hatten heute nicht die Qualität, um Lübbecke zu schlagen. Wir waren gerade zu Beginn nicht so präsent wie erhofft. Wir brauchen eine bessere Leistung, um hier zu bestehen“, so der Vertreter des an Covid-19 erkrankten Stephan Swat.

Die Hausherren starteten mit der eingespielten Formation. Das bedeutete: Routinier Rezar stand von Beginn an im Kasten, im Rückraum legten neben Spielmacher Benas Petreikis erneut der formstarke Lutz Heiny sowie Linkshänder Dominik Ebner los. Basierend auf einer aufmerksamen Abwehr und mit dem Selbstvertrauen des jüngsten Erfolgs gegen Lübeck-Schwartau ausgestattet, legte der TuS prima los: Nach sechs Minuten stand eine 3:1-Führung zu Buche, die das Team von Emir Kurtagic in der Folge auf 7:4 ausbauen konnte (13.). Ausgerechnet in Überzahl ließen die Gastgeber den Gegner dann aber erstmals Luft schöpfen: Aue verkürzte prompt auf 5:7.

Die nächste Phase fehlender Konzentration erlebte der TuS, als sich das Team beim 11:7 gerade wieder Luft verschafft hatte (23.). Plötzlich ließ die Spannung auf dem Spielfeld merklich nach: Aue war sofort da und schloss bis zur Pause auf.

Nach dem Wechsel kassierte der TuS sogar direkt den Ausgleich, wusste die Partie danach aber – fast wie auf Knopfdruck – wieder in die richtigen Bahnen zu lenken: Beim 16:13 (44.) betrug der Abstand drei Tore. Doch obwohl Rezar nun in Topform agierte und drei Aue-Angriffe in Folge entschärfte, wuchs der Vorsprung einfach nicht an. Es war wie so oft im bisherigen Saisonverlauf: Die Lübbecker verpassten es, kurzen Prozess zu machen. Dabei hatten sie ihr Mittel der Wahl entdeckt: Immer wieder suchten und fanden die Hausherren den Kreis, zahlreiche Treffer entsprangen dieser Variante, auf die Aue lange keine Abwehr-Antwort wusste,

Doch die Vorentscheidung ließ in der Merkur Arena trotzdem weiter auf sich warten: Auch beim 23:20 (50.) war noch Spannung drin. Dann entschärfte Rezar den zweiten Siebenmeter des Abends, ließ eine weitere Glanztat folgen und servierte indirekt Dominik Ebner im Gegenzug das 24:20 (52.). Das Finale blieb brenzlig: Aue arbeitete sich noch einmal im Ziehharmonika-Modus auf 24:22 heran, ehe endlich der Deckel draufgemacht wurde: Benas Petreikis und Valentin Spohn mit seinem ersten Treffer des Abends erhöhten auf 26:22. Als Rezar die 15. Parade auspackte, war alles klar.

TuS N-Lübbecke: Rezar (15/2), Jepsen (n.e.) – Becvar (1), Heiny (3), Ebner (4), Petreikis (4), Bagaric, Strosack (3), Dräger (2), Spohn (2), Nissen, Speckmann, Petrovsky, Skroblien (9/4), Criciotoiu.

EHV Aue: Suljakovic, Bochmann, Petursson – De Santis, Roch (2), Bornhorn (5/3), Lux (3), Roth, Schneider, Slachta (1), Schauer, Kammlodt (5), Paraschiv (1), Halfdansson (3), Ribeiro (4).

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