TuS N-Lübbecke bejubelt Sieg und freut sich mit Papa Tom Skroblien

Zwei Punkte und ein Baby

Lübbecke

Als die Handballer des TuS N-Lübbecke nach dem 31:25-Erfolg gegen den TV Großwallstadt am Freitag bereits glücklich und zufrieden als Tabellenführer ins Wochenende gingen, herrschte bei Tom Skroblien noch Hochspannung.

Alexander Grohmann

Dominik Ebner trifft auch in Bedrängnis: Mit fünf Treffern war der Rückraumschütze gegen Großwallstadt in Halbzeit eins effizientester TuS-Werfer. Auf dem wichtigen Sieg konnten sich die Lübbecker nicht lange ausruhen: Am Sonntag ging es schon wieder in den Kraftraum. Foto: Oliver Krato

Nicht viel später schwebte dann aber auch der TuS-Torjäger, der seinen Einsatz wegen der nahenden Geburt seines ersten Kindes abgesagt hatte, im siebten Himmel: Töchterchen Ida war auf der Welt. „Mutter und Kind sind wohlauf“, berichtete der Sportliche Leiter Rolf Hermann am Samstag.

Zwei Punkte, Platz eins und Papa-Freuden: Besser hätte der erste TuS-Einsatz nach der Länderspielpause kaum laufen können. Und obwohl Skroblien gegen Großwallstadt nicht mitwirkte, spielte der Linksaußen als Extra-Motivation für die Mannschaft durchaus eine kleine Rolle, wie Lutz Heiny durchklingen ließ: „Wir haben das Spiel auch für Tom gewonnen. Wir wollten ja nicht, dass sein schöner Tag nachträglich noch getrübt wird“, so der Rückraumspieler feixend.

In beeindruckender Manier wiesen die Lübbecker am Freitag das bis dato zweitbeste Rückrundenteam in die Schranken und übernahmen in der 2. Liga vorübergehend die Tabellenführung vor dem HSV Hamburg, der gestern allerdings mit einem 32:25 gegen Wilhelmshaven umgehend konterte und Platz eins wieder übernahm. Auch der VfL Gummersbach, weiter einen Punkt hinter dem TuS auf Platz drei, hielt sich beim 35:27 in Eisenach schadlos.

Valentin Spohn (links) freute sich mit seinen Teamkollegen über einen weiteren Schritt Richtung Aufstieg. Die Tabellenführung in der 2. Bundesliga währte aber wie erwartet nur 48 Stunden, dann schlug der HSV zurück. Foto: Oliver Krato

Der Dreikampf an der Spitze geht weiter. „Jetzt geht‘s in den Endspurt. Es warten noch schwere Spiele auf uns. Daher war der Sieg heute so wichtig“, sagte Rückraumspieler Dominik Ebner, gegen Großwallstadt mit fünf Toren in der ersten Halbzeit einer der Weichensteller. „Wir waren bereit und haben über weite Strecken sehr gut verteidigt, das war die Grundlage“, sagte Trainer Emir Kurtagic über die energiegeladene Performance seines Teams, das die Schlagzahl fast bis zum Ende hoch hielt.

Gleich nach der Pause konnte sich der Gastgeber entscheidend auf 19:12 absetzen. Erst bei einer Acht-Tore-Führung (28:20) verloren die Lübbecker in den letzten zehn Minuten etwas die Spannung. „Die Jungs gehen weiter ihren Weg“, freute sich Kurtagic. Für den TV Großwallstadt endete dagegen ein toller Lauf in der Meisterschaft, nachdem die Gäste eine Quarantäne vor dem Spiel empfindlich ausgebremst hatte „Dass wir zwei Wochen nicht trainieren konnten, war ein großes Handicap. Der Sieg von Lübbecke war aber verdient“, sagte TVG-Coach Ralf Bader.

In einer temporeichen ersten Halbzeit übernahm der TuS beim 3:2 (6.) erstmalig die Führung im Spiel und gab sie in der Folge nicht mehr ab. Vor allem im Abwehrzentrum gaben die Lübbecker keinen Zentimeter kampflos preis. Die Körpersprache stimmte nicht nur auf dem Parkett: Jede gelungene Aktion wurde von der Bank mit Standing Ovations bedacht. Die Kurtagic-Sieben stand kollektiv unter Strom.

Keine Zeit zum Träumen: Kurtagic lädt zum Sonntagstraining

Beim 8:4 schloss Rechtsaußen Peter Strosack schon den vierten Lübbecker Gegenstoß erfolgreich ab. In dieser Form ging es weiter. Auch der Ausfall von Torjäger Skroblien sorgte letztlich für keine spürbare Verunsicherung. „Toms Frau war ja nicht erst seit kurzem schwanger. Wir hatten genug Zeit, uns mit dieser Variante zu beschäftigen“, so Kurtagic, der zudem volles Vertrauen in Jan-Eric Speckmann hatte: Mit einem lupenreinen Auftritt und vier Treffern sorgte der Linksaußen dafür, dass Skrobliens Fehlen überhaupt nicht ins Gewicht fiel. „‚Specki‘ hat eindrucksvoll gezeigt, dass wir auf ihn zählen können. Er hatte nicht einen Fehlwurf“, lobte Ebner den Teamkollegen.

Auch die Rote Karte gegen Marko Bagaric (39.) bremste den TuS nicht. Yannick Dräger sprang für den Abwehrchef in die Bresche. Als Benas Petreikis nach einem Slalomlauf durchs Großwallstädter Abwehrzentrum mustergültig auf 24:17 erhöhte, hielten die Hausherren endgültig alle Trümpfe in der Hand (50.).

Als Tabellenzweiter hat der TuS den Aufstieg weiter in der Hand. Zum Träumen ist aber noch lange nicht die richtige Zeit. Kurtagic ging daher schnell zur Tagesordnung über und bat sein Team nach einem Ruhetag gestern wieder in den Kraftraum. Heute beginnt die taktische Vorbereitung auf das Spiel beim VfL Lübeck-Schwartau am Mittwoch. Die Lübbecker wollen weiter Taten sprechen lassen.

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