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Der Verbandsliga-Zweite Altenbeken/Buke traut sich die Oberliga zu

Stark wie nie

Altenbeken  (WB). So stark war die HSG Altenbeken/Buke noch nie: In der vierten Saison in der Verbandsliga hat die HSG die Hinrunde mit überragenden 23:3 Punkten abgeschlossen. Von 13 Spielen wurden elf gewonnen, eins endete unentschieden, eins – beim Spitzenreiter CVJM Rödinghausen – wurde verloren.

Markus Schlotjunker

Eine Szene mit Symbolcharakter: Kreisläufer Florian Weißelstein von Handball-Verbandsligist HSG Altenbeken/Buke lässt sich durch nichts aufhalten und hat immer das Tor im Blick . Der Verbandsligist spielt derzeit so stark wie noch nie auf. Foto:

Dabei war der Start in die Saison alles andere als einfach. Nach nur zwei Spielen (3:1 Punkte) war der neue Trainer Rolf Schröder, der 2018 Detlef Rauchschwalbe abgelöst hatte, schon wieder weg. Differenzen über die Spielausrichtung und das Training zwischen Mannschaft und Coach führten zu Schröders Rücktritt. Anschließend wurde der Verbandsligist zweimal interimistisch betreut (4:0 Punkte), dann war ein neuer Trainer gefunden. Jan Schwensfeger wurde von der Sportlichen Leitung aus dem Hut gezaubert und holte 16:2 Punkte in neun Spielen.

Neben dem Trainerwechsel musste die HSG auch früh mit zwei prominenten Ausfällen zurecht kommen. Hendrik Schubert und Yannic Hennemann verletzten sich. Während Schubert (Bänderriss) seit Mitte Dezember wieder spielt, ist die Saison für Hennemann (Kreuzbandriss) gelaufen. Dazu konnten Jannik Grebe (beruflich bedingt) und der nachverpflichtete Jonas Bruhn (Doppelspielrecht bei Landesligist Wehe) nicht immer dabei sein. Trotz der Widrigkeiten legte Altenbeken/Buke eine super Serie hin, feierte Kantersiege und entschied manche Partie in der Crunchtime für sich. Aber woher kommt der Erfolg?

Jan Schwensfeger

»Wir haben immer die Ruhe bewahrt«, sagt Schwensfeger. »Das stimmt. So beobachte ich das auch«, bestätigt Udo Schröder, einer der beiden Sportlichen Leiter. Er glaubt sogar, dass der aktuelle zweite Platz noch nicht alles sein muss: »Wir sind uns im Vorstand einig, dass wir auch einen Aufstieg in die Oberliga wahrnehmen werden, wenn wir uns dafür qualifizieren. Zwar haben es Neulinge dort traditionell schwer, aber wir denken, dass wir dennoch eine Chance hätten.«

Aber zurück zu den Erfolgsgründen: Neben der Abgeklärtheit ist es auch die spielerische Weiterentwicklung. »Die Verpflichtung von Jan Schwensfeger war ein echter Glücksgriff. Bei uns hält sich ja kein Spieler für den Größten, sondern man weiß hier, wo man herkommt, und dass eine taktische wie spielerische Förderung, wie sie unser Trainer praktiziert, wichtig ist«, sagt Schröder. Ein weiteres großes Plus ist, dass das eingespielte, routinierte Team mit Rückkehrer Hendrik Schubert als Aggressiv Leader in der Abwehr, Florian Weißelstein, Lennart Unkell und Quasi-Neuzugang Alexander Jungeilges exzellent verstärkt wurde. Mit Weißelstein hat die HSG seit Jahren wieder einen durchsetzungsstarken Kreisläufer und Jungeilges, der in seiner ersten Saison kaum gebracht wurde, genießt nun in seiner zweiten Spielzeit das Vertrauen vom Trainer und ist im Rückraum richtig aufgeblüht. Bei ihm macht sich auch die vom Coach eingeführte, freiwillige dritte Trainingseinheit bemerkbar, in der individuelle Stärken herausgearbeitet werden.

Udo Schröder

Es läuft also rund und natürlich macht der Erfolg alles einfacher. Fast noch mehr als über die vielen Punkte freut sich Schröder aber über etwas anderes. »Es macht riesigen Spaß zu sehen, wie sich alle mit der HSG identifizieren. Manch Spieler hat Angebote aus der Oberliga, bleibt aber, weil es ihm hier so gut gefällt. Das ist eine tolle Bestätigung unserer Arbeit«, sagt der Sportliche Leiter, der sich mit Amtskollege Olaf Heimsath um den Kader der nächsten Spielzeit kümmert. »Zu 90 Prozent haben wir mit den Spielern des aktuellen Teams gesprochen. Abgänge haben wir bislang keine, aber noch ein, zwei Baustellen«, sagt Schröder. So macht ein Rückraumspieler sein Bleiben auch von der Vertragsverlängerung des Trainers abhängig. Schwensfeger hat gesagt, dass er weitermache, wenn der Kader zusammenbleibe. Noch gibt es von Schwensfeger kein Ja, aber die Tendenz geht dahin. Neuzugänge für die nächste Serie gibt es noch nicht, aber vielleicht für diese. Der junger Kroate Marin Vitic trainiert mit, ist in der Mitte wie auf Rückraum links einsetzbar und wäre der ideale Ersatz für den verletzten Hennemann.

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